31. 5. 26
Die Leiden des alten Grünwählers (*)…
Vom fahrlässig übernommenen Jammerlied der Demokratiefeinde bis zu fehlenden Entschuldigungen.
Es ist ein gefährliches Jammerlied aller Demokratiefeinde. „Vor den Wahlen versprechen die Politiker alles und nachher halten sie nix…“ Dazu eine Klarstellung: Politische Ziele und Absichten, die eine Partei zur Wahl stellt, sind keine Versprechen im Sinne einer garantierten Umsetzung. Sie stehen immer unter dem Vorbehalt ihrer Erfüllbarkeit. Wenn eine Partei für ihre politischen Ziele nicht die nötigen Stimmen bekommt, kann sie diese – auch in einer Regierungskoalition - nicht oder nur teilweise umsetzen. Das ist kein Bruch eines Wahlversprechens, sondern die simple Logik der Demokratie und die Verantwortung der WählerInnen.
Bedauerlicherweise gibt es in Österreich eine satte gewählte politische Mehrheit aus FPÖ, ÖVP und Neos gegen Vermögenssteuern. Diese wären dringend notwendig, aber die BürgerInnen wählten anders. Die SPÖ, die Vermögenssteuern in ihrem Programm hatte, kann diese mangels Zustimmung in der Regierungskoalition nicht durchsetzen. ÖVP und Neos wären dafür zu kritisieren. Wen aber kritisieren lautstark und bei jeder Gelegenheit die Grünen? Nicht ÖVP und Neos mit ihrem beinharten Njet, sondern die SPÖ mit Andreas Babler, die das in der Regierung nicht durchsetzen können. Gefährliche, populistische, dümmliche Welt!
Billige Schlagzeile
Als Grünwähler hat man es dieser Tage ohnehin nicht leicht. Der „Bundeskongress“ der Grünen am Wochenende bot eine mediale Bühne, in dem das gefährliche und bewusste Missverständnis zwischen politischen Zielen und einlösbaren Wahlversprechen ständig gedroschen wurde. Wenn es nur gegen Babler geht bekommt man schließlich auch in rechtskonservativen Medien gerne eine Schlagzeile. Billig!
Aber was fehlt? Zum Beispiel eine Entschuldigung für die üble parteipolitische Packelei der Grünen mit der ÖVP bei der Wahl von Roland Weißmann zum ORF-Generaldirektor im August 2021. Im Gegenzug wurde damals der „grüne“ Lothar Lockl mit schwarzen Stimmen zum Vorsitzenden des ORF-Stiftungsrates gemacht. Die medienpolitischen Vorstellungen der beiden Herren ähnelten einander übrigens bis aufs Wort.
Und noch ein Bekenntnis wäre fällig. Nämlich das der grünen Mit(!)-Verantwortung für das hinterlassene Budget-Desaster der schwarz-grünen Regierung. Ja, ja, die ÖVP trägt zweifellos die Hauptschuld daran, aber als Teil der Vorgängerregierung kann man sich nicht so billig abputzen, wenn den Menschen jetzt harte Maßnahmen zugemutet werden (müssen). Eine ehrliche Analyse der eigenen Fehler würde auch der Glaubwürdigkeit der grünen Kritik an der gegenwärtigen Regierung guttun.
(*): Warum trotzdem Grünwähler? Umwelt- und Klimaschutz, eine nachhaltige, gerechte Lebens- und Wirtschaftsweise sind die großen Herausforderungen unserer Epoche. Bei allen Schwächen, desaströser Personalauswahl, Karrierismus, Anpassung und flachem Populismus sind die Grünen trotzdem die einzige Partei, die diese Herausforderungen benennt und in diesem Sinne Politik macht. Deshalb.
SN, 29. 5. 26. Wenn es gegen den Babler geht, bekommt manin rechtskonservativen Medien seine Schlagzeile.
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26. 5. 2026
Eine große Paddelreise zur "Vogalonga" in Venedig.
Heuer paddelten wir von genusspaddeln wieder einmal auf dem historischen Wasserweg "Litoranea Veneta" 120 Kilometer über Lagunen, Flüsse und Kanäle von Grado nach Venedig, um dort am Pfingstsonntag an der 50. "Vogalonga" teilzunehmen.
Ursprünglich war die "Vogalonga" eine Demonstration gegen den Wellenschlag der Motorboote, für Geschwindigkeitsbeschränkungen in der sensiblen Lagune von Venedig und für den Schutz von Stadt, Inseln und Lagune. Davon ist wenig übriggeblieben. Heute ist die Vogalonga ein entpolitisiertes, buntes Event mit rund 2.000 geruderten oder gepaddelten Booten und bis zu 7.000 TeilnehmerInnen. Nur sehr vereinzelt sieht man noch politische Botschaften...
So kann Integration gelingen.
Anlaufstelle für migrantische Kinder und Jugendliche in Salzburg-Herrnau.
Wichtiges entgeht oft der öffentlichen Aufmerksamkeit. Zum Beispiel der „Sponsorenlauf 2026“ des Vereins „teilweise“ von vergangenem Samstag. Bei dem Event sind in einer Stunde möglichst viele Runden von je einem Kilometer zu laufen. Ein/e „SponsorIn“ zahlt für jede Runde eine Spende an den Verein. Ich war als einziger 70plusler, überredet von Tochter und Enkelin, dabei. Es hat sich gelohnt!
Beim "Sponsorenlauf" mit Freude und Begeisterung.
Der Verein (www.teilweise.or.at/) führt das Jugendzentrum „Südpol“ im Salzburger Stadtteil Herrnau. Es ist ein Treffpunkt vor allem für migrantische Kinder und Jugendliche. Sie finden dort offene Ohren, Sportmöglichkeiten, gemeinsames Gärtnern, Musik, Bibliothek, Naturwissenschaften, Hilfe bei Schule und Hausaufgaben, usw. Es war herzerwärmend zu erleben, mit welcher Freude und Begeisterung die Kids bei diesem Lauf dabei waren. Integration ist nicht einfach und gelingt oft nicht. Aber so kann sie gelingen!
Foto: Verein "teilweise".
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9. 5. 2026
Sollen wir uns im Jahr 2026 noch für Selbstverständlichkeiten engagieren? Ja, ermüdend aber notwendig!
Dieser Tage findet mit dem „Salzburger Radfrühling“ im Volksgarten der Radverkehr in der Stadt wieder einmal freundliche Aufmerksamkeit. Gestern war ich zum Thema mit Salzburgs Radwege-Koordinator Markus Huber in der Sendung „Mittagszeit“ von ORF-Salzburg zu Gast. Ein netter, gut moderierter Termin mit konstruktiven Anrufen von Hörerinnen und Hörern. Danach ging es zur Kundgebung der „Verkehrsinitiative Gnigl Langwied“ auf der Schwabenwirtsbrücke. Tolles Engagement gegen die absolut unzumutbaren, gefährlichen Radverbindungen von Gnigl und Langwied ins Zentrum.
Was soll man sagen? Es ist schön, dass es diese Initiativen gibt. Aber es ist unsäglich, dass sie im Jahr 2026 noch immer notwendig sind. Seit mindestens 40 Jahren weiß man, dass die autogerechte Stadt eine teure, menschenfeindliche, ungesunde und letztlich nie erreichbare Sackgasse ist.
Seit 1986…
Im Jahr 1986 hat der damalige Salzburger Bürgerlisten-Planungsstadtrat Johannes Voggenhuber dem Gemeinderat ein entsprechend weitblickendes „Verkehrspolitisches Ziel und Maßnahmenkonzept“ vorgelegt. Es wurde sogar vom Gemeinderat beschlossen, aber gleichzeitig wurde seither von der Mehrheitspolitik beharrlich die große Umsetzung blockiert. Ja, ja, es gibt auch Fortschritte seither und manche geplanten Wahnsinnigkeiten wurden verhindert. Aber die Mehrheitspolitik sah und sieht in Öffi-Verbindungen, Radwegen, Fußgängerzonen, etc. immer nur hübsche Ergänzungen und partielle Alternativen zum Autoverkehr. Der blieb immer im Zentrum und dessen Dominanz wurde und wird bislang nie in Frage gestellt. Umgekehrt würde ein Schuh daraus. Der notwendige Autoverkehr sollte nur noch als hübsche Ergänzung zu Öffis, RadfahrerInnen und FußgängerInnen behandelt werden. Statt dessen wird immer noch mit unglaublicher Hartnäckigkeit, viel Geld und den dümmsten Argumenten der notwendige große ökologische Umbau der Städte blockiert, verzögert und verhindert.
Und deshalb werden auch noch in den kommenden Jahren Menschen auf die Straße gehen müssen, um Selbstverständlichkeiten wie sichere Radwege für ihre Kinder einzufordern. Unsäglich ist das, aber notwendig.
Schön, dass es so viel Engagement gibt! Unsäglich, dass es noch immer notwendig ist". Foto: Platz für Salzburg
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5. 5. 2026
Wöginger: Ein Urteil gegen ein Grundübel der 2ten Republik
Ein überfälliger Schuss vor den Bug des Gewohnheits-Machtmissbrauchs im Land.
Parteibuch- und Günstlingswirtschaft diskriminieren Menschen ohne Parteibuch, oder dem gerade falschen. Sie diskriminieren Menschen ohne Netzwerke und „Beziehungen“. Sie fördern Untertanenmentalität und schaffen Macht in schlechten Funktionärshänden. Sie machen Menschen angreifbar und abhängig. Sie korrumpieren Verantwortungsträger. In Österreich besonders viele. Vor den Jobs im staatlichen und halbstaatlichen Bereich ist die hohe Schule des Bückens zu durchlaufen, je besser der Job, desto öfter ist diese Übung erforderlich. Alles zusammen macht die Parteibuch- und Günstlingswirtschaft zum Gift für die Demokratie.
Tiefes Misstrauen von ÖVP und SPÖ gegeneinander und gemeinsam gegen die Bevölkerung.
Die zwei staatstragenden Parteien des Wiederaufbaus ÖVP und SPÖ haben nach ihrer Todfeindschaft in der ersten Republik einander auch in der notwendig gewordenen Zusammenarbeit in der zweiten Republik zutiefst misstraut. Beide gemeinsam haben sie nach der Erfahrung der Verführbarkeit der Massen im Nationalsozialismus der Bevölkerung misstraut. Beides hat das System des rot-schwarzen Proporzes in allen staatlichen und halbstaatlichen Institutionen ebenso befördert wie das tiefsitzende und zur Selbstverständlichkeit gewordene Bewusstsein, dass man dieses Land bis in die letzte Volksschule, das letzte Finanzamt und bis zum letzten Posten und Pöstchen in der staatlichen Wirtschaft parteipolitisch aufteilen und beherrschen darf.
Tiefstes Niveau! Schlechte Schuhe für die „Roten“…
Die parteipolitische Aufteilung des Landes prägte für Jahrzehnte weitgehend die Vorstellung von Politik. Und zwar auf allertiefstem Niveau! Als Kind hörte ich einmal das Lob für einen braven schwarzen "Unsrigen“, der einen Posten in „der Zeugkammer“ der Bundesheerkaserne in Schwaz/Tirol bekommen hatte. Das war „ein takter Bursch, der ganz bei der Sach war“. Einer, wie sie „heutzutage selten geworden sind“. Sein Verdienst war, dass er den „Unsrigen“ immer die guten Schuhe gegeben hat, den „Roten“ aber die schlechten. Später als junger Journalist in Salzburg musste ich lernen, dass es selbstverständlich war, wenn man etwa ohne rotes Parteibuch keinen Job bei der städtischen Berufsfeuerwehr bekam. Die Aufteilung war normal und ihre Träger hatten allesamt bei ihrem permanenten Machtmissbrauch keinen Funken von schlechtem Gewissen.
Rotzig und plump!
Entsprechend rotzig und plump fielen und fallen immer die Rechtfertigungen auch für offensichtlichste Parteibuchwirtschaft aus. Dieses Denken prägt gestandene Funktionäre und ihre willigen Opfer bis heute. Die einen kennen und haben keine Schuldeinsicht. Für sie ist der permanente Machtmissbrauch „Politik“. Die anderen nehmen es brav hin und richten sich danach. Das Ganze funktioniert aber nur so lange, bis sich einmal jemand wehrt. So, wie es die diskriminierte Bewerberin um den Job der Leitung des Finanzamtes Braunau getan hat. Sie hat sich gegen das Offensichtliche gewehrt. Das ist nicht hoch genug einzuschätzen.
Gesinnungsgemeinschaft oder Machtapparat?
Die Parteibuchwirtschaft und die entsprechende Aufteilung der Republik hat auch den beteiligten Parteien selbst massiv geschadet. Nicht nur, dass sie sich permanent ins Unrecht gesetzt haben. Vor allem wurde die Grenze zwischen den Parteien als absolut legitime politische Gesinnungsgemeinschaften und denselben Parteien als illegitime Machtapparate ständig verschoben. Letztlich hat das die politische Substanz der einst großen staatstragenden Parteien ausgehöhlt und erschwert bis heute die Unterscheidung zwischen Menschen, die aus Überzeugung bei einer Partei sind, und solchen, die nur einen Job, Karriere, eine Wohnung oder sonstige Goodies im Sinn haben.
Gut!
Gut, dass es jetzt ein Urteil erster Instanz gibt. Selbstverständlich ist, dass August Wöginger seine Funktion als Klubobmann der ÖVP im Nationalrat zurücklegen musste. Sehr gut, dass auch die zwei beamteten Mitangeklagten vom Gericht in die Verantwortung genommen wurden. Gut, dass das Gericht die plumpe Schutzbehauptung von einem „Bürgeranliegen, das nur weitergegeben wurde“ explizit zurückgewiesen hat.
Hoffentlich haben wir damit den überfälligen Weckruf für alle potentiellen TäterInnen und ihre Opfer erlebt.
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28. 4. 2026
"Sparbudget" - Ein Plus, zwei Minus.
Drei Anmerkungen zum angekündigten „Sparbudget“ der Bundesregierung.
Der massenhafte Aufschrei, „die Ausländer und die Ukraine bekommen alles, aber bei unseren Pensionisten spart die Regierung“, war zu erwarten. Traurig ist die weite Verbreitung dieser saudummen Reflexe trotzdem.
Ein Plus: Diese Regierung nimmt die notwendige Budget-Sanierung ernst und geht sie – auch gegen große erwartbare Widerstände - an. Österreich hat ein veritables Budget-Problem. Die Verschuldung ist zu hoch. Es macht keinen Sinn, dass so viel hart erarbeitetes Geld der SteuerzahlerInnen in das Bezahlen von Zinsen für die Staatsschulden geht. Eine verantwortliche Regierung lässt das nicht laufen.
Erstes Minus: Vermögens- und Erbschaftssteuern werden wieder nicht herangezogen. Was soll man sagen? Das ist schlecht, aber die WählerInnen wählen mehrheitlich Parteien, die das nicht wollen, und daraus auch vor Wahlen nie ein Geheimnis machen. Die „Balance“ der Sparmaßnahmen mit dem Beibehalten der Bankenabgabe und der Erhöhung der Körperschaftssteuern auf Unternehmensgewinne ist aber besser als nichts.
Zweites Minus: Das strukturelle Problem einer überteuerten, zu kranken und wirtschaftlich zu wenig nachhaltig robusten Gesellschaft wird nicht angegangen. Die ÖsterreicherInnen sind zu krank und zu süchtig nach Zucker, Fett, Wetten, Spielen, Handys, Alkohol, Autos, usw. Sie bewegen sich zu wenig. Die Anzahl der gesunden Lebensjahre hält mit der steigenden Lebenserwartung nicht Schritt. Die Umwelt ist geschädigt, die Wirtschaft nicht nachhaltig aufgestellt. Die Politik lässt die Wohlstandsräuber Boden- und Wohnungspreise ins Kraut schießen und versucht das dann mit „Sozialausgaben“ aus den Budgets notdürftig auszugleichen. Die Liste wäre noch lang. Ohne den langfristigen Fokus auf eine umfassend robustere, nachhaltigere Gesellschaft wird eine soziale Budgetsanierung nie gelingen.
P. S.: Dazu ein Link zu einem Text, den ich im April des Vorjahres für den Standard zum Thema teure Gesellschaft und notwendige Reformen geschrieben habe. Ist gültig geblieben.
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Vor zwei Jahren, am 26. April 2024 wurden der damals neu gewählten Salzburger Stadtregierung zentrale Anliegen und Forderungen von Salzburgs RadfahrerInnen übergeben. Der Rahmen dafür war eine große Rad-Demonstration zum Schloß Mirabell. Einiges ist seither in Bewegung gekommen, anderes klemmt noch. Etwa die versprochene "Taskforce für aktive Mobilität". Die Radlobby-Salzburg hat Vorschläge für die konkreten Aufgabenstellungen dieser Task-Force. Das "Forum Mobil aktuell", (https://forum-mobil.at/magazin/forum-mobil-aktuell/), Nr. 4-2006 berichtet ausführlich darüber. Vielen Dank!
Eine „Taskforce“ für aktive Mobilität
Die Stadt Salzburg ist im Verzug. Wann kommt sie und wie konkret werden ihre Aufgaben sein? Vorschläge der Radlobby Salzburg.
Im Arbeitsprogramm für die Stadt Salzburg 2024 bis 2029 (*) hat die neue Stadtregierung neben Erhöhungen der Budgets für den Radwege-Ausbau auch die Einrichtung einer ressort- und abteilungsübergreifenden „Task-Force für aktive Mobilität (Radfahren und Zufußgehen)“ angekündigt. Damit wurde eine Forderung aus den 10 Punkten der Radlobby Salzburg „Mehr für den Radverkehr“ aus dem Gemeinderatswahlkampf im Frühjahr 2024 übernommen.
Zwei Jahre später gibt es diese Taskforce noch immer nicht. Die Fraktionen waren sich über Ausgestaltung, Zusammensetzung und Budgetierung bislang nicht einig. Planungsstadträtin Anna Schiester kündigt nun einen neuerlichen Anlauf an und zeigt sich optimistisch, dass das Vorhaben 2027 budgetiert und unter dem Namen „Mobilitätsagentur“ realisiert wird. Der Radlobby Salzburg ist der Name zweitrangig. Allerdings sollte eine umfassende Aufgabenstellung, die über die Hardware des Radverkehrs hinausgeht, von vorneherein verankert werden.
Harte und weiche Faktoren.
Im Arbeitsübereinkommen haben sich die Parteien eine Steigerung von derzeit 23 auf 30 Prozent des Anteils der Radverkehrs am Gesamtverkehr bis zum Jahr 2030 vorgenommen. Neben dem Radwegeausbau und den dafür notwendigen Informations- und Kommunikationsaufgaben gibt es auch weiche Faktoren, ohne die das obige Ziel aus Sicht der Radlobby nicht erreicht werden kann. Die Stichworte dazu sind Stimmung, Werbung, Motivation, Image, Vorbilder und neue Gewohnheiten. Dies gilt insbesondere in einer Stadt wie Salzburg, in der es für große Teile der politischen und wirtschaftlichen Eliten immer noch geradezu identitätsstiftend ist, nicht mit dem Fahrrad zu fahren. Breiten Bevölkerungsschichten fehlt es an Informationen über Ausrüstung, Service und Allwettertauglichkeit.
Eine Stimmungs-Offensive für das Radfahren.
Rad fahrende BürgerInnen aus der Mitte der Bevölkerung sollen als Träger der guten Nachrichten fungieren. Also Menschen auf dem Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zu Terminen, zur Kultur, ins Gasthaus, zu den Festspielen, als PendlerInnen, Eltern, HacklerInnen, ÄrztInnen, Studierende, ManagerInnen, PensionistInnen, bekannte (prominente) SympathieträgerInnen werben für das Rad und erhöhen dessen Image. Ihre Botschaft ist, Radfahren ist vernünftig, hält fit und hat Prestige. Das Rad ist das urbane Verkehrsmittel. Das kleine und flache Salzburg hat das Zeug zur Radhauptstadt.
Mit der passenden Ausrüstung geht mehr!
Die Taskforce gibt offensiv Informationen für mehr Sicherheit, Komfort und Allwettertauglichkeit, was das Rad als städtisches Verkehrsmittel können muss und was RadlerInnen so brauchen wie persönliches Werkzeug, Werkstätten, Regenschutz oder Winterausrüstung. Was kostet eine gute, allwettertaugliche Ausrüstung. Wie viele Stunden im jährlichen Durchschnitt gibt es in Salzburg tatsächlich Starkregen, Hagel, Gewitter oder Sturm, in denen Radfahren nicht für alle empfohlen werden kann?
Auch der städtische Winter ist kein Hindernis!
Es braucht Informationen gegen sich hartnäckig haltende Vorbehalte. Wie viele Tage im Jahr sind die Verhältnisse mit Schnee und Eis tatsächlich so winterlich, dass Radfahren nicht für alle empfohlen werden kann? Tipps aus der Praxis und von WinterradlerInnen können hilfreich sein.
Mehr können wir für unsere Fitness und Gesundheit nicht tun!
Die Implementierung der täglichen Bewegungseinheit in den Alltag ist die ökonomischste und einfachste Form der individuellen und öffentlichen Gesundheitsvorsorge. Die zahlreichen Erkenntnisse und Studien über die Zusammenhänge zwischen Radfahren und Gesundheit sollen bekannter gemacht werden. Radfahren ist gut für Herz und Kreislauf, Gelenke, Allgemeinbefinden, Lunge, gegen Diabetes, Übergewicht und Depressionen. Die Zusammenarbeit mit Gesundheitskasse, Arbeitskreis für Vorsorgemedizin, einzelnen ÄrztInnen und VertreterInnen anderer Gesundheitsberufe wie PhysiotherapeutInnen und PsychotherapeutInnen soll aktiv gesucht werden.
Dialog mit jeder Schule, jeder Kulturstätte, jedem Einkaufszentrum und größerem Betrieb.
Ein zentraler Punkt der aktiv aufsuchenden Arbeit einer „Taskforce für aktive Mobilität“ sind selbstredend die Schulen. Jede Schule muss aufgesucht werden. Wie kann die Erreichbarkeit der Schule für LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern verbessert werden? Gibt es Potential für Bici-Busse (Fahrrad-Busse)? Gibt es ausreichende und überdachte Rad-Abstellplätze? Welche Gefahrenstellen gibt es und wie können sie entschärft werden? Funktioniert der Winterdienst? Was können LehrerInnen, Eltern(verbände) und SchülerInnen (Organisationen) noch tun? Ähnliches gilt für alle größeren Verkehrserreger.
Alle in Salzburg lebenden Menschen ansprechen!
In Salzburg leben Menschen, in deren Kulturen und Heimatländern das Rad als Verkehrsmittel noch wenig angekommen ist und wenig Prestige hat. Insbesondere für manche Milieus junger migrantischer Männer sind Audi oder BMW das Maß aller Dinge. Die Berücksichtigung anderer Kulturen und Gewohnheiten betrifft im besonderen Maße die Frauen und Mädchen. Das Fahrrad kann - was es historisch immer war - ein wichtiger Beitrag zu mehr individueller Freiheit, Mobilität und Integration für Frauen sein. Rad-Kurse etwa, wie sie bereits angeboten werden, bewähren sich und können ausgebaut werden. Insgesamt ist es notwendig, die migrantischen Bevölkerungsteile mit angepassten jeweiligen Vorbildern und Botschaften anzusprechen.
Für mehr Freundlichkeit und Rücksichtnahme auch im Radverkehr werben!
Beschwerden über rücksichtslose RadfahrerInnen sind häufig. Sie fußen zum Teil auf einer sehr selektiven Wahrnehmung und blenden etwa die gewohnte Gefährdung durch den Autoverkehr aus. Ein objektiver Grund ist, dass es einfach zu wenig Verkehrsflächen für RadfahrerInnen gibt. Aber ja, es gibt rücksichtslose RadlerInnen und es gibt RadfahrerInnen, die fürchten sich im Verkehr weniger vor den Autos, als vor anderen RadlerInnen. Eine Taskforce für aktive Mobilität oder eine Mobilitätsagentur muss hier bewusstseinsbildend wirken. Sie ist keine Lobby für Rücksichtslosigkeit!
Jedenfalls gibt es viel zu tun für die hoffentlich kommende „Taskforce für aktive Mobilität“ oder „Mobilitätsagentur Salzburg“. Egal wie es genannt wird, 2030 kommt schnell.
Heinrich Breidenbach
Der Link zum Arbeitsübereinkommen von SPÖ, KPÖ und Bürgerliste/Grünen. Die expliziten Passagen zum Radverkehr finden sich auf den Seiten 12 bis 14:
https://www.stadt-salzburg.at/fileadmin/landingpages/politik/arbeitsuebereinkommen2024bis2029.pdf
Unten: Der Ausschnitt zur "Task-Force" aus dem Arbeitsübereinkommen von SPÖ, KPÖ und Bürgerliste/Grüne für die Periode 2024 bis 2029.
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26. 4. 2026
Bitte nicht drübermähen!
Wir brauchen keine grünen "Rasen"-Wüsten in Gärten und Parks.Die Bienen freuen sich, wenn die schönen Wiesenblumen nicht geköpft werden.
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24. 4. 2026
Kein Drama!
Für den Fall, dass der erwartbare Kerosinmangel auch Ihre Urlaubspläne stören wird, möchte ich Sie daran erinnern, dass es bei uns auch sehr schön ist.
22. 4. 26
Selbstverständlich eine öffentliche Angelegenheit
Die Chats des ehemaligen ORF-Intendanten im „Falter“.
Wenn der Seppl Maier aus Mürzzuschlag seine Urlaubsbekanntschaft Lisl Huber aus Landeck per E-Mail lästig dazu drängt, ihre Beziehung auch sexuell zu vertiefen und ihr dazu ein Foto seines erigierten Penis mitschickt, hat für Medien selbstverständlich der Schutz des höchstpersönlichen Lebensbereiches von Seppl und Lisl zu gelten.
Wenn der Chef des größten Medienunternehmens des Landes, das zum Glück noch öffentlich-rechtlich ist und uns allen gehört, eine Untergebene (!) derart bedrängt, ist das selbstverständlich eine öffentliche Angelegenheit. Dies gilt umso mehr, wenn der gekündigte ehemalige ORF-Intendant Roland Weißmann nach einer fragwürdigen Entscheidung der ORF-Compliance Stelle massiv in die mediale Offensive geht und versucht, sich – auf Kosten anderer! - als Unschuldslamm darzustellen.
Verantwortliche Abwägung
Die Wochenzeitschrift „Falter“ hat nun Teile der „Chats“ veröffentlicht. Sie zeichnen das eindeutige Bild eines Machtmenschen, der sich einer Untergebenen gegenüber unakzeptabel verhält. Weissmann reagiert mit Klagen und Drohungen. Freilich ist die Entscheidung über so eine Veröffentlichung verantwortlich abzuwägen. Alle Beteiligten sind Menschen. Aber unterm Strich ist sie richtig. Es geht in diesem Fall um öffentliche Angelegenheiten.
PS: Sex und Beziehungen regen auf und interessieren. Jede/r weiß etwas dazu und fühlt sich als ExpertIn. Wie schön wäre es, wenn die skandalösen Umstände der Bestellung Weißmanns zum ORF-Intendanten im Jahr 2021, die parteipolitischen Abmachungen rundherum und seine medienpolitischen Vorstellungen nur ein Zehntel dieses Interesses ausgelöst hätten.
PPS: Roland Weißmann ist 2021 - bedauerlicherweise als Teil eines schändlichen schwarz-grünen parteipolitischen Deals - als deklarierter ÖVP-Kandidat und auf einem schwarzen Ticket ORF-Generalintendant geworden. Das geht unter. Was wäre wohl dieser Tage los, wenn es ein rotes, oder gar ein grünes Ticket gewesen wäre. Das wäre schon tausend Mal wiederhohlt worden und wüsste jede/r.
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21. 4. 26
Die Unkultur der Erpressung
Von Kriminellen, die Babynahrung vergiften, über Präsidenten bis zu den globalen Wirtschaftsstrukturen.
Kriminelle vergiften Babynahrung und versuchen den Hersteller zu erpressen. Eine unglaubliche Sauerei! Was ich bei der ausführlichen Berichterstattung über den Fall zu wenig höre, ist ein stolzes, eindeutiges, lautes und von der ganzen Gesellschaft unterstütztes „Wir lassen uns nicht erpressen!“. Nur das demonstrative Zeigen von Haltung wirkt abschreckend. Alles andere ist eine Einladung für Nachahmungstäter.
Erpressung ist allerdings nicht auf Kriminelle beschränkt. Wir leben gerade in einer globalen Unkultur der Erpressung. Globale Konzerne und Wirtschaftsstrukturen reduzieren die Staaten erfolgreich auf Wirtschaftsstandorte und erpressen für sie günstige Investitionsbedingungen. Das reicht von niederen Unternehmenssteuern über „konkurrenzfähige“ Arbeitskosten bis zu laschen Umweltstandards. So kam der internationale Steuersenkungswettlauf bei Unternehmenssteuern während der letzten Jahrzehnte und die perverse Zusammenballung des globalen Reichtums in wenigen Händen zu Stande.
"... dann lösche ich Deine Zivilisation aus."
Auf die Spitze treibt US-Präsident Donald Trump die Unkultur der Erpressung. Seine Politik besteht großteils aus militärischen und wirtschaftlichen Erpressungen oder Erpressungsversuchen. Seine Haltung ist: Wenn Du nicht in meinem Sinne spurst, erhöhe ich die Zölle für Deine Waren, lösche ich Deine Zivilisation aus oder setze ich meine Internationale aus Geld, Verbindungen, Militärs, Milliardärsmedien und rechtsradikalen Unterläufeln in aller Welt auf Dich an!
Was tun? Haltung haben, zeigen, wertschätzen und unterstützen!
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16. 4. 2026
Rad-Schnellverbindung von Salzburg nach Freilassing!
Lokalaugenschein von Radlobby Salzburg mit Radl Initiative Freilassing. Ein in der Ära Preuner versenktes Premium-Projekt. Es gibt viel nachzuholen für die Rad Infrastruktur in Salzburg.
Dreißig RadlerInnen aus Salzburg und Freilassing nahmen heute an einem Lokalaugenschein der Radstrecke von Salzburg nach Freilassing von der S-Bahn-Station Mülln an der Salzach bis zum Bahnhof bzw. der Fußgängerzone in Freilassing teil.
Die Strecke bietet grundsätzlich die Möglichkeit einer Rad-Schnellverbindung. Bei vollem Ausbau entlang der S-Bahn und mit einer neuen Radbrücke entlang der bestehenden Eisenbahnbrücke über die Saalach wäre sie nur schnelle und gerade 5,7 Kilometer lang.
Das Potential einer solchen Rad-Schnellverbindung ist groß: 4.000 PendlerInnen zwischen Salzburg und Freilassing, der Einkaufs- und Ausflugsverkehr zum Europark und nach Freilassing, die AnwohnerInnen, die Anbindung von großen Betrieben, wie etwa der Fa. Kaindl, usw.
Technisch fertiges Projekt
Es gibt zur Radbrücke über die Saalach bereits ein technisch fertig ausgearbeitetes Interreg-Projekt aus dem Jahr 2021. Auch in der offiziellen „Radverkehrstategie 2025+“ aus dem Jahr 2017 (!) ist der „Premium Radweg Salzburg-Freilassing“ als eines von drei „Leitprojekten“ enthalten. In der Ära von Bürgermeister Harald Preuner wurde das bereits weit fortgeschrittene Projekt versenkt.
Den Teilnehmer:innen am Lokalaugenschein zeigte sich vor Ort der konkrete Verbesserungsbedarf. Der bestehende Radweg ist abschnittweise gefährlich, unübersichtlich, verwinkelt, mangelhaft gekennzeichnet und an der Saalach ist ein Umweg von über einem Kilometer nötig. Das ist immerhin eine Distanz für die viele Zeitgenossen schon ins Auto steigen.
Das versenkte Premium-Projekt einer Rad Schnellverbindung Salzburg-Freilassing ist eines von vielen notwendigen dringenden Nachhol-Erfordernissen aus den langen verlorenen Jahren autoorientierter, unambitionierter Verkehrspolitik. Konkret geht es in diesem Fall jetzt darum, dass das versenkte Projekt von den damaligen Trägern, Stadt und Land Salzburg, Landkreis Berchtesgadener Land und Stadt Freilassing wieder auf die Tagesordnung gesetzt wird.
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15. 4. 2026
Aufrufe zum Massenmord!
Entsetzen über Postings auf der Facebook Seite einer FPÖ-Politikerin.
Die FPÖ hat sich einen Bodensatz an radikalisierten AnhängerInnen ohne jeden Anstand, jedes Mitgefühl, jede Menschlichkeit und jede Vernunft geschaffen. In zahlreichen Posts auf der Facebook-Seite einer FPÖ-Politikerin riefen solche Typen zum Massenmord an MuslimInnen auf, die nur öffentlich ihr Fest des Fastenbrechens begingen. Es ging dabei nicht um politischen Islamismus oder Extremismus, es ging nur um Menschen, die gemeinsam auf der Wiener Donauinsel ein religiöses Fest feierten. Der von der FPÖ gezüchtete Mob reagierte auf das geworfene Hölzl der Politikerin trotzdem mit dem erwartbaren Hass. Sie fantasierten von "Bomben", "Granaten", "Genick-Schuss" oder "Napalm". Solchen Leuten ist alles zuzutrauen. Sage später einmal niemand, man habe das nicht wissen können...
https://www.sosmitmensch.at/mordaufrufe-auf-facebookseite-von-fpoe-politikerin-steger
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12. 4. 2026
Krieg: „Sozial“ ist nur der Ausstieg aus fossilen Energien.
Politiker, die immer noch glauben, fossile Energiekrisen ließen sich mit teurer Subventionierung der Ver(sch)wendung eben dieser fossilen Energien „sozial“ lösen, haben den Schuss nicht gehört.
Fossile Energiekrisen lassen sich mit der Subventionierung von Öl und Gas nicht mehr "sozial" lösen. Das sollte die endlich verstandene Lehre aus dem Irankrieg sein. Abhängigkeit von Diktatoren und langen, unsicheren Transportwegen ist teuer und wird immer teurer. „Sozial“ ist nicht die weitere Subventionierung und künstliche „Verbilligung“ der fossilen Energien. „Sozial“ ist nur mehr die Hilfe zum Ausstieg und die Förderung der tausendfach vorhandenen Engagements verantwortungsbewusster BürgerInnen.
Hunderttausende BürgerInnen haben in den letzten Jahren mit viel Engagement, Geld und Veränderungsbereitschaft Millionen Liter und Kubikmeter fossiler Energie eingespart. Ihnen gegenüber steht eine beharrende Mehrheit, die sich aus unterschiedlichen Beweggründen objektiv verantwortungslos gegenüber den Herausforderungen der Zeit verhält. Diese Beweggründe können Gleichgültigkeit, Uninformiertheit, Bösartigkeit, Egoismus, Faulheit, Verwöhntheit, Unbildung, rechte Ideologie, real schwierige Bedingungen oder andere Sorgen, darunter auch materielle, sein.
Die beharrende Mehrheit handelt objektiv verantwortungslos.
Es geht nicht um individuelle Vorwürfe. Objektiv aber trampelt diese beharrende Mehrheit brutal auf der engagierten Minderheit herum. Während die einen Flüge einsparen, regional oder Bio einkaufen, weniger Auto fahren, ein E-Auto gekauft haben, eine Solaranlage angeschafft haben, einer erneuerbaren Energiegemeinschaft beigetreten sind, Energie sparen, auf Öffis und Fahrrad umgestiegen sind und tausend Dinge mehr, haben die anderen nichts oder das Gegenteil getan. Sie verlangen aber ohne Rücksicht auf Verluste billige fossile Energie und setzen die Politik damit erfolgreich unter Druck.
Politik für billige fossile Energie wird dabei gerne sozial begründet. Wenn es um wirkliche soziale Probleme geht, muss und kann anders ausgeglichen werden. Aber es ist fatal, die Energieverschwendung von Mittel- und Oberschichten mit „sozialen“ Argumenten zu subventionieren. Die Mentalität „ich habe mir einen spritfressenden SUV gekauft und verlange nun von der Politik, dass sie mir dafür ewigen billigen Sprit garantiert“, darf nicht länger Maßstab sein.
Verantwortliche Menschen und ihr Engagement sind der Rohstoff positiver Veränderungen!
Freilich können wir über kurzfristige wirtschaftliche Probleme, Inflationsgefahr, bisherige Versäumnisse und „realistische“ Zeithorizonte der Veränderung – das heißt in der Realität immer nie - reden. Aber der wichtigste gesellschaftliche Rohstoff ist Engagement und Verantwortungsbewusstsein. Die sich objektiv verantwortungslos verhaltende Mehrheit bekommt immer das Verständnis und die Unterstützung der Politik. Auf den verantwortlich handelnden engagierten BürgerInnen wird dabei herumgetrampelt. Wenn fossile Energie zu Lasten von Zukunft, Klima, Umwelt und Budget künstlich billig gehalten wird, müssen sie sich als Deppen fühlen. Das behindert und bremst positive Veränderungen, denn letztlich kommt es bei allen Veränderungsprozessen immer auf Menschen an, diesfalls auf die vielen tausend engagierten BürgerInnen. Ohne die geht es nicht.
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7. 4. 2026
70 Jahre FPÖ und kein einziges Verdienst um Österreich.
Die FPÖ bekämpft systematisch alles Gute an Österreich und mobilisiert alles Schlechte in den ÖsterreicherInnen.
Wir tun es gerne und zu Recht. Wir kritisieren ÖVP und SPÖ. Ihre vorgestrige Parteibuchwirtschaft, die rot-schwarze Aufteilung der Republik, ihr desaströses Niveau in der politischen Debatte, ihre Unterstützung des rechten Boulevards, die jahrzehntelange Verdummung ihrer Anhängerschaft, die vielen versäumten ökologischen und sozialen Weichenstellungen, usw. Die Liste wäre noch lang. Aber SPÖ und ÖVP haben auch Verdienste um Österreich. Sie haben Verantwortung in schwierigen Zeiten übernommen und sind mit dem erfolgreichen Wiederaufbau des Landes verbunden.
Im Gegensatz dazu steht die FPÖ, die heute vor siebzig Jahren in Wien gegründet wurde. Diese Partei hat bestenfalls ein paar pragmatische kommunale und Landespolitiker vorzuweisen, die keinen Schaden angerichtet haben. Mehr nicht. Es gibt keine Verdienste der FPÖ um Österreich. Immer, wenn diese Leute an die Macht kamen, endete dies früher oder später im Desaster, bis hin zum Beinahe-Ruin eines ganzen Bundeslandes, wie es in Kärnten mit der Milliardenpleite der Hypo-Alpe-Adria Bank der Fall war.
Gegründet und getragen wurde die FPÖ vom so genannten „nationalen Lager“. Das ist eine österreichische Umschreibung für alte und neue Nazis, für unbelehrbare Antisemiten, für deutschnationale Burschenschafter mit ihren reaktionären Milieus. Später gesellten sich karrieristische Populisten dazu, die mit billigem Stimmenfang zu sozialem Aufstieg und an Futtertröge gelangten. Mit der Corona-Pandemie ergänzten Merkwürdens aller Art, Paranoiker, Querulanten und Verschwörungsideologen die giftige Mischung. Wie überall auf der Welt stehen hinter den rechten Schreihälsen Milliardäre mit ihren neoliberalen Ideologen und Medien.
Diese giftige Mischung hat schon viel Negatives in Österreich erreicht:
- Aus dem gesunden patriotischen Stolz der ÖsterreicherInnen über ihre Aufbauleistung, das funktionierende Staatswesen und Rechtssystem, die stabile Wirtschaft, die hohe soziale Sicherheit, die gute Gesundheitsversorgung, usw. wurde ein negatives, destruktives, ausgrenzendes, jammerndes, besserwisserisches, dummdreistes und verallgemeinerndes Schlechtmachen des gesamten Systems und seiner TrägerInnen. Die FPÖ denunziert systematisch alles Gute an Österreich und mobilisiert alles Schlechte in den ÖsterreicherInnen.
- Alle Unzulänglichkeiten des Systems – es gibt viele – werden auf eine völkische, hasserfüllte Schiene mit immer denselben „Schuldigen“ geschoben. Das erschwert jeden positiven und konstruktiven Reformdialog.
- Die dringend notwendigen Umsteuerungen von Wirtschaft, Konsum und Lebensgewohnheiten auf Nachhaltigkeit, Umwelt-, Ressourcen- und Klimaschonung werden aggressiv bekämpft. Die FPÖ will Österreichs Verkehrs- und Energiesystem in fossiler Abhängigkeit halten. Sie torpediert im Interesse der fossilen Konzerne und fossiler Großmächte wie Russland die Bemühungen um die Nutzung heimischer Energien wie Wind und Sonne. Umwelt und Klima sind ihr egal. Sie behindert damit auch die wirtschaftliche Zukunft des Landes.
- Die FPÖ ist von totalitärer und autoritärer Politik wie der von Putin, Trump oder Orban angetan. Mit Putins faschistoider Blut- und Boden Partei „Einiges Russland“ hat sie 2016 einen bislang unveröffentlichten „Freundschaftsvertrag“ geschlossen. Mit Donald Trumps Republikanern verbindet sie enge Beziehungen. Die FPÖ ist Teil einer rechten Internationale, deren Politik direkt gegen Österreich, österreichische Interessen und die österreichische Demokratie gerichtet ist.
- Das Gemeinschaftsgefühl und die Solidarität, ohne die keine Gesellschaft existieren kann, werden von der FPÖ ständig attackiert. Das betrifft nicht nur die Ausgrenzung von hier lebenden und arbeitenden Menschen mit Migrationshintergrund, sondern etwa auch unsere noch gut funktionierenden Solidarsysteme. Die FPÖ und das von ihr gefütterte Milieu haben es auch geschafft, dass im Falle einer neuerlichen gefährlichen Pandemie, die gesellschaftliche Solidarität und damit auch die Bereitschaft allenfalls gebotene Einschränkungen mitzutragen, von rund einem Drittel der Bevölkerung aggressiv abgelehnt werden würde.
- Die FPÖ will den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der gemeinsam den österreichischen Hörerinnen und Seherinnen gehört und der auf den nationalen und internationalen Medienmärkten – noch? - nicht gehandelt werden kann, schwächen. Die Milliardärsmedien und internationalen Medienkonzerne warten schon auf Beute und noch mehr Einfluss.
- Die FPÖ und ihr Milieu pumpen täglich Gift in die Herzen und Hirne der ÖsterreicherInnen. Weite Teile der Bevölkerung sind mittlerweile ohne menschliche Empfindungen, wenn es nur gegen die Standard-Feindbilder der FPÖ geht. Es ist grauenhaft zu lesen, wie hasserfüllt, mitleidlos und zynisch hunderte und tausende ÖsterreicherInnen heute etwa Nachrichten über das Ertrinken von Menschen im Mittelmeer schamlos öffentlich kommentieren. Die FPÖ ist mitverantwortlich dafür, dass sich dieser Bodensatz unmenschlichen Hasses in Österreich entwickelt hat.
Von diesen Leuten wird auch in den nächsten 70 Jahren nichts nachhaltig Gutes für Land und Leute kommen.
Weite Teile der Bevölkerung sind mittlerweile ohne menschliche Empfindungen, wenn es nur gegen die Standard-Feindbilder der FPÖ geht. Sie freuen sich etwa, wenn Menschen im Mittelmeer ertrinken.
2. April 2026
Das systematisch klein geredete Potential der Erneuerbaren.
Je notwendiger sie werden, desto intensiver wird die Propaganda dagegen.
Am letzten Sonntag haben wieder einer von Putins „Patrioten“ und ein „Experte“ des Wirtschaftsforschungsinstitutes (WIFO) in der ORF-Sendung "Zur Sache" die erneuerbaren Energien schlecht und klein geredet. Heute bringt ein geradezu schwachsinniger Leserbrief in den Salzburger Nachrichten die Propaganda gegen Strom aus Sonne und Wind wieder einmal auf den falschen Punkt.Die Dauerpropaganda wirkt.
94,63 Prozent
Also in diesem März haben wir, während unsere Flüsse Rinnsale sind, die Flusskraftwerke entsprechend wenig liefern und Strom teuer importiert werden muss, mit einer kleinen PV-Anlage auf einem gar nicht optimal ausgerichtetem Dach 94,63 Prozent unserer Eigenbedarfs an Strom gedeckt und zusätzlich Strom ins Netz eingespeist. So viel zu den Fakten und zum Potential des Sonnenstroms.
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1. 4. 2026
Der Sozialtarif bei Strom, ein guter Ansatz!
Treffsichere Hilfe für die, die sie brauchen. Keine allgemeine Subventionierung der Verschwendung.
Seit heute gilt der Strom-Sozialtarif. Menschen, die wegen ihres geringen Einkommens vom ORF-Beitrag befreit sind, zahlen für die ersten 2.900 kWh Strom pro Jahr nur 6 Cent pro kWh. Steuern und Netzentgelte kommen dazu.
Begünstigte sind rund 290.000 Haushalte mit rund 600.000 BewohnerInnen. Diese Regelung ist damit sozial treffsicher und keine allgemeine Subventionierung des Stromverbrauchs.
Bisher und ansonsten werden die einkommensschwachen Menschen immer nur vorgeschickt, um billige Energie für den Verbrauch, - respektive die Verschwendung -, der Mittel- und Oberschichten zu argumentieren. Mit dem Strom-Sozialtarif ist das nicht der Fall. Dieser Ansatz wäre ausbaufähig und beispielhaft. Die Bundesregierung verdient damit ein Lob.
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31. 3. 2026
Bio-Landbau ist Unabhängigkeit!
Kunstdünger wird energieintensiv in den Golfstaaten produziert und muss durch die Straße von Hormus.
Rund ein Drittel der weltweit „benötigten“ Düngemittel muss durch die Straße von Hormus. Die Erzeugung von Kunstdünger ist extrem energieintensiv, benötigt Erdgas und findet daher massenhaft in Golfstaaten wie Qatar, Saudi‑Arabien, den Vereinten Arabischen Emiraten und dem Iran statt.
Die industrielle Landwirtschaft, in die die Bauern weltweit gelockt oder gezwungen wurden, benötigt die künstlichen Stickstoff- und Harnstoffdünger. Andernfalls sinken bei den ausgelaugten und zerstörten Böden sofort die Erträge. Beim derzeitigen Zustand und der Abhängigkeit der globalen Landwirtschaft vom energieintensiven Kunstdünger, werden bei einer fortgesetzten Sperre der Straße von Hormus eine weltweite Nahrungsmittelknappheit, Verteuerung und Hunger erwartet.
Der biologische Landbau verfolgt einen ganz anderen Ansatz. Biobauern sorgen mit einer systematischen Verbesserung des Bodenaufbaus, des Bodenlebens und der Humusbildung für nachhaltig fruchtbare Böden. Biobauern sind nicht auf Lieferungen durch die Straße von Hormus angewiesen. Sie sorgen nicht nur für ein riesiges Plus bei der Lebensmittelqualität, sondern auch für die Sicherheit und Unabhängigkeit der Lebensmittelversorgung.
Ein Irrweg
Die industrielle globale Landwirtschaft ist ein Irrweg. Kurzfristig steigende Erträge werden mit der Zerstörung der Böden, Nahrungsmittel-Verschwendung, gesundheitlichen Risiken, einem enormen Energieaufwand und der Abhängigkeiten von Bauern und Staaten von Agrarkonzernen, unsicheren Transportwegen und fossilen Energien erkauft. Der einzige Ausweg ist der Umstieg auf eine flächendeckende biologische Landwirtschaft. Daran ist jede Agrarpolitik zu messen.
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30. 3. 2026
Gefangene im fossilen Denken.
Es bleibt nur abwählen!
Immer, wenn die fossilen Abhängigkeiten schmerzhaft sichtbar werden, wollen uns die fossile Welt und ihre PolitikerInnen Rezepte einreden, die eben diese Abhängigkeiten nicht endlich verkleinern, sondern immer weiter vergrößern. Diese Leute, die nach dem "Verbrenner" schreien, neue Gaskraftwerke bauen wollen, Windenerergie verhindern, Photovoltaik schlechtreden, Förderungen für die Umstellung auf erneuerbare Energien kürzen, Spritverbrauch zu Lasten des Budgets subventionieren wollen, etc. können wir nur noch abwählen.
Wer nicht hoffnungslos im fossilen Denken gefangen ist, weiß, wir müssen raus aus der fossilen Verschwendungswirtschaft, raus aus Öl und Gas, und hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft mit erneuerbaren heimischen Energien.
Auch das ist nicht einfach und kostet etwas. Aber es hat Zukunft.
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28. 3. 26
Regieren „mäßigt“ nicht!
Österreich liefert ein aktuelles Beispiel. Die extrem rechte FPÖ wurde und wird mit zahlreichen Regierungsbeteiligungen immer radikaler.
Zuletzt hat der Ex-Grüne Bürgermeister von Tübingen, Boris Palmer, in einer ZDF-Talksendung die alte Hoffnung wieder artikuliert. Regierungsbeteiligungen könnten die deutsche extrem rechte AfD vielleicht "mäßigen" und „demokratisieren“. Als Beispiel für eine solche erfolgreiche „Demokratisierung“ nannte er die Grünen. „Da waren auch Steinewerfer dabei.“ Mag sein.
In Deutschland gibt es historisch das Gegenbeispiel. Die Nationalsozialisten wurden durch den Parlamentarismus und die Regierungsübernahem nicht „demokratischer“ oder "gemäßigter". Diese Hoffnung gab es damals auch. Sie entfesselten im Gegenteil den bisher größten Zivilisationsbruch der Geschichte.
Ein aktuelles Gegenbeispiel liefert Österreich. Die FPÖ war bisher in fünf Bundesregierungen und ist derzeit in fünf Landesregierungen vertreten. Jahrelang war sie aufgrund der in Österreich lange und bis heute verbreiteten Konzentrationsregierungen ab einer gewissen Stärke quasi automatisch in vielen Landes- und Stadtregierungen vertreten.
Trotzdem ist die FPÖ über die Jahre immer radikaler und rechtsextremer geworden. Heute bekennt sie sich offen zu antidemokratischen, autoritären Vorbildern wie Orban, Putin oder Trump. Sie verbreitet offen einen völkisch motivierten Fremdenhass. Sie betätigt sich offen und radikal als Handlangerin der internationalen fossilen Konzerne. Sie propagiert die Zerschlagung der öffentlich-rechtlichen Medien zu Gunsten der Milliardärsmedien und der internationalen Medienkonzerne. Sie denunziert unabhängige zivilgesellschaftliche Organisationen und will deren Finanzierungen kappen. Kurzum, sie strebt mit zunehmender Radikalität ein anderes, finsteres, autoritäres Österreich an.
Die Hoffnung auf den Durchbruch radikalisiert
Und noch etwas spricht gegen die Hoffnung von der „Demokratisierung“ durch Regierungsbeteiligung. In einem stabilen demokratischen Umfeld wäre sie berechtigter und denkbarer. Das haben wir heute aber nicht. Die Demokratie ist weltweit auf dem Rückzug. Heute wittern die extrem rechten autoritären Parteien, unterstützt von Trump, Putin & Co., einem internationalen milliardenschweren Netzwerk, reaktionären Milliardärs-Medien in Europa und aller Welt Morgenluft. Sie hoffen auf ihren Durchbruch. Diese Erwartung „mäßigt“ nicht, sondern radikalisiert.
Es geht um viel. Demokratisches Engagement ist notwendiger denn je!
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26. 3. 2026
Sinnerfassendes Lesen in der Falter Leserbrief-Redaktion?
Was heißt „bitte ungekürzt oder gar nicht veröffentlichen“?
Hat die Falter Leserbriefredaktion Probleme mit dem sinnerfassenden Lesen? Gibt es bei dem Satz „bitte ungekürzt oder gar nicht veröffentlichen“ irgendwelche Unklarheiten? Oder sagt man sich im Falter, a bissl redigieren geht immer? Nein, geht nicht!
Die einleitende Frage meines gekürzt abgedruckten Leserbriefs im Falter 13/26 „Gilt im Falter eine Auflistung unzutreffender Klischees als originelle Schreibe?“ mögen Sie als ein bisschen polemisch empfinden. Ich empfinde sie angesichts der tatsächlichen Auflistung unzutreffender Klischees in der „Urbanismuskolumne“ 10/26 als berechtigt. Deshalb stand diese Frage auch dort. Sie haben sie entfernt.
In meinem Satz von den „schädlichen Klischees über das Radfahren im Winter und RadfahrerInnen im Allgemeinen“, die im Falter aufgewärmt werden, haben Sie die „RadfahrerInnen im Allgemeinen“ herausgenommen. Hier handelt es sich nicht um ein paar Worte, sondern um verloren gehenden Sinn. Die „Bobo-Familien mit Lastenrädern“, die „Opis mit Holzkörberl am Lenker“, die „Studentinnen mit klapprigen Gurken“ etc. beziehen sich eben nicht auf das Radfahren im Winter, sondern auf RadfahrerInnen im Allgemeinen. Ich empfinde Ihr Herumdoktern an meinem Leserbrief als unstatthaften Übergriff.
Dr. Heinrich Breidenbach
5026 Salzburg
P. S.: Bitte ungekürzt oder gar nicht veröffentlichen.
11. 3. 2026
„Harte Macker“ und „Opis mit Holzkörberl“?
Aufgewärmte schädliche Klischees über Radfahren im Winter und RadfahrerInnen im allgemeinen. Ein Leserbrief zur „Urbanismus-Kolumne“ im Falter 10/26.
Gilt im Falter eine Auflistung unzutreffender Klischees als originelle „Schreibe“? Laut „Urbanismus-Kolumne“ im Falter 10/26 „strampeln“ als Radfahrer im Winter „nur die harten Macker in teurer Funktionsunterwäsche, denen Minusgrade nichts anhaben können“. Im Frühling hingegen kommen dann „die Bobo-Familien mit Lastenrädern, Studentinnen mit klapprigen Gurken und Opis mit Holzkörberl am Lenker aus dem Winterschlaf zurück.“
Als Radfahrer und „Opi“ der seit Jahrzehnten zu allen Jahreszeiten rund 90 Prozent seiner städtischen Wege mit dem Rad zurücklegt, kann man sich da nur wundern und ärgern. „Funktionsunterwäsche“ verwende ich gelegentlich bei Skitouren, als Radfahrer noch kein einziges Mal. Ein „harter Macker“ will ich schon gar nicht sein. Einen „Opi mit Holzkörberl am Lenker“ mag es vielleicht irgendwo geben, gesehen habe ich noch nie einen, zahlreiche allerdings – auch im Winter - mit Radrucksäcken oder Satteltaschen. Die „Bobo-Familien mit Lastenrädern“ müssen, wenn es um Klischees geht, natürlich dringend dabei sein. Ich aber sehe auch im Winter flotte, berufstätige Eltern mit ihren Kindern per Lastenrad in die Krabbelgruppen und Kindergärten fegen.
Alle, denen der notwendige weitere Ausbau der Radverkehrs ein Anliegen ist, die sich dafür engagieren, arbeiten daran, die schädlichen Klischees über das Radfahren im Winter und RadfahrerInnen im allgemeinen zu korrigieren. Im Falter werden sie aufgewärmt.
Dr. Heinrich Breidenbach
5026 Salzburg
P.S.: Bitte ungekürzt oder gar nicht veröffentlichen.
Radfahrender "Opi" im Winter, ohne "Funktionsunterwäsche" und ohne "Holzkörberl am Lenker" ...
Verkürzter Leserbrief im "Falter", Nr. 13/26.
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25. 3. 2026
Der Osterflug…???
Wenn schon, dann echt kompensieren!
Wenn man sich dieser Tage im Freundes- und Bekanntenkreis so umhört, setzt mit Beginn der Osterferien wieder eine große Flugwelle aus dem angeblich so krisengeschüttelten Österreich mit seinem drohenden Energienotstand, den „unbezahlbaren“ Spritpreisen und seiner verarmten Mittelschicht ein. Es wird fest in alle Richtungen für ein paar Tage abgehoben. New York, Mallorca, Kanarische Inseln, usw.
Es ist ja jedem einzelnen zu gönnen. Gesamthaft sind die fossilen Gewohnheiten trotzdem eine Katastrophe. An die Möglichkeit eines freiwilligen echten Klimaausgleichs sei daher bei dieser Gelegenheit wieder einmal erinnert. Die seriös und mit langer Erfahrung arbeitende Organisation „atmosfair“ (Link in den Kommentaren) bietet die Möglichkeit dazu.
atmosfair berechnet online die Kohlendioxid-Emissionen Ihres Flugs pro Person und bietet eine entsprechende Kompensations-Zahlung an. Diese entspricht der Summe, die notwendig ist, um andernorts genau diese Menge CO2 einzusparen. Die Liste der damit finanzierten Projekte ist großartig. Da gibt es etwa energieeffiziente Öfen zum Kochen für Nigeria, Ruanda, Lesotho und Indien, oder Solarenergie-Projekt in Madagaskar, Togo, Tansania, Kenia, Mali oder Burkina-Faso. Es gibt eine solarbetriebene Wasserentsalzungsanlage in Kenia und elektrischen öffentlichen Nahverkehr in Uganda. Es werden Kleinbiogasanlagen in Nepal finanziert oder die Stromerzeugung aus Ernteresten in Indien. Und vieles andere mehr.
Einfach informieren und tun!
Nur ein Beispiel. Der Hin- und Rückflug von Salzburg nach Teneriffa macht fast schon das gesamte klimaverträgliche Jahresbudget eines Menschen aus. Wenn das alle machen...???
23. 3. 2026
Wer...
- unsere Umwelt und das Klima nicht schützen will,
- wieder eine von Russland abhängige fossile Energieversorgung propagiert,
- gegen die Nutzung heimischer Energien wie Wind und Sonne kämpft,
- Trump und Putin zum Vorbild hat,
- unseren Sozialstaat ständig schlecht redet,
- unseren öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Dienst privater, internationaler Medienkonzerne demolieren will,
- die Menschen mit perspektivlosen Aufregungen, völkischem Hass, und Fake-News füttert ...
... ist kein „Patriot“, sondern ein Demagoge, der es mit Land und Leuten nicht gut meint.
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21. 3. 2026
Von Damaskus auf die Rudolfshütte.
Ohne "die Ausländer“ würde es knapp und karg in den Bergen.
Über das „Berghotel Rudolfshütte“ im Salzburger Pinzgau und die dortigen Erweiterungspläne kann man sehr unterschiedlicher Meinung sein. Aber das Hotel ist gut geführt, das Skigebiet viel besser als sein Ruf und als alpiner Stützpunkt ist diese Hütte auf 2.315 Metern Seehöhe inmitten der Hohen Tauern perfekt.
Diese Woche war ich nach langer Zeit wieder einmal für drei Tage und wunderbare Skitouren droben. Bekanntlich nutzt der Eigentümer der Rudolfshütte seine Hotels in Kroatien, um im Winter kroatische MitarbeiterInnen in Salzburg einzusetzen. Also dachte ich bei einem freundlichen Kellner, bei ihm verhält sich das auch so. Aber Überraschung. „Nein, ich komme aus Syrien, aus Damaskus“. Mit der großen Flucht vor dem Bürgerkrieg war er 2015 nach Österreich gekommen. Mittlerweile ist der Mann stolz darauf, „schon Österreicher zu sein“ und sich hier „ein Leben aufgebaut zu haben“. Was soll man sagen? Schön, dass er hier ist! Schande über alle Hetzer!
Anfang März auf dem netten Madlener Haus auf 1.986 Metern im Silvretta Gebiet durfte ich tüchtige MitarbeiterInnen aus Nepal kennenlernen, die den Betrieb dort am Laufen halten. Es ist keine Frage. Ohne „die Ausländer“ würde es nicht nur allerorten im Tal, sondern auch in den Bergen knapp und karg werden. Es wäre ein Desaster für den Tourismus und die typisch österreichische Lebensqualität.
Erfolgreiche widerwärtige Stimmungsmache
Wenn man sieht, wie diese Leute arbeiten, wenn man vor Ort erlebt, wie wenig Probleme es dabei gibt, und wenn die Wirtsleute versichern, wie froh sie um diese MitarbeiterInnen sind, wird einem schon schmerzlich die Widerwärtigkeit bewusst, wie mit einer giftigen einseitigen Stimmungsmache auf Kosten hunderttausender fleißig arbeitender Menschen erfolgreich bei Wahlen Stimmen eingesammelt werden. Es ist dies ein Jammer und löst gar nichts.
P.S.: Das rechte, völkisch und rassistisch motivierte Gift in der „Ausländerfrage“ trifft leider seit Beginn der einschlägigen politischen Auseinandersetzung auch auf demokratische Unzulänglichkeiten und falsche liberale Reflexe. Wenn man etwa unlängst im Falter einen gut recherchierten Bericht (*) über rund tausend TeilnehmerInnen an einer Trauerfeier in Wien für den getöteten iranischen religiösen Führer Ali Chamenei liest, fragt man sich schon, warum Leute, die um einen islamistischer Schlächter, Tyrannen und Fanatiker weinen, ausgerechnet in Österreich leben wollen? Und – ja, natürlich auch! – warum ausländische Prediger, die dieses Gift unter den Muslimen in Österreich verbreiten, nicht sofort abgeschoben werden?
(*): Falter, Nr. 11/26, „Die Mullahs von Floridsdorf“.
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17. 3. 2026
Faustrecht!
Ein kleines Land wird vor aller Augen einfach erwürgt. Die Trump-Administration verhindert mit Gewalt und Erpressung die Lieferung notwendiger Güter. Die Menschen leiden. Es kommt zu Zusammenbrüchen des Stromnetzes. In den Kühlschränken verfaulen Lebensmittel. So geht das Recht des Stärkeren? Allein die Sprache derer sich Trump dabei bedient, zeigt, wie gefährlich krank der Mann ist. „Ich kann alles damit machen, was ich will“, tönt er mit primitivem Stolz und unbewältigter Macht. Der unsympathische dicke Bub in der Sandkiste ist nie erwachsen, aber US-Präsident geworden.
P. S.: Und in Österreich bitte immer daran denken. Die Trumps dieser Welt sind die Vorbilder der FPÖ.
Foto unten. ORF-Online,17. 3. 2026
Krude Atompläne und verzerrtes „Dunkelflaute“-Gejammere…
Es gibt keinen sachlichen Grund, das Potential der Photovoltaik kleinzureden.
In der vergangenen Woche schockierte nicht nur EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit ihrer kruden Idee von einer angeblich notwendigen Renaissance der Atomkraft. Hierzulande wurde passend dazu wieder einmal medial großflächig das bekannte Gejammere der Energieversorger über die „Winter“- oder „Dunkelflaute“ bei den erneuerbaren Energien ausgerollt. Dazu genügte eine Mitteilung der „Austrian Power Grid“ (APG), einer Tochter der Verbundgesellschaft.
Ja eh, im Winter sind die Tage kürzer. Es gibt Nebel und Schnee. In diesem Winter ganz besonders. Strom muss teuer importiert werden. Das wissen wir. Der Beitrag, der in diesem Zusammenhang immer klein geredeten Photovoltaik ist trotzdem groß und könnte durch mehr und senkrecht montierte Anlagen noch viel größer sein. Ein Blick auf die Dachlandschaften, Balkone, Fassaden, versiegelten Flächen, etc. zeigt das noch vorhandene riesige Potential.
Hier noch einmal am eigenen Beispiel nur die Eigenversorgung – ohne Stromlieferungen ans Netz - einer kleinen und gar nicht ideal ausgerichteten zehn KW-Peak Anlage mit zehn KW-Speicher im laufenden Winterhalbjahr:
Oktober 25: 78,81 Prozent.
November 25: 66,82 Prozent.
Dezember 25: 27,75 Prozent.
Jänner 26: 25,67 Prozent.
Februar 26: 57,70 Prozent.
März 26 (bislang): 94,23 Prozent
Es gibt also überhaupt keinen Grund, das Potential der Photovoltaik für die Energiewende kleinzureden. Es ist in Wahrheit unerschöpflich. Wir brauchen nur mehr davon.
P.S.: 44 Jahre! Das Mitleid mit den Energieversorgern, den Netzbetreibern und der Energiepolitik, dass sie jetzt die Netze und Speicher so furchtbar aufwendig an die erneuerbaren Energien anpassen müssen, hält sich in Grenzen. Ja, es sind Anstrengungen nötig. Aber seit im Jahr 1982 erstmals in Europa in der Schweiz Sonnenstrom ins öffentliche Netz eingespeist wurde, sind nunmehr 44 Jahre (!!) vergangen. Zeit zur Anpassung und Umstellung wäre also gewesen, hätte man nicht Milliarde um Milliarde in die fossile, zentrale und atomare Vergangenheit investiert.
Eine halbe Wahrheit, werte Standard-Redakteure, ist schlimmer als eine ganze Lüge.
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10. 3. 2026
Ich sag Euch, wer die InflationsbekämpferInnen sind.
Die Regierung agiert wie eine Feuerwehr, die gefährliche Brandherde immer weiter glosen lässt.
Die Bundesregierung übt sich nach dem Teuerungsschub bei Erdöl und Erdgas im Gefolge des Iran-Kriegs in Feuerwehrmaßnahmen zur „Inflationsbekämpfung“. Bundeskanzler Stocker will den Öl- und Gasverbrauch über Steuersenkungen, also zu Lasten des Budgets subventionieren. Vizekanzler Andreas Babler möchte die Teuerung über Vorgaben für die Erdölkonzerne reduzieren. Babler hat dabei sicher mehr Recht. Letztlich aber ist auch das kein Ausweg. Wenn die Entlastungen wirklich spürbar werden, dann werden die Konzerne mit Verknappung reagieren. Diese Waffe kann ihnen niemand nehmen.
Ich sag Euch, wer wirkliche Kämpfer für Krisensicherheit und gegen die Inflation sind.
- Alle, die im Alltag Energie einsparen, und sei es auch nur wenig.
- Alle, die ihr Auto stehen lassen und auf das Fahrrad oder Öffis umsteigen.
- Alle, die ihre Öl- oder Gasheizung hinausgeschmissen haben und auf Wärmepumpen, Pellets, Fernwärme, etc. umgestiegen sind.
- Alle, die bei einer erneuerbaren Energiegemeinschaft dabei sind.
- Alle, die weniger oder gar nicht fliegen.
- Alle, die langlebige Produkte kaufen.
- Alle, die immer öfter etwas reparieren lassen.
- Alle, die Bio-Lebensmittel kaufen oder produzieren.
- Alle, die weniger Fleisch essen.
- Alle, die eine Photovoltaik-Anlage gebaut haben, oder sich an einer beteiligt haben.
- Alle, die ihr Wasser von der Sonne erwärmen lassen.
- Alle, die sich für Windenergie engagieren.
- Alle, die Biogas produzieren und/oder verwenden.
- Alle, die an Energie-Speichern arbeiten und forschen.
- … und alle PolitikerInnen, Wohnbaugesellschaften, Unternehmen, etc. die diesen längst überfälligen Umstieg fördern.
Eine Regierung aber, die in ihrem Programm in allen diesen Punkten windelweich, rückschrittlich und unentschlossen ist, ja sogar neue Autobahnen bauen will, agiert wie eine Feuerwehr, die gefährliche Brandherde immer weiter glosen lässt. Ist das so schwer zu begreifen? Bekommt man das nicht in die Köpfe der WählerInnen?
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9. 3. 2026
Baden-Württemberg. Der Iran-Krieg als unterschlagener Wahlfaktor.
In Verbindung mit der katastrophalen Energiepolitik von CDU/CSU in Berlin.
Der öffentliche Fokus des gestrigen grünen Wahlerfolges in Baden-Württemberg auf deren Spitzenkandidaten Cem Özdemir wird von den Umfragen über die Wahlmotive klar gestützt. Rund fünfzig Prozent der grünen WählerInnen nennen die Person Özdemir als entscheidendes Wahlmotiv. Da ist also sicher einiges dran. Ein Faktor aber für den Stimmungsumschwung (Aufholjagd) in den letzten Tagen vor der Wahl wird bislang vollständig unterschlagen und auch nicht abgefragt. Nämlich der Iran-Krieg, verbunden mit der vollkommen jenseitigen, gestrigen Energiepolitik der CDU und mit ihr der Koalition in Berlin. Der Schlachtruf, etwa des Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Jens Spahn, der „Heizungskeller ist wieder Privatsache“ ist so blöd und zukunftsvergessen, dass er schmerzt. Natürlich ist es keine Privatsache, womit in Deutschland geheizt wird.
Ein paar entscheidende Prozent der WählerInnen hat wohl gedämmert es, dass eine gestrige Politik der fortgesetzten Abhängigkeit von fossilen Energien ein permanentes persönliches und wirtschaftliches Risiko darstellt, ebenso, dass die so gehässig denunzierte grüne Energiepolitik von Robert Harbeck in der abgewählten "Ampel-Koalition" trotz aller Hetze von Bild & Co. einfach richtig und notwendig war.
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8. 3. 2026
SchweizerInnen lehnen eine Aushungerung der öffentlich-rechtlichen SRG ab!
Deutliches Abstimmungsergebnis.
Die Schweizer StimmbürgerInnen haben heute in einer Abstimmung die so genannte „Halbierungsinitiative“ mit einer Mehrheit von über 60 Prozent deutlich abgelehnt. Rechte Parteien und Initiativen wollten damit der öffentlich-rechtlichen „SRG“ (Schweizerische Radio und Fernsehgesellschaft) die Finanzierungsbasis entziehen.
Rechte und rechtsextreme Parteien – die FPÖ in Österreich – versuchen weltweit, die politische Berichterstattung und Meinungsbildung allein dem privaten Medienkapital, Medienkonzernen und reaktionären Milliardären zuzuschanzen. Die nicht am Markt verkaufbaren und den Hörerinnen und Seherinnen gehörenden öffentlich-rechtlichen Medien sind dabei das größte Hindernis und ihnen ein Dorn im Auge. Gegen sie wird daher einseitig und bösartig gehetzt. Sie werden weit unter ihrem Wert denunziert.
In verrückten Zeiten wie diesen ist das heutige Stimmverhalten der Schweizerinnen und Schweizer ein sehr positives Signal.
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7. 3. 25
„Bablertag: Axthiebe hallen durch den Pressewald“
Einmal mehr eine Empfehlung.
Armin Thurnhers heutige „Seuchenkolumne“ über die Kronen-Zeitung und deren erbitterten Versuch, auf die Wahl des Vorsitzenden der SPÖ Einfluss zu nehmen. Aber so schön, wie zu Werner Faymanns Zeiten ist es nicht mehr. Der Einfluss der Krone geht den Bach hinunter.
Den Bach hinunter. Hier im Jambach in Galtür.
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6. 3. 2026
Iran Krieg. Wann endlich Ausstieg aus Öl und Gas?
Parteien, die diese Verantwortung leugnen, sind nicht mehr wählbar!
Die Umweltbewegung hatte immer Recht. Die Energie- und Verkehrswende ist nicht nur aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes notwendig. Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist auch ein Unabhängigkeits-, Sicherheits- und Friedensprojekt. Für Wind und Sonne müssen keine Kriege geführt werden. Wind und Sonne müssen auch nicht durch die Straße von Hormus. Sie gehören keinen Diktatoren, psychopathischen Präsidenten und sonstigen Wahnsinnigen in aller Welt.
Die fossile Lobby baut auf ihre Macht, ihr Geld und die von ihr geprägten Gewohnheiten und Abhängigkeiten von Milliarden Menschen. Aber jede Vernunft und jede Verantwortung weisen in die andere Richtung. Endlich effizient mit Energie umgehen und auf erneuerbare Energien umsteigen! Daran ist jede Politik zu messen. Was braucht es nach dem Krieg gegen den Iran eigentlich noch?
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5. 3. 2026
So ein schönes Land!
Wunderbare sonnige glitzernde Bergwelt. Ein paar Tage Skitouren mit dem Alpenverein Salzburg im Silvretta Gebiet. Stützpunkt im sehr netten Madlener-Haus auf der Bielerhöhe.
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1. 3. 2026
Das mies gemachte, riesige Potential des Sonnenstroms!
Auch im Winter! Am eigenen Beispiel. 25 Prozent des Verbrauchs im Januar, 57 Prozent im Februar.
Österreich muss im Winter, wenn unsere Flusskraftwerke wenig Strom produzieren, teuren Strom aus dem Ausland importieren. Im günstigsten Fall ist das Windstrom, meistens aber fossiler und Atomstrom. Das ist eine sehr teure, abhängige, umwelt- und klimafeindliche Situation.
Heimischer Sonnenstrom wird für die Wintermonate gerne klein geredet und mies gemacht. Dieser sei – wissen die fossilen Neumalklugen – während der "Dunkelflaute" vernachlässigbar. Ja eh, im Winter ist die Stromausbeute aus Photovoltaik geringer als im Sommer. Geschenkt! Aber was heißt eigentlich „gering“? Sind ein Viertel des Strombedarfs von Haushalten „vernachlässigbar“, oder sogar mehr als die Hälfte? Oder ist das ein enormes Potential mit Zukunft, das nur denunziert und kleingeredet wird?
Ein Beispiel aus eigener Praxis. Unser Dach ist mit seiner Südost- und Nordwest-Ausrichtung für Photovoltaik nicht optimal geeignet. Es gibt viel bessere Standorte. Zudem waren heuer die Wintermonate Jänner und Februar großteils grau, nebelig, regnerisch und mit Schnee auf den Dächern. Trotzdem lieferte unsere kleine Photovoltaik-Anlage (zehn KW-Peak) verbunden mit einem zehn KW-Speicher im Jänner dieses Jahres 25 Prozent unseres Stromverbrauchs und im Februar 57 Prozent. Ein paar KW gingen noch ins Netz. Das ist unter den genannten schlechten Bedingungen sehr viel und zeigt das riesige Potential der verbrauchernahen Photovoltaik-Anlagen auf Dächern von Wohnhäusern, oder von gewerblichen, landwirtschaftlichen und Industriebauten. Mit einem Blick auf die Dachlandschaften in unseren Orten und Städten kann jede/r sehen, wieviel Potential wir dort oben immer noch ungenutzt liegen lassen.
Noch viel mehr möglich!
Senkrecht montierte Paneele an Balkonen, Wänden, als Zäune, etc. haben im Sommer keinen optimalen Sonnen-Einfallswinkel, im Winter dagegen produzieren sie relativ (!) mehr Strom. Zudem sind senkrechte Paneele immer schneefrei. Mit ihnen ließe sich die Produktion von Sonnenstrom im Winter noch einmal stark steigern. Wir etwa könnten bei unserem Haus mit zusätzlichen senkrechten Paneelen an den Balkonen eine fast vollständige Eigenversorgung erreichen. Aber jetzt kommt das jahrelange Versagen von Politik und Energieversorgern ins Spiel. Im Sommer fehlen für die dann temporär erzeugten großen Strommengen die Netze und Speicher. Das Gejammere darob ist groß. Der Ausbau wird gebremst. Die Einspeisevergütungen sind lächerlich. Dabei ist seit Jahrzehnten klar, dass eine umweltfreundliche Energiewende mit Sonne und Wind die entsprechenden Netze und Speicher braucht. Das sind Speicher in den Haushalten, in den Autos, große Batterie-Parks, Pumpkraftwerke, Speicherteiche, Speicherseen, Wasserstoff und was Technik und Forschung sonst noch alles hergeben. Das wurde sträflich verabsäumt, weil Politik und E-Wirtschaft in Wahrheit nie an eine Energiewende mit Strom aus Sonne und Wind geglaubt haben, sondern nur ein paar Solardächer als Behübschung und Alibi-Umweltschutz gebraucht haben. Die Entwicklung ist ihnen dann davongelaufen. Jetzt muss bei den Netzen und Speichern endlich zügig nachgerüstet werden. Dann können die unerschöpflichen, umwelt- und klimafreundlichen Energiequellen endlich voll genutzt werden.
Februar 2026. 57 Prozent des Stromverbrauchs selbst produziert und selbst genutzt. Mit einem nicht optimal ausgerichteten Dach in einem trüben Wintermonat.
27. 2. 26
Ordnende „Ausländer“-Politik ohne rassistischen Hass.
Geht das in Österreich?
Ist es in Österreich politikfähig, Maßnahmen gegen den politischen Islam zu setzen, aber, - nur als ein kleines Beispiel -, ebenso vehement gegen die Anpöbelung von einfachen, religiösen Frauen mit Kopftuch vorzugehen? Ist es mehrheitsfähig, gegen die extreme Ausbeutung und Benachteiligung von migrantischen Familien am Wohnungs- und Arbeitsmarkt vorzugehen? Ist eine ernsthafte, vernünftige Debatte darüber, welche Integrationsbereitschaft eine Gesellschaft von Zuwanderern erwarten darf, in Österreich möglich? Sind Bestrebungen, die Abschiebung von schwer kriminell gewordenen Asylsuchenden zu ermöglichen, tatsächlich menschenrechtswidrig?
Die Debatte um „Ausländer“ und „Asylsuchende“ ist vergiftet. Rechtsparteien, wie die FPÖ, schüren erfolgreich völkischen, destruktiven Hass. Sie wollen keine Probleme lösen, sondern mit den vorhandenen Problemen Stimmen fangen. Sie leugnen, die großen Erfolge Österreichs als Zuwandererland, sie vernebeln ideologisch den Blick auf Arbeitsmarkt und Wirtschaft, wo ohne die tüchtigen und fleißigen ZuwanderInnen schon lange nichts mehr geht. Konservative Parteien wie die ÖVP, glauben, sich plakativ an den rechten Populismus anhängen zu müssen. Und die Sozialdemokraten oszillierten in dieser Frage bisher ohne klares Profil zwischen Anbiederung an den rechten Boulevard und mäßigender Politik in der Praxis.
"Ordnen statt Spalten" ?!
SP-Vorsitzende Andreas Babler hat nun einen anderen Akzent gesetzt. Er will das Thema der FPÖ entreißen und in die Offensive gehen. „Ordnen statt Spalten“, lautet seine Devise. Da hat er sich viel vorgenommen. Man wird sehen, ob und wie weit seine Partei da mitgeht. Die braucht er, weil auf die großen Medien kann sich Babler nicht stützen. Ich finde den Versuch trotzdem nicht nur löblich und bemüht. Er ist notwendig und unterstützenswert. Das Thema verlangt eine bessere, sachliche Auseinandesetzung und eine ordnende Politik ohne völkischen Hass als Triebfeder.
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24. 2. 26
Gedenken, Protest und Dankbarkeit!
UkrainerInnen in Salzburg.
In Salzburg lebende Ukrainerinnen und Ukrainer erinnerten heute auf einer Kundgebung am Mirabellplatz an den russischen Überfall auf ihr Land vor vier Jahren. Das Unrecht, das der Ukraine angetan wird, das Leiden, aber auch die Kraft der Menschen waren Thema. Alle RednerInnen betonten ihre große Dankbarkeit gegenüber dem Land, der Stadt und den Menschen in Salzburg, wo sie als Flüchtlinge Aufnahme gefunden haben. Das kam von Herzen.
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23. 2. 26
Stolzer Onkel mit tüchtigem Neffen!
An der Hochschule St. Gallen
Mein kluger Neffe Michael Semmer hat sich nach Studien in Graz, Shanghai und St. Gallen zu seinen schon zahlreichen akademischen Titeln (Ing., Dipl.-Ing., M. Eng., BBSc) einen weiteren erarbeitet. Letzten Freitag wurde ihm an der Hochschule St. Gallen die Doktorwürde (Dr. oec.) verliehen. Das freut den Salzburger Onkel und er gratuliert herzlich.
Achtung Verkehrs- und StadtplanerInnen, Mobilitätsbeauftrage und PolitikerInnen!
Michael Semmer ist Co-Gründer der Beratungs-, Forschungs- und Wissensunternehmen Urban Places Labs und Urban Place Academy in St. Gallen (Schweiz). Er forscht, arbeitet und berät zu allen Fragen und Technologien im Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung und Mobilitätstransformation, unter anderem auch im neuen Technik-Feld und zu Anwendungen des autonomen Fahrens.
https://urbanplacesacademy.com
Stolzer Onkel mit tüchtigem Neffen.
Die Zeitenwende vor vier Jahren - 24. Februar 2022
Der große Irrtum der europäischen Nachkriegsgeneration.
Noch im Jänner 2022 wollte ich nicht glauben, dass es im Europa unserer Zeit wieder einen großen konventionellen Eroberungskrieg geben wird. Der 24. Februar 2022 hat Illusionen zerstört. Die europäische Nachkriegsgeneration, -in den Mittelschichten die privilegierteste und verwöhnteste Generation, die jemals auf diesem Planeten leben durfte,- hat sich mehrheitlich geirrt. Es wird nicht immer besser. Die Decke der Zivilisation ist dünn. Der Rückfall in die Barbarei ist möglich.
Seither lernt diese Generation im günstigsten Fall dazu, zum Beispiel Lektionen über die Macht der Propaganda. Der einfache Sachverhalt einer für jede/n sichtbaren brutalen Aggression wird erfolgreich verwässert und relativiert. Wichtigtuerisches Scheinwissen über die „Vorgeschichte“ des Konflikts tut sich eifrig hervor. Wirkliche oder vermeintliche schlechte Eigenschaften des gepeinigten Opfers finden Gehör. Dummheit, Naivität und Schlechtigkeit geben sich ein Stelldichein.
Wer es sehen will.
Was soll man den Dummen, Naiven und Schlechten sagen? Dass die „Vorgeschichte“ den brutalen Überfall auf die Ukraine niemals rechtfertigt? Dass Opfer nicht perfekt sein müssen, um trotzdem Opfer zu sein? Dass es über die NATO viel Negatives zu sagen gibt, dass diese aber nicht im Sinn hatte, Russland zu erobern? Dass es unzählige diplomatische Bemühungen des Westens gab, den Krieg zu vermeiden? Dass ein pazifistischer Sesselkreis in irgendeiner Stadt Europas die Menschen in der Ukraine nicht vor Panzern, Kanonen, Drohnen und Mördern schützt? Dass Friedenssehnsucht manipuliert werden kann und auch wird? Dass viele, die nach Frieden rufen, in Wahrheit nur dem russischen Diktator Wladimir Putin bei der Erreichung seiner Kriegsziele helfen wollen? Dass man aus der Geschichte lernen muss, dass Aggressoren durch Nachgeben nicht beschwichtigt, sondern ermuntert werden?
Es ist alles gesagt. Bei den Schlechten kommen solche Argumente nicht an. Aber sie offenbaren sich in diesen Jahren. Was für ein ehrloser Geselle Donald Trump ist, zeigt sich in seinem Fallenlassen der Ukraine und an seiner geschäftigen Kumpanei mit Putin. Chinas Führung demonstriert ihre eiskalte, lächelnde Skrupellosigkeit. Europas Rechtspopulisten führen mit ihrer seelenlosen, polemischen Täter-Opfer Umkehr ihre Verkommenheit vor. Diesen Leuten ohne jede Moral, ohne jedes Gerechtigkeitsempfinden und ohne Mitleid ist alles zuzutrauen. Wer es sehen will, der sieht es.
Abziehen!
Der Überfall auf die Ukraine war eine riesige Fehlspekulation. Niemand! - am allerwenigsten der Diktator im Kreml – hat im Februar 2022 daran geglaubt, wie tapfer, mutig, clever, hartnäckig und erfolgreich die Ukrainerinnen und Ukrainer ihre Unabhängigkeit und Staatlichkeit verteidigen. Die Aggressoren glaubten, es wird ein militärischer Spaziergang. Aber die Ukrainer wollen nicht unter Putins Knute leben. Vier lange Jahre hält das Land nun bereits stand. Die Opfer und das Leid sind riesig. Aber es hält stand.
Solange Ukrainerinnen und Ukrainer für ihre Freiheit und Unabhängigkeit kämpfen wollen, müssen sie dabei unterstützt werden, vom neutralen Österreich humanitär, wirtschaftlich und diplomatisch, von anderen Ländern selbstredend auch militärisch. Es gäbe nur einen gerechtfertigten Grund, die militärische Unterstützung zurückzunehmen. Das wäre der Fall, wenn die Ukrainerinnen und Ukrainer selbst nicht mehr kämpfen wollen, wenn das Land zu erschöpft und ausgeblutet ist. Ja, das kann früher oder später eintreten, insbesondere dann, wenn die Unterstützung weiter nachlässt. Ich hoffe anders. Ich hoffe, es kommt so, wie es in der Geschichte meistens gekommen ist. Nämlich, dass Kriegsherren, Eroberer, Kolonisatoren und Imperialisten irgendwann schmählich oder einsichtig wieder abziehen müssen.
PS.: Morgen Dienstag, 24. Februar, am 4. Jahrestag des Überfalls auf die Ukraine gibt es in Salzburg um 16.30 Uhr am Mirabellplatz eine Kundgebung des „Ukrainischen Zentrums Salzburg“. Zeigen wir Solidarität!
PPS.: Ich bin stolz auf meine Radlerfreunde, die gemeinsam jetzt schon zum zweiten Mal eine mobile kleine Energieversorgungseinheit für die frierenden Menschen in der Ukraine finanziert haben. Bravo Burschen!
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16. 2. 25
Petition für Erbschaftssteuern!
https://gruene.at/superreichebesteuern/
Ich habe die Petition für Erbschaftssteuern der Grünen unterzeichnet. Vier Dinge sind mir dabei wichtig, die zum Teil über die Begründungen der Grünen für ihre Petition hinaus gehen.
1. Vermögenssteuern sollen nicht nur als gut brauchbare zusätzliche Einnahme für das notleidende Budget verstanden werden. Sie sollten möglichst aufkommensneutral, also mit gleichzeitiger Senkung der steuerlichen Belastungen auf Arbeit eingeführt werden.
2. Vermögenssteuern sollen vor allem die Zusammenballung riesiger Vermögen in wenigen Händen verhindern. Diese Zusammenballungen bringen zwangsläufig einseitige wirtschaftliche, politische, mediale und ideologische Macht mit sich und bringen damit die Demokratien aus dem Gleichgewicht. Das erleben wir derzeit global.
3. Vermögenssteuern sollen sich vornehmlich auf stehendes privates Vermögen konzentrieren und nicht die Übernahme und Weiterführung(!) von kleinen und mittleren Betrieben erschweren.
4. Alle Parteien sollten nicht nur daran gemessen werden, ob und wie sie Vermögenssteuern im nationalen Alleingang einführen wollen. Die WählerInnen sollten vor Wahlen die Offenlegung verbindlicher Positionen verlangen, ob und wie jede Partei Österreich international in allen Fragen von Vermögenssteuern, dem Kampf gegen Steueroasen, Steuerflucht und Finanzbetrug einbringen will. Hier fehlt es bislang am Willen, an Mut und an Ausdauer. Es ist logisch, dass Vermögenssteuern besser im internationalen Gleichklang eingeführt werden können. Dies nicht als häufig missbrauchte Ausrede, sondern als Auftrag.
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12. 2. 2026
Leute, die solche Risiken leugnen, sind nicht wählbar!
Die Klima-Warnungen der Wissenschaft bewahrheiten sich Zug um Zug.
Es ist hoch plausibel, dass die enormen Regenmengen und katastrophalen Unwetter dieses Winters in Spanien, Portugal, Marokko und Sizilien eine Folge der Erwärmung der Meere mit entsprechend höherer Wasserverdunstung sind. Die Warnungen der Wissenschaft wollte und will niemand hören. Aber sie bewahrheiten sich Zug um Zug. Die rasanten Veränderungen, die Milliardenschäden und das Leid der betroffenen Menschen sind längst sichtbar geworden. Gleichzeitig legt die Welt unter dem Einfluss wirtschaftlich neoliberaler und politisch rechtspopulistischer globaler Politik gerade eine Rolle rückwärts im Umwelt- und Klimaschutz hin. Diese erfüllt die Wünsche der fossilen Konzerne und Lobbys. Gleichzeitig kommen sie den durch die fossile Wirtschaft geprägten Gewohnheiten der Menschen bequem entgegen. Das macht populär. Milliardenschwere Desinformation tut das übrige.
Der Ansturm der Barbaren lähmt die Politik.
Die gegenwärtig in vielen Ländern, auch in Österreich, vorherrschenden politischen Konstellationen sind für Umwelt, Klima und Gerechtigkeit absolut lähmend. Konservative, sozialdemokratische und liberale Parteien sind dem Ansturm von rechtspopulistischen Barbaren und deren Medien ausgesetzt. Sie sind zur Zusammenarbeit und zu lähmenden Kompromissen verdonnert. Das macht sie permanent angreifbar. Ihre derzeit größten Konkurrenten, die rechten und rechtsextremen Parteien, sind gegenüber Umwelt und Klima vollkommen verantwortungslos, hemmungslos verleugnend und irrational. Sie appellieren erfolgreich an die niedersten Instinkte. Diese Rechtsverschiebung der globalen Politik wirkt lähmend auf das Angehen aller notwendigen ökologischen und sozialen Reformen.
Es hilft aber nichts, der Schutz von Umwelt und Klima ist die große Herausforderung unserer Epoche. Wer das mit billiger politischer Berechnung leugnet, meint es mit der Welt nicht gut und hinterlässt unseren Kindern und Kindeskindern enorme Risiken. Solche Leute sind nicht wählbar.
Der Standard, 12. 2. 26
12. Februar
Erinnerung als Auftrag.
Zu meiner "Heimat" Österreich, zu der Geschichte Österreichs, auf die ich stolz bin, gehören die tapferen Männer und Frauen, meistens waren es Arbeiter und Arbeiterinnen, die am 12. Februar 1934 gegen den Austrofaschismus bewaffnet aufgestanden sind. Verzweifelt, militärisch aussichtslos, politisch alleingelassen. Aber aufgestanden sind! Sie haben nicht nur moralisch unsere Hochachtung verdient. Politisch ist diese Erinnerung in Zeiten wie diesen, in denen Faschisten wieder allerorten aus ihren Löchern kriechen, besonders wichtig.
Heute Lokalbahnhof. Eine Erinnerung des KZ-Verbandes Salzburg an Salzburger Eisenbahner, die im antifaschistischen Widerstand ihr Leben verloren haben.
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9. 2. 2026
Die US-SportlerInnen kritisieren nicht „ihr Land“!
Sie kritisieren Trump und seine Kumpane.
Wir lesen dieser Tage in österreichischen Medien, zahlreiche US-amerikanische Olympia-TeilnehmerInnen würden „ihr Land“ kritisieren, wenn sie öffentlich Kritik an Präsident Donald Trump und seiner Politik äußern. Was für eine Gedankenlosigkeit! Was für ein Missverständnis! Die Gleichsetzung von Diktatoren und miesen PolitikerInnen mit ihrem Land ist ein bekannter billiger Populistentrick. Diese SportlerInnen kritisieren nicht „ihr Land“, sie kritisieren die aktuell vorherrschende Politik darin. Das ist ein entscheidender Unterschied, den die Liebe zu Land und Leuten oft verlangt.
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8. 2. 26
Wir wollen keinen Präsidenten von Gnaden der "Krone"
Ein billiges, durchschaubares Kalkül.
Es haben sich zwei gefunden. Die Kronen-Zeitung möchte wieder einmal testen, wie weit ihre Macht noch reicht. Sie probiert, ob sie einen Bundespräsidenten an ihrem Gängelband durchsetzen kann. Und sie möchte der SPÖ einen ihr genehmen Vorsitzenden aufzwingen, der als Medienminister die Millionenförderungen und Inserate aus Steuergeldern weiterhin garantiert und keine lästigen Vermögenssteuern-Ideen hat. Die Krone - und nicht nur sie! - liebt und schürt jede Anti-Babler Intrige in der SPÖ. Diesmal versucht sie es mit einem rechten Sozialdemokraten und Möchtegern-Bundespräsidenten aus dem Burgenland. Der weiß genau, was er sagen muss, um von der Krone in Fortsetzung seitenlang gepuscht zu werden. Das ist zuerst einmal Babler-Bashing und FPÖ-Verharmlosung. Ein jämmerliches, billiges Kalkül von beiden Seiten!
Ein Bundespräsident, gemacht und in Abhängigkeit von milliardenschweren rechten Medienmogulen, ist das letzte, das Österreich in Zeiten wie diesen braucht.
2. 2. 2026
Fahrrad, Auto, S-Bahn?
Die Überlegenheit des Rades in der Stadt. Ein konkretes Beispiel.
Von der Traunstraße in Aigen bis zum Europark in Taxham geht es quer durch die Stadt. Viel längere Rad-Distanzen gibt es im kleinen und flachen Salzburg wenige. Letzte Woche ließ ich einmal die Navi-App „Komoot“ für eine exakte Aufzeichnung dieser Strecke mit dem Rad mitlaufen. Die App zeichnete für die 6,63 Kilometer 21 Minuten auf. Die durchgehend gute Radverbindung ermöglicht eine zügige Durchschnittsgeschwindigkeit von 18,6 km/h. Dies nicht mit einem teuren E-Bike, sondern mit einem alten, simplen Straßenrad. Hin und retour also ein flotter Ausflug mit gut 40 Minuten gesunder Bewegung ohne Stress und Stau.
Der ÖAMTC-Routenplaner weist für diesen Weg mit dem Auto ebenfalls 21 Minuten mit 12 Kilometern über Vogelweiderstraße und Autobahn aus. Mit Staugefahr, Parkplatzsuche, Stress, Verkehrs- und Umweltbelastung. Die S-Bahn wiederum fährt von Aigen bis Taxham/Europark 18 Minuten. Von Haus zu Haus wären das in meinem Fall insgesamt rund 27 Minuten. Das ist auch eine entspannte Möglichkeit, ohne Bewegung allerdings.
Verkehrspolitik? Viel Zeit verloren!
Insgesamt erweist sich das Rad damit wieder einmal als das überlegene, gesündeste, billigste und umweltfreundlichste städtische Verkehrsmittel. Ein paar Minuten mehr oder weniger würden daran nichts ändern.
Wir haben viel Zeit vertan, mit Politikern und Entscheidungsträgern in Stadt und Land, die das Fahrrad nur vom arroganten Wegschauen kennen. Es ist besser geworden, aber noch lange nicht gut. Ein Ganzjahres-Anteil des Rades am Gesamtverkehr von über 40 Prozent wäre in der kleinen und flachen Stadt Salzburg erreichbar. Derzeit halten wir bei rund 23 Prozent.
P.S.: Ich weiß schon, es kommt der Einwand, dass das nicht „alle" können. Geschenkt! Wenn "alle", die es könnten, es auch tun würden, wären wir schon viel weiter.
Eine Strecke 6,63 Kilometer, 21 Minuten, Durchschnittsgeschwindigkeit von 18,6 km/h. Ein Ausflug im Alltag ohne Stress mit gesunder Bewegung. Das kann nur das Fahrrad.
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1. 2. 26.
Die Prioritäten sind gesetzt!
So schaut im Jahr 2026 ein medial beworbenes "Vorbild" aus. Garage mit Haus. Manchmal ereilt auch chronische Optimisten ein Anflug von Kulturpessimismus.
Salzburger Nachrichten, Sonderbeilage "bauen & wohnen", Jänner 2026
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31. 1. 2026
The boss
https://www.youtube.com/watch?v=GDaPdpwA4Iw
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29. 1. 2026
Widerwärtig!
Und wieder zwei nationalsozialistische „Einzelfälle“ in der FPÖ.
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27. 1. 2026
Verdrehen, übertreiben, hetzen…
Die Kronen-Zeitung vom 25. 1. 2026 im Zusammenspiel mit der FPÖ.
Sie verdrehen, übertreiben, reißen aus dem Zusammenhang und hetzen. FPÖ und Kronen-Zeitung agieren wieder einmal im vollen Gleichklang. Es wird skandalisiert, dass Menschen, die großteils hier arbeiten, eine ärztliche Versorgung bekommen. Wollen sie sie auf der Straße verbluten lassen?
Solche Blätter leisten keinen Beitrag zu einer aufgeklärten, demokratischen, transparenten Information und Willensbildung. Sie missverstehen Pressefreiheit als die Freiheit von reaktionären Milliardärs Clans ihre Meinung zu verbreiten. Sie sollen keine Förderung aus Steuergeldern und keine öffentlichen oder halböffentlichen Inserate bekommen! Diesen Mut muss die Politik endlich aufbringen.
Hier eine Richtigstellung aus der Praxis:
Florian Prutsch, www.facebook.com/florian.prutsch Eine Einordnung der skandalösen Berichterstattung der "Krone" von heute, Sonntag 25.01.2026.
In der "Krone" vom 25.01.2026 wird über Behandlungen von "Flüchtlinge und Zugewanderte" berichtet, da eine parlamentarische Anfrage der FPÖ der "Krone" zugespielt wurde. Konkret geht es um den Zeitraum 2015-2024 und um knapp 22 Millionen ambulante und stationäre Behandlungen in Krankenhäusern in Österreich.
In geradezu absichtlicher Manier ist dieser Artikel voller Ungenauigkeiten und Übertreibungen. Die "Kosten in Milliardenhöhe" werden übrigens nie konkret benannt
Beginnen wir vorne, ich habe ein paar Stellen markiert. Die Kosten von Wahlärzten können idHv Kassentarif von der Versicherung zurückgefordert werden und werden auch bezahlt. Die Honorare, die Wahlärzte festlegen, kommen aber nicht von der Krankenkassa. Wenn diese deutlich über den Kassentarifen sind, dürfen die Ärzte/Ärztinnen das wohl verlangen. Es ist deren Praxis.
Es ist von "Spitals-Touristen" die Rede. Hetzerisch, verleumderisch und unwahr sage ich dazu nur. Wer welche Leistungen in Österreich beziehen darf, führe ich gleich noch aus. Unsere Kliniken sind auch nicht per se überfüllt, es ist eher ein kaputtes System, ohne Akut-Übergangspflege/Nurse-led-clinics, unzureichender mobiler Pflege, etc. etc. etc.
Stationäre und ambulante Aufenthalte haben komplett unterschiedliche Gründe und es gilt bei allen Bevölkerungsgruppen:
- Oft findet sich kein Hausarzt
- die Wartezeiten auf Facharzttermine/Bildgebung dauert zu lange und die Beschwerden werden schlimmer
- Wochenende / kein Arzt verfügbar
- Bequemlichkeit
- fehlende Health Literacy
Wenn wir uns nun die nackten Zahlen ansehen: Knapp 22 Millionen Behandlungen in 9 Jahren... das sind knapp 2.2 ärztliche Konsultationen/Person/Jahr (weil es ca. 1 Million Menschen ohne österreichischen Pass/Jahr gab in diesem Zeitraum). Da wirkt "6000 Klinik-Besuche pro Tag" wieder ganz anders, oder?
Zu der angesprochenen plastischen Chirurgie zähen im Übrigen auch Rekonstruktionen nach zB Folter, Wunden von Bomben oder Schusswunden, uvm. Die ästhetische Schönheitschirurgie ist weder für Menschen ohne österreichischen Pass, noch Autochthone Kassenleistung, wenn es keine Indikation gibt!
Was die in der "Krone" titulierten "Abhängigkeitsbehandlungen" betrifft: Die Kosten von Süchten sind enorm. Egal ob diverse Drogen, Alkohol und dergleichen - je schneller ein Entzug stattfindet, desto besser. Für den Menschen sowieso, für´s Budget auch, da Nachfolgeerkrankungen reduziert werden können.
Wenn man sich noch die Fachrichtungen anschaut: Gerade die Frauenheilkunde und Geburtshilfe ist wichtig! Da geht es nicht nur um Vorsorgeuntersuchungen. Da ist von der Geburt über häusliche Gewalt bis dringende Behandlung zB nach weiblicher Genitalverstümmelung alles dabei.
Die meisten Personengruppen ohne österreichischem Pass kriegen eine normale Grundversorgung. Notfälle müssen immer versorgt werden. Welche Gruppe gibt es? Asylwerber*innen, subsidär Schutzberechtigte, Asylberechtigte, Bleiberecht/humanitärer Aufenthalt, Geduldete/nicht abschiebbare Personen, Personen ohne Versicherung/ohne Aufenthaltstitel.
Insgesamt lässt sich sagen, dass dieser Artikel reine rechtspopulistische Propaganda und Hetze ist. Eine Beschwerde beim Presserat, da hier meiner Meinung nach gegen ethische Grundsätze verstossen wird, werde ich heute noch elektronisch einbringen.
Sowas darf man nicht unkommentiert stehen lassen.
Kronen Zeitung, 25. 1. 2026
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27. 1. 2026
Man hörte nie mehr etwas von ihnen…
Eine kleine Familien Geschichte vom Tiroler Achensee zum heutigen internationalen Holocaust-Gedenktag.
Meine Mutter war im Jahr 1938 im elterlichen Betrieb für eine kleine Pension mit Gästezimmern in Maurach am Tiroler Achensee verantwortlich. Zu ihren langjährigen Stammgästen zählte ein freundliches, älteres Ehepaar. Die beiden kamen auch im Sommer 1938, wenige Monate nach dem Einmarsch deutscher Truppen und der damit verbundenen Machtübernahme der Nationalsozialisten. Wie alle Gäste mussten sie einen Meldezettel ausfüllen. Darin war auch das Religionsbekenntnis anzugeben. Meine Mutter musste diese Meldezettel zum Gemeindeamt bringen. Ein Routinevorgang. „Bisch Du narrisch worn“, hieß es dort. Beim Religionsbekenntnis stand nämlich wahrheitsgemäß „mosaisch“. Juden! „Wenn das Judengsindel bis morgen nicht weg ist, kommen wir sie holen.“ Meine Mutter hat mir oft erzählt, wie schwer ihr der kurze Weg vom Gemeindeamt zurück gefallen ist. Und wie schwer es ihr fiel, den netten Leuten sagen zu müssen, dass sie nicht bleiben können. Aber ihre jüdischen Gäste machte es ihr leicht. Sie bedankten sich für die Bereitschaft zur Aufnahme. Sie hätten diese Reaktion der Behörden ohnehin schon befürchtet und sie würden so schnell als möglich ohne jedes Aufsehen abreisen.
Man hat nie mehr etwas von ihnen gehört...!?
Keine Sprache für das Unrecht
Meine Mutter hat damals nicht geahnt, dass sie mit diesem Unrecht die Vorstufe zu millionenfachem Massenmord erlebt hat. Sie hat gewusst, dass hier etwas ganz Schreckliches geschieht, dass Hass und Fanatismus regieren. Ihr haben einfach die zwei netten älteren Herrschaften, die nur Urlaub am Achensee machen wollten, die nie irgendjemanden dort etwas zu Leide getan haben, unendlich leidgetan. Von Mensch zu Mensch.
Aber politisch einordnen konnte sie den Vorgang nicht. Das ländlich katholische Milieu war von den Jahren der katholisch orientierten, austrofaschistischen Diktatur geprägt. Toleranz, persönliche Freiheit oder Minderheitenrechte waren unbekannte, jedenfalls keine positiv besetzten Begriffe. Antisemitismus gab es in allen Milieus und politischen Lagern, der böse alte katholische Antisemitismus grassierte im christlich-sozialen Milieu und radikalisierte sich noch tausend Mal böser bei den Nationalsozialisten. Es gab auch keinen Kodex, der Minderheiten in irgendeiner Form sprachlich schützte. Die „Judensau“, die „Judenschule“, die „jüdische Geschäftemacherei“ waren genauso diskriminierender, alltäglicher Sprachgebrauch wie etwa die sprachliche Diskriminierung von unehelichen Kindern als „Bankert“.
Meine Mutter konnte das Unrecht fühlen, aber es gab keine Sprache, keine sozial- und politikmächtigen Alltagsbegriffe für dieses Empfinden. Es fehlte die sprachliche „political correctness“. Und es fehlten die notwendigen wenigen Prozente in der Bevölkerung, die eine solche ungeliebte „Correctness“ auch kämpferisch vertreten hätten. Auch deshalb konnten sich hemmungslose Demagogen durchsetzen.
Dann war es zu spät.
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26. 1. 2026
Tödliche Dynamik
Absehbar.
Stellen wir uns bitte einmal die tausenden rechten Kampfposter aus den sozialen Medien in Österreich vor. Diese verhetzten Leute mit ihrem offenen Hass, ihren Gewaltfantasien und ihrem politischen Schwachsinn, ihrer Mitleidlosigkeit bis hin zur Mordlust gegenüber einzelnen Personen und Gruppen. Und dann stellen wir uns vor, sie sammeln diese Leute ein, bezahlen sie überdurchschnittlich gut, laden sie ideologisch noch schärfer auf, geben ihnen ausufernde Rechte, Waffen, eine Uniform und schicken sie auf Menschenjagd. Was dann passiert ist absehbar. Jede/r weiß es. Es folgen Willkür, Gewalt, Mord, Auflösung der Rechtsstaatlichkeit. Von US-Präsident Donald Trump und seinen Kumpanen wird das ganz bewusst in Kauf genommen. Funktionieren würde es überall.
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24. 1. 2026
Energie: Billig!? billig!? billig!?
Der zukunftsfeindliche und unsoziale Schlachtruf nach der Billig-Gießkanne.
Es gibt Industrien, Unternehmen, Kommunen und private Haushalte, die investieren erfolgreich in erneuerbare Energien, in Energiesparen und erneuerbare Energiegemeinschaften. Es gibt dabei große Erfolge, wie etwa - nur als ein kleines Beispiel – die Umstellung der Flotte der Firma Albus in Salzburg auf Sonnenstrom. Die Technologien für erneuerbare Energien und effizienten Energieeinsatz werden immer besser und billiger. Die Potentiale sind riesig.
Gleichzeitig gibt es eine Dampfwalze aus politischem Populismus und veröffentlichter Meinung mit dem einzigen Schlachtruf: Billig! billig! billig! Es ist dabei egal, ob es Alternativen gibt und woher die Energie kommt. Hauptsache billig. Vorgeblich ist das „sozial“, „wirtschaftsfreundlich“ und „inflationsdämpfend“. Ist es nicht! Belohnt werden dadurch letztlich nur Verschwendung und hoher Verbrauch.
Längerfristig sozial, wirtschaftsfreundlich und preisstabil kann Energie nur durch Unabhängigkeit, Nachhaltigkeit, Effizienz und Erneuerbarkeit werden. Dahin muss die Reise und müssen die Investitionen gehen.
In einer Übergangsphase können Industrien, die glaubwürdig die wirtschaftlich zumutbaren Potentiale für Energiesparen ausgeschöpft haben, und im internationalen Wettbewerb stehen, verbilligte Strompreise bekommen.
Die Armen werden vorgeschickt, um die Verschwendung der Reichen „leistbar“ zu halten.
Propagandistisch vorgeschickt werden immer die ärmeren und einkommensschwachen Haushalte, um die Energiepreise für Reiche und chronische Verschwender niedrig zu halten. Da gäbe es aber viel bessere Möglichkeiten mit höherer Treffsicherheit, etwa einen verbilligten Strompreis für den Sockelverbrauch. Reden wir besser von den Wohlhabenden. Wenn alle, die es sich leisten können, in erneuerbare Energien und Energieeffizienz investieren würden, wären wir schon viel weiter. Sie müssten nur dazu angehalten werden. Mit Zuckerbrot und Peitsche. Das geschieht zu wenig. Mit der Förderung von Verschwendung durch die Billig-Gießkanne passiert genau das Gegenteil.
Inserat der Firma Albus in der Nummer 4/25 der Fachzeitschrift „Forum Mobil“.
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21. 1. 26
Wos schern mi die FußgängerInnen!?
Auch im Kleinen zeigt sich fehlender BürgerInnensinn.
Der letzte Schneefall ist Wochen vorbei. Aus nicht geräumtem Schnee ist inzwischen blankes Eis geworden. Die Mobilität von FußgängerInnen, insbesondere mit Kinderwagen, Rollator oder irgendwelchen Einschränkungen leidet massiv. Wer nicht auf dem Eis tanzen will, muss auf die Straße ausweichen. Für die Begehbarkeit von Fußwegen vor dem Haus sind die jeweiligen Eigentümer verantwortlich. Zu vielen von ihnen ist das egal. Über die öffentliche Schneeräumung empört man sich schon bei kleinsten Versäumnissen. Aber selber?
Ein "Geh"steig in Salzburg-Aigen.
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20. 1. 2026
Bitte in Davos nicht vor Trump einknicken!
Für Trump gilt, was für Putin gilt.
Aggressoren, Diktatoren, Gewalttäter oder von Tag zu Tag wahnsinniger werdende Egomanen „besänftigt“ man nicht, indem man ihnen nachgibt. Europa muss für Grönland tun, was ihm immer möglich ist. Europa darf einen Konflikt mit Trump um Zölle und Handel nicht scheuen. Europa muss zur Kenntnis nehmen, dass Trump die transatlantische Partnerschaft aufgekündigt hat.
Ja, das wird Probleme machen. Aber Europa ist reich. Europa hat, kann und weiß viel. Mit Entschlossenheit und ein bisschen mehr Solidarität können alle EuropäerInnen auch weiterhin gut leben. Europas PolitikerInnen treffen dieser Tage Donald Trump persönlich bei neoliberaler Scheinöffentlichkeit und „Demokratie“-Spiel in Davos. Bitte knickt nicht ein, hängt nicht Illusionen aus der Welt von gestern nach, sondern zeigt endlich Kante!
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16. 1. 26
Klug! Die bayerische Verfassung über Erbschaftssteuern
Art. 123, Absatz 3: „Die Erbschaftssteuer dient auch dem Zwecke, die Ansammlung von Riesenvermögen in den Händen einzelner zu verhindern.“
Das war mir neu, bis gestern in einer deutschen Talkshow die Grünen Politikerin Franziska Brantner mit diesem Zitat den Generalsekretär der bayrischen CSU Martin Huber schwer in Verlegenheit brachte. Den Vätern und Müttern der bayerischen Verfassung von 1946 war offensichtlich noch bewusst, dass die Zusammenballung von riesigen Vermögen - und damit einseitiger wirtschaftlicher und politischer Macht - die Demokratien aus der Balance bringt und substanziell gefährdet. Wir erleben das derzeit global mit.
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13. 1. 2026
Die österreichische Vergreisung im Kopf
oder der drohende Herzinfarkt beim Schneeschaufeln.
In Österreich halten die gesunden, aktiven Lebensjahre nicht Schritt mit der steigenden Lebenswartung. Das heißt, die Menschen werden vor allem durch aufwendige Pflege und hohe medizinische Standards älter. Nicht, weil sie gesünder und aktiver leben. Das ist ein tabuisierter Hauptgrund für die explodierenden Gesundheitskosten und damit für unsere Budgetprobleme.
Zu tun hat das mit ungesunden und unbefriedigenden Arbeitsverhältnissen, schlechter Ernährung, Alkohol, fehlender Gesundheitskompetenz, stressigen privaten Verhältnissen, einseitig motorisierter Mobilität, usw. Kongenial ergänzt aber werden diese Defizite mit einer medial, politisch und medizinisch "fürsorglich" geförderten frühzeitigen Vergreisungsmentalität. Niemand wird politisch so vertrottelt angesprochen, wie "unsere Senioren“. Der „wohlverdiente Ruhestand“ – welch schreckliche Wortschöpfung! – wurde über Jahrzehnte als angestrebtes Lebensziel propagiert. Die Fürsorge, Warnungen und Empfehlungen bei Wettern und Betätigungen aller Art grenzen an beleidigende Entmündigung. Der gute „Senior“ geht brav zum Doktor, wohnt in einem Haus mit Lift, trinkt ausreichend Wasser sobald es etwas wärmer wird, passt bei Glätte und überhaupt ständig auf sich auf und tut um Gottes Willen ja nix übertreiben. Das Ganze startet spätestens mit 50 plus. In Erinnerung ist mir ein Salzburger Primararzt, der medial über die „wahnsinnigen 50jährigen“ herzog, die bei etwas höheren Temperaturen mit dem Rad auf den Gaisberg fahren.
Gestern durften wir bei der Tageszeitungslektüre wieder einen solchen Höhepunkt medizinisch-medialer Fürsorge erleben. „Menschen über 70 Jahre“ sollten bei Kälte beim Schneeschaufeln aufpassen. "Kalte Luft" würde in die Lunge gelangen und das „Herzinfarktrisiko“ steigen. Da habe ich ja noch einmal Glück gehabt.
P. S. Man soll ja immer demütig sein. Schon morgen kann jedem von uns eine grausliche Diagnose, ein Unfall, ein Herzinfarkt, ein Schlaganfall, etc. ereilen. Das soll nicht lächerlich gemacht werden. Der Mensch ist sterblich und verletzlich. Wenn man älter wird, häufen sich die Einschläge rundherum. Aber ich bin mir als 70Plusler subjektiv sehr sicher, dass ein aktiveres Leben, auch mit manchmal Kälte, Hitze, Durst, Hunger, Anstrengungen und kalkulierten Risiken besser ist als tausend Vorsichten nach guten Ratschlägen. Letzten Mittwoch unternahm ich mit einer Gruppe durchwegs älterer Semester eine Skitour auf den "Hengst". Beim Weggehen auf der Gnadenalm hatte es Minus 13,5 Grad. Ganz bestimmt, keiner/m hat die "kalte Luft" in den Lungen, der "gekühlte Brustkorb" und die Anstrengung bei Kälte geschadet. Es sind alle wohlauf.
Salzburger Nachrichten, 12. 1. 26
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12. 1. 26
"Die Welt in schlechten Händen"
Aber immer mehr Menschen glauben, dass es gute sind. Psychoanalytische Überlegungen über die Verführung zum Bösen.
Ein Gastbeitrag meiner Frau Eva Breidenbach-Fronius in den heutigen (12. 1. 26) Salzburger Nachrichten. Lesenswert!
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USA. Staatlicher Mord bei zivilem Ungehorsam!?
Bitte immer daran denken, dass die FPÖ auch für Österreich solche Verhältnisse anstrebt.
Die gestrigen tödlichen Schüsse auf eine US-Bürgerin in Minneapolis durch Beamte des „United State Immigration and Custom Enforcement“ (ICE) sind kein Zufall, kein „Unglück“ und schon gar keine Notwehr.
Die 2003 gegründete „ICE“ erfährt unter Präsident Donald Trump eine enorme Aufwertung. Das Budget dieser Bundesbehörde wurde vervielfacht. Ihre Kompetenzen wurden ausgeweitet und ideologisch rechtsextrem aufgeladen. Die Bezahlung wurde erhöht. Blanker Rassismus in nationalsozialistischer Tradition, wie etwa Trumps Behauptung von den „schlechten Genen“ von Einwanderern steht dem neuen Handeln der „ICE-Agenten“ Pate. Trump hat sich mit dem ICE eine schwer bewaffnete und privilegierte Einsatzgruppe für seine Zwecke geschaffen.
„Inländischer Terrorismus“.
Die US-„Heimatschutzministerin“ Kristi Noem benutzt den tragischen Vorfall in Minneapolis um noch radikaler nachzulegen. Ziviler Ungehorsam gegen Aktionen der ICE-Agenten solle künftig als „inländischer Terrorismus“ gelten. So soll ein Land Schritt für Schritt faschistisch umgebaut werden.
Bitte denkt immer daran, dass die FPÖ in Donald Trump ein großes Vorbild sieht, dass die Beziehungen zwischen Trumps Partei, den US-Republikanern, und der FPÖ sehr eng sind, und dass Trump in den rechtsextremen Parteien Europas wie der FPÖ Verbündete bei der Zerstörung der EU sieht.
Die Frage muss wirklich jedem/r FPÖ-WählerIn und jedem/r FunktionärIn gestellt werden. Wollen Sie das wirklich?
Eine Nachbemerkung. Von besonnenen Menschen wird der Vorwurf des "Mordes" in diesem Fall als sehr voreilig kritisiert. Das muss ernst genommen werden. Ich halte diesen Vorwurf im politischen Diskurs trotzdem für berechtigt. Warum?
Strafrechtlich haben unabhängige Gerichte über den Vorwurf eines "Mordes" zu entscheiden, sofern es diese Unabhängigkeit noch gibt. Im politischen Diskurs stellt sich dies aber doch anders dar. Wenn etwa Jean Ziegler sagt, ein Kind, das heute auf der Welt verhungert, werde in Wahrheit "ermordet", so ist das strukturell richtig. Strafrechtlich wird es in Millionen Fällen trotzdem zu keiner Anklage und keiner Verurteilung kommen. Wenn die Befehlshaber einer Besatzungsarmee nur sagen, "wir ziehen die Samthandschuhe aus", so ist das strafrechtlich folgenlos. Auch wenn dies in der Praxis mit Sicherheit Folter und Menschenrechtsverstöße zur Folge hat. Wenn im Zuge eines versuchten faschistoiden Umbaus einer Gesellschaft, eine privilegierte, ideologisch extrem aufgeladene, mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattete und schwer bewaffenete Einsatzgruppe zur Menschenjagd aufgebaut und losgelassen wird, so darf politisch und strukturell im Tötungsfall - der mit Sicherheit kommt - von Mord gesprochen werden. Umso mehr gilt das, wenn eine "Heimatschutz"-Ministerin zivilen Widerstand gegen diese Einsatzgruppe als "inländischen Terrorismus" bezeichnet und dieses Delikt juristisch schaffen will. "Terroristen" dürfen ausgeschaltet werden.
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5. 1. 2026
Venezuela. Die Relativierer und Beschöniger täuschen sich!
Brutale Großmachtpolitik ohne Werte und Moral.
Das musste so kommen. Der Angriff auf Venezuela, der Raub von Öltankern und das Kidnapping des dortigen Präsidenten wird „relativiert“ und verharmlost. Es würde mit Nicolas Maduro ja keinen Falschen treffen. Das Völkerrecht? Ja, mein Gott, das ist dehnbar, und Trump ist ja nicht der Erste, der das bricht...
Übersehen wird dabei der Kontext, in dem diese exzessive Großmachtpolitik vor unseren Augen passiert. In diesem großen Zusammenhang geht es eben nicht um einzelne wenig sympathische Widersacher Trumps, um den Kampf gegen Drogen oder gar um Demokratie. Es geht um brutale Großmachtpolitik ohne jede Moral und jede Werte. Der Kontext ist unter anderen: Die Täter-Opfer Umkehr oder zumindest Gleichsetzung im Ukraine-Krieg. Die aberwitzige Behauptung von Ansprüchen der USA auf Grönland und Kanada, verbunden mit der offenen Drohung, diese notfalls auch mit Gewalt durchzusetzen. Die dreiste Einmischung in europäische Angelegenheiten. Die Bewunderung und Unterstützung für Diktatoren und Rechtspopulisten weltweit. Eine zynischen Sprache der Gewalt, Morddrohungen, maßlose und gefährliche Selbstüberschätzung. Konstruierte Delikts-Vorwürfe wie „Drogen-Terrorismus“, die, wenn ihnen die US-Justiz folgt, bereits an Stalins Moskauer Schauprozesse erinnern. Das alles Entscheidende ist das bereits weit fortgeschrittene Bestreben, die USA innenpolitisch in eine faschistisch-neoliberale Milliardärs Diktatur umzubauen.
Wenn Europa dem gegenüber weiterhin feig herumrelativiert, wird es ein Opfer dieser Politik werden.
P. S. Grönland. Haben Sie im Januar 2022 wirklich geglaubt, dass der russische Präsident Wladimir Putin einen großen konventionellen Eroberungskrieg gegen das Nachbarland Ukraine beginnen wird? 2022! In Europa!? Ich nicht. Das war ein großer Irrtum. Seither gehe ich mit dem verlockenden Gefühl - „das ist ja nicht möglich“, „das gibt es ja gar nicht“ - vorsichtiger um. Hoffentlich glauben Europas PolitikerInnen derzeit die Drohung von US-Präsident Donald Trump über eine gewaltsame Inbesitznahme Grönlands wirklich. „Gibt’s ja nicht!“ Doch gibt es! Der erste Eindruck war, sie würden wie das Kaninchen vor der Schlange sitzen und einmal abwarten. Jetzt beginnen einige europäische Länder doch, ein paar diplomatische und politische Register zu ziehen. Das verdient Unterstüzung.
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4. 1. 2025
Zeit für Europa!
Der an den USA orientierte "Westen" verliert von Tag zu Tag mehr moralische Legitimation. Heute ist mit dem Überfall auf Venezuela wieder so ein Tag. US-Präsident Donald Trump führt die militärische Supermacht USA als großmäuliger Freibeuter. Willkür und Geschäftsinteressen dominieren vor internationalem Recht und allen zivilisatorischen Werten. Europa muss sich emanzipieren, bevor es mit Hilfe der rechten Internationale aus FPÖ, AfD und Konsorten ebenfalls eine Beute der beiden Kumpels Trump und Putin wird.
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3. 1. 2025
Bürokratie, Vorschriften, Kontrolle, Brandschutz…
Tödliche Schlagworte!
Weg damit! Das ist die gängige politik- und medienmächtige Formel in neoliberalen Zeiten. Die Bürokratie ist immer „aufgebläht“, die Vorschriften sind immer „einengend“, Kontrolle, zum Beispiel von Brandschutz, soll viel mehr der „Eigenverantwortung“ unterliegen. Alles zusammen ist immer „zu teuer“.
An allem ist etwas dran. Es gibt immer sachlich durch das Fortschreiten von Technik, Wissen und Gesellschaft begründete Reformnotwendigkeiten, Effizienzsteigerungen und Vereinfachungen in Verwaltung und Gesetzgebung. Diese Potentiale müssen gehoben werden. Und ja, es gibt auch keine hundertprozentige Sicherheit. Die gängigen politik- und medienmächtigen „Anti-Bürokratie-Parolen“ meinen etwas anderes. Sie sind neoliberal inspirierte, ideologische Kampfansagen, die eine einseitige kurzsichtige "Befreiung" von Industrie, Konzernen, Wirtschaft und Kapital von immer mehr gesellschaftlichen und sozialen Verpflichtungen zum Ziel haben. Das ist der Unterschied.
Jedenfalls nicht zu viel.
In der Schweiz ist eine furchtbare Brand-Tragödie mit dutzenden Toten und schwer verletzten jungen Menschen passiert. Wenn in einem so gut verwalteten Land die Decke einer Bar mit leicht entflammbaren Material ausgekleidet ist, und ein Untergeschoß in wenigen Minuten im Vollbrand steht, dann hat es dort jedenfalls nicht zu viel "aufgeblähte" Bürokratie, "einengende" behördliche Vorschriften, "lästige" Kontrolle und "teuren" Brandschutz gegeben.
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31. 12. 2026
Eine Silvester Frage
Wie viele von denen, die heute für hunderte Euro Raketen, Knallkörper etc. in die Luft jagen, tönen morgen wieder lautstark, dass Bio-Lebensmittel viel zu teuer sind und wir uns Umweltschutz nicht leisten können?
Ich wünsche ein gelingendes und erfülltes Jahr 2025.
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29. 12. 2025
Neujahrsradeln. Damit Salzburg nie McAllen wird!
Die Förderung aktiver Mobilität ist mehr als Verkehrspolitik.
McAllen in Texas, eine Stadt mit ähnlich vielen EinwohnerInnen wie Salzburg (rd. 140.000), ist 2025 die „fetteste“ Stadt der USA. 76 Prozent der Menschen dort sind übergewichtig oder fettleibig. Dies in einen Ausmaß, dass etwa die Supermärkte Elektrowagen bereitstellen müssen, weil so viele KundInnen ihre Einkäufe nicht zu Fuß bewältigen können. BesucherInnen des Städtchens fallen unzählige Fast-Food Buden und ein eigenes Auslieferungslager von Coca-Cola auf. Was gar nicht auffällt sind RadfahrerInnen und FußgängerInnen, denn aktive Mobilität gibt es in McAllen praktisch keine. Die Verbrechen der Sättigungsmittelindustrie, -von Lebensmitteln wollen wir hier nicht reden-, addieren sich mit einer hundert Prozent Auto-Verkehrspolitik.
Weit weg?
Ja, eh. Texas ist weit weg und die Stadt McAllen ein extremes Beispiel. Trotzdem gilt ein Blick auf die vielen Vorteile aktiver Mobilität, und zwar über die Verkehrspolitik hinaus. Mit jedem Prozent mehr Anteil der Radverkehrs am Gesamtverkehr lösen wir nicht nur Stauprobleme und schaffen wir nicht nur lebenswertere Städte. Mehr Bewegung im Alltag macht uns auch gesünder, fitter, schlanker und psychisch robuster. Dutzende medizinische Studien belegen diese Zusammenhänge eindeutig.
Damit Salzburg nie McAllen wird, müssen das Radfahren und Zufußgehen ins Zentrum der Verkehrspolitik rücken. Jeder investierte Euro ist hier bestens angelegt. Es gibt gute Ansätze in der Stadtpolitik. Aber ohne den ständigen Ansporn durch aktive BürgerInnen drohen immer Rückschritte und Verzögerungen.
Deshalb werde ich am 1. Jänner nach dem traditionellen Neujahrskonzert zum Platzl strampeln und um 14.00 Uhr am Neujahrsradeln der Radlobby Salzburg teilnehmen. Wir drehen eine kleine gemeinsame Runde durch die Stadt, als Ansporn für die Stadtpolitik. Es muss 2026 mehr weiter gehen! Wir wollen auch zeigen: Das Rad ist ein Verkehrsmittel für alle Wetter und alle Jahreszeiten.
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22.12.2025
Der missbrauchte „Pazifismus“
Der Missbrauch von Friedenssehnsucht und "Pazifismus" wird zur Waffe Putins.
Es sind neben den zynischen Sprachrohren Putins auch geschätzte gutmeinende Menschen, die meinen, dem Krieg Russlands in der Ukraine sei mit einem Stop der militärischen Unterstützung der Ukraine beizukommen. Mehr Waffen würden nur mehr zerstörerischen Krieg und mehr menschliches Leid bedeuten. Militärische Unterstützung für die überfallene Ukraine sei daher „Kriegstreiberei“.Ein solcherart absolut gesetzter Pazifismus ist ahistorisch und in Konsequenz die Unterstützung des Aggressors mit Tarnkappe.
Im Wandel der Zeit
Friedenspolitik hat ein immer gleichbleibendes Ziel, muss aber auf die jeweiligen konkreten Verhältnisse reagieren. In der Situation vor dem Ersten Weltkrieg waren das pazifistische „Die Waffen nieder!“ und die Friedensbemühungen der internationalen Arbeiterbewegung die einzig richtige Position. Auf allen Seiten herrschte ein menschenverachtender Militarismus und allseitige Aufrüstung durch verrottete europäische Aristokratien, Kolonialmächte und konkurrierende Imperialismen. Im Ersten Weltkrieg führte keine Seite einen berechtigten Krieg. Ein absolut gesetzter Pazifismus war eine richtige Antwort darauf.
Ganz anders war die Situation vor und bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Damals ermutigten der deklarierte "Pazifismus" und die allgemeine Friedenssehnsucht in Frankreich, England und den USA Hitler zu seiner Aufrüstung und seinen Aggressionen. Mit ganz ähnlichen Argumenten wie es heute vorgebliche „Pazifisten“ im Sold Putins tun, traten etwa französische „Pazifisten“ gegen die Unterstüzung Polens durch Frankreich angesichts deutscher Kriegsdrohungen ein. „Sterben für Danzig?“ fragte der einflussreiche französische "Neosozialist"und "Pazifist" Marcel Déat demagogisch in seinem berühmt gewordenen Leitartikel in der Zeitung L´oeuvre vom 4. Mai 1939 und fand damit breite Unterstützung. Für Hitler war diese Stimmung in Europa eine Ermunterung für seine Kriegspolitik.
Auch Armeen können Frieden bringen
Gegenüber Hitler haben unterm Strich nur Aufrüstung, Waffen, Rüstungsindustrien und die alliierten Armeen Befreiung und Frieden gebracht. Es gibt eben auch historische Situationen, in denen absolut gesetzte pazifistische Rezepte nicht greifen und sogar das Gegenteil bewirken. Bei den antikolonialen Befreiungskriegen, dem Krieg in Vietnam, den Kriegen gegen den Islamischen Staat, usw. verhält es sich gleich. Militärische Gewalt kann berechtigt und geboten sein. Punkt.
Objektiv, ohne das pazifistisch denkenden Menschen persönlich unterstellen zu wollen, ist der gegenwärtige europäische „Pazifismus“ ein Verbündeter Putins und dessen Kumpels Trump. Putin hält seit dem von ihm kurz nach seinem Amtsantritt vom Zaun gebrochenen zweiten Tschetschenien-Krieg (1999 bis 2009) sein Land in einer militarisierten Dauerspannung. Er knüpft bewusst an alle bösen historischen Geister des zaristischen Kolonialreiches Russland und der sowjetischen Großmachtpolitik an. Er schürt Paranoia, erfindet Bedrohungen, droht offen mit seinem riesigen und laufend modernisierten Atomwaffen-Potential, lässt schon Vorschulkinder im militärischen Geist drillen, er vernichtet jede Opposition im Land, huldigt einem besoffenen Blut- und Boden-Nationalismus und beeinflusst massiv die europäische Politik und Öffentlichkeit. Rechte Parteien wie AfD und FPÖ und vereinzelte „linke“ Stimmen wie Sarah Wagenknecht in Deutschland sind dabei seine Verbündeten.
Putin kann freiwillig nicht zurück
Mit dem Februar 2022, dem Start eines offenen Eroberungskriegs in Europa, ist eine neue Zeit angebrochen. Putin hat sich damit in eine Sackgasse manövriert. Er ist bei Strafe seines eigenen Untergangs und Lebens zur Erreichung seiner Kriegsziele verdammt. Vorher kann er nicht umkehren. Diktatoren wie Putin, das lehrt die Geschichte, reißen vor und bei ihrem eigenen Untergang bedenkenlos ihre Länder in den Abgrund mit. Das macht Putin so gefährlich für Russland und Europa. Und das macht einen gerechten Frieden auf dem Verhandlungsweg so schwierig. Es geht leider nicht um Einsicht. In diesem Fall geht es nur um Stärke und kann ein gerechter Frieden nur erzwungen werden. Die militärische Unterstützung der Ukraine ist daher absolut gebotene und gerechtfertigte Friedenspolitik, ebenso eine eigenständige europäische Rüstungs- und Verteidigungspolitik.
Pazifismus braucht es trotzdem immer
Ist Pazifismus, verstanden als rationale Friedenspolitik mit einem großen Menschheitsziel damit vom Tisch? Nein! Es braucht immer unabhängige, nicht geschäfts- oder machtorientierte Stimmen für nachhaltige Friedenslösungen, nicht nur in der Ukraine. Es braucht diese Stimmen für alle und insbesondere vor(!) allen gewaltsamen Konflikten. Es braucht globale Friedensinitiativen und Friedenspolitik. Es braucht immer diplomatische Bemühungen. Aber ehrliche.
Es ist unendlich schade, dass der globale Pazifismus die riesige historische Chance nach den Zusammenbruch der Sowjetunion und damit vorübergehend auch des Ost-West-Konfliktes nicht genutzt hat. Es gab in den Jahren nach 1991 etwa keine nennenswerten Initiativen oder Bewegungen für ein Verbot von Atomwaffen und globale atomare Abrüstung. Erste Schritte wären das völkerrechtliche Verbot der Drohung mit Atomwaffen, insbesondere gegen atomwaffenfreie Länder. Ebenso die Verpflichtung niemals als Erste und insbesondere nicht gegen atomwaffenfreie Länder Atomwaffen einzusetzen, usw. Das ist unterblieben.
Mit den aktuellen Führern der Atommächte sind solche Schritte in weite Ferne gerückt.Der Ukraine-Krieg kann, wenn er hoffentlich einmal mit einem gerechten Frieden beendet sein wird, vielleicht doch ein Ansporn für eine nachhaltige globale Friedenspolitik werden.
"Sterben für Danzig?" Der berühmt gewordene Leitartikel eines französischen "Pazifisten" in der Zeitung L´oeuvre vom 4. Mai 1939 fand Zuspruch. Dies ermunterte Hitler in seinen Kriegsvorbereitungen.
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21. 12. 2025
„Stimmung“ am Adventmarkt kaufen?
Ich bezweifle, dass der verständliche Hunger nach einer friedlichen, wohligen, geborgenen "weihnachtlichen Stimmung" durch den zunehmend exzessiven Besuch von Adventmärkten und einem perversen Adventmarkt-Tourismus gesättigt werden kann.
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15. 12. 2025
So voller Falschheit!
Gestern wieder im ORF.
Sie säuseln von "Frieden", von "Diplomatie", vom "Ende des Blutvergießens", usw. Aber sie meinen damit immer nur Putins Sieg und das Recht des Stärkeren. Gestern haben das wieder zwei elende Figuren im "Das Gespräch" (ORF) praktiziert. So durchsichtig! So erbärmlich! So voller Falschheit!
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8.12. 2025
Medien als Ware und Waffe der Superreichen
Nicht nur in den USA. Gefährliche mediale Gleichschaltung via „Markt“ und Kapital.
In den USA tobt gerade eine Milliarden Dollar Schlacht zwischen Mediengiganten um die Übernahme des Film- und Medienkonzerns „Warner Bros Discovery“. Es geht um schwindelerregende Summen bis über 100 Milliarden Dollar. Donald Trump mischt dabei in vielfacher Weise mit. Es gibt potentielle Käufer, die ihm besonders nahestehen. Warner Bros gehört auch der Fernsehsender CNN, der bislang in eher kritischer Distanz zu Trump berichtete. Die mediale Gleichschaltung via „Markt“ und Kapital nimmt damit in den USA einen erneuten Anlauf.
Auf Dauer und unterm Strich schlägt die Eigentümerschaft den Journalismus
Es ist auf Dauer unmöglich, mit professionellem und ehrlichem Journalismus die Dominanz und die Interessen der Medien-Eigentümer auszugleichen. Personalentscheidungen der Eigentümer wie die Bestellung von HerausgeberInnen und ChefredakteurInnen können die besten Redaktionsstatute und journalistischen Grundsätze aushebeln. Anpassung, Feigheit, Abhängigkeit und die Scheren im Kopf tun ihr Übriges. Die grundsätzliche Linie des Mediums geben die Eigentümer vor. Journalistische „kritische“ Einsprengsel werden je nach Medium mehr oder weniger geduldet. Sie können durchaus wohltuend sein, ändern unterm Strich aber wenig. Das gilt mit Abstufungen auch für so genannte oder selbst ernannte „Qualitätsmedien“.
Das Abgleiten der USA in die totale Herrschaft der Reichen und Superreichen hat ganz zentral mit einer Medienlandschaft zu tun, die unter nahezu vollständiger Kontrolle und Eigentümerschaft des privaten großen Kapitals steht.
Was braucht es noch?
Was braucht es eigentlich noch, damit wir endlich realisieren, was wir an den öffentlich-rechtlichen Medien, die ihren Hörerinnen und Seherinnen gehören, haben? Diese sind auch nicht perfekt, können aber nicht am Markt gehandelt werden. Was braucht es noch, damit wir realisieren, was wir in Summe an den kleinen medialen Pflänzchen der unabhängigen Zivilgesellschaft haben, und warum die vereinigte Rechte auf der ganzen Welt, auch in Österreich, gegen eben diese Medien hetzt und vorgeht?
ORF Online, 8.12. 2025: https://orf.at/stories/3413822/
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7. 12. 2025
"Behindert" und "normal"
Heute Mittag habe ich neben dem Gemüse schnipseln in der ORF-Sendung "kreuz&quer" ein berührendes Porträt der oberösterreichischen Künstlerin Ruth Oberhuber gesehen. Die kluge, kreative und sensible Frau gilt mit Trisomie 21 als "behindert". Es ist Wahnsinn, wenn so jemand als "behindert" gilt und - nur als ein Beispiel - ein gefährlicher, kranker Egomane wie Donald Trump für so viele Menschen als "normal".
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2. 12. 25
Die mutige kleine Botschafterin gegen Männergewalt.
Das sechsjährige tapfere Mädchen von Wien und seine Mutter müssen jetzt den vollen Rückhalt unserer Gesellschaft bekommen!
Wie viel Angst, Verzweiflung und Unglück muss dieses Mädchen schon durchlebt haben. Wie tapfer war ihre Mutter, mit ihrer Entscheidung, sich aus einer Gewaltbeziehung zu lösen. Wie schrecklich müssen die Momente gewesen sein, als der Vater seine Besitzansprüche an Frau und Kindern mit einem Messer durchsetzen wollte und seine Ex-Partnerin mit den zwei Kindern in ein Auto zwang. Wie souverän und mutig agiert eine Sechsjährige, die Polizisten mit ihren kleinen Händchen das SOS Zeichen signalisiert. Wie aufmerksam reagieren die anwesenden Polizisten. Ihnen gemeinsam ist es zu verdanken, dass diese Entführung nicht schlimmer ausgegangen ist.
Ein Appell, auch an die migrantische Bevölkerung.
Die Mutter und das Mädchen brauchen jetzt ein starkes Signal der Gesellschaft. Ihr habt richtig gehandelt! Wir stehen alle hinter Euch! Dieser Apell geht auch an die migrantische Bevölkerung und ihre VertreterInnen. Stellen Sie sich bitte laut und deutlich hinter diese Mutter und ihr Mädchen! Stellen Sie sich öffentlich gegen gewalttätige patriarchale Mentalitäten! Lassen Sie keinen Zweifel daran, wem ihre Solidarität gilt!
P.S.: Ich muss hier noch einmal nachschärfen. Warum der Appell an die migrantische Bevölkerung und ihre (religiösen) Autoritäten? Eine langjährige Flüchtlingshelferin meinte auf meine Frage zum Thema, der „sicher weit überwiegende Teil“ der traditionell islamisch geprägten Menschen in Österreich würde eine Frau, die ihre Mann verlässt, und ein Kind, das seinen Vater ins Gefängnis bringt, eher verurteilen als den gewalttätigen Mann. Für den zeige man ein gewisses Verständnis. Eine schwer misshandelte Frau habe einmal auf ihre Aufforderung, den Mann endlich anzuzeigen, gemeint, sie würde das nicht tun, denn sie wolle „eine gute Muslima“ sein. Deshalb sind Klarstellungen notwendig!
Bild unten: ORF-Online, 1. 12. 25
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1. 12. 2025
Speicherkraftwerke sind grundsätzlich sinnvoll!
Im Gegensatz zur Verbauung der letzten Bäche, Flüsse und wertvollen Flussabschnitte.
Die Energiewende braucht Speicher, Speicher und noch einmal Speicher. Das reicht von vielen tausend kleinen Speichern bei möglichst jeder privaten Photovoltaik-Anlage über größere Anlagen und neue Speichertechnologien bis hin zu Speicherkraftwerken. Speicher gleichen die unregelmäßige Stromaufbringung aus Wind und Sonne aus, ermöglichen deren weiteren Ausbau und entlasten die Netze.
Auch Speicherkraftwerke sind Eingriffe in die Natur und müssen möglichst schonend gebaut werden. Aber wenn wir eine unabhängige und klimaschonende Energieversorgung wollen, wenn wir Öl, Gas und Kohle durch die unerschöpflichen und immer heimischen Energiequellen Sonne und Wind ersetzen wollen, dann sind Speicher in vielen Varianten sinnvoll und Kompromisse mit der Natur möglich.
Landespolitik will Unterschiede nicht sehen.
Schade, dass die Salzburger Landespolitik den grundlegenden Unterschied zwischen neuen zerstörerischen und nicht mehr notwendigen Flusskraftwerken, etwa an der Salzach in Golling, und den grundsätzlich sinnvollen Speicherkraftwerken nicht sehen will oder ganz bewusst verwischt.
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28. 11. 2025
„Wögingern“, die Lieblingsbeschäftigung einer untergehenden Machtpartei…
Die politisch orientierungslose, zu nachhaltig positiven Reformen unfähige und gegenüber den Herausforderungen unserer Zeit kraftlose ÖVP wögingert (*) weiter ihrem Untergang entgegen.
*: Für Nichtösterreicher. August Wöginger ist Klubobmann der konservativen ÖVP im Parlament. Mit einer „Diversion“ ist er der gerichtlichen Verhandlung einer Intervention für einen Parteifreund für dessen Bestellung zum Leiter des Finanzamtes Braunau – zu Lasten der erstgereihten Kandidatin - vorläufig entgangen. Wöginger ist zu einer Symbolfigur für die Hilflosigkeit der österreichischen Gesellschaft gegenüber der Unsitte der Parteibuchwirtschaft geworden.
ORF-Online, 27. 11. 25
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24. 11. 2025
Globale Ziele können nur lokal umgesetzt werden!
Vom Scheitern der UN-Klimakonferenzen.
Die Welt kann sich nicht auf einen Ausstieg auf dem fossilen Zeitalter einigen. Sie will ihre derzeit drängendste Aufgabe nicht lösen. Das ist das Ergebnis der gestern zu Ende gegangenen UN-Klimakonferenz in Brasilien. Vor zehn Jahren, 2015 in Paris, sah es so aus, als würde sich die Welt tatsächlich ein Ziel vornehmen. Nämlich die Erderwärmung auf 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen und die CO-2 Emissionen entsprechend zu senken.
Daraus ist nichts geworden.
Warum scheitern die großen Ziele? Klimapolitik wird nicht im UN-Hauptquartier, nicht bei Konferenzen, nicht mit Erklärungen, nicht mit Protokollen, nicht mit Versprechungen, nicht mit großen Zielen, usw. gemacht. Es stimmt schon, „Globale Probleme können nur global gelöst werden.“ Aber das bleibt eine hohle Phrase ohne den Zusatz, dass eben diese Ziele nur mit lokaler Umsetzung erreicht werden können. Es braucht Sie, mich, jeden Betrieb, den Gemeinderat, den Bürgermeister, den Landtag, die Landeshauptleute, die Parlamente, die MinisterInnen, usw. Und jetzt stellen wir uns bitte einmal eine Frage. Wie viel lokale PolitikerInnen haben sich nach der Pariser Klimakonferenz im Jahr 2015 die Frage gestellt, was sie für die Erreichung des 1,5 Grad Ziels tun können, respektive müssen. Die Vorstellung, dass in den Jahren danach der Salzburger Bürgermeister Harald Preuner und der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer in ihren Büros sitzen und über diese Aufgabe grübeln, ist zum Schmunzeln. Keine Sekunde! Und weil sie damit Teil einer überwältigenden globalen Mehrheit, die auch noch vom fossilen Kapital und Gewohnheiten unterstützt wird, sind, ist das 1,5 Grad Ziel gescheitert. So einfach ist es. Unsere Kinder und Kindeskinder danken.
Die Stunde der BürgerInnen…?
„Jeder fange bei sich an“, ist eine gefährliche Phrase, weil sie die Politik aus ihrer Verantwortung entlässt. Wenn aber die Politik global wie national beim Umwelt- und Klimaschutz den Retourgang einlegt, während gleichzeitig die Technologien und Instrumente für eine Energie- und Verkehrswende immer besser und billiger werden, ist in dieser Situation auch die Stunde jedes/r einzelnen BürgerIn gekommen. Insbesondere die Wohlhabenderen mit frei verfügbaren Einkommen oder Vermögen sind massiv in der Pflicht.
Die Palette möglichen Hadelns ist groß: Biologisch einkaufen, weniger Autofahren, mehr Radfahren, mehr Öffis benutzen, weniger fliegen, wenn fliegen, dann mit Klima-Ausgleich, auf Elektromobilität umsteigen, weniger Prestige- und Luxuskonsum, nachhaltig produzierte Produkte kaufen, weniger Fleisch essen, Energiegemeinschaften gründen oder beitreten, Sonnenstrom produzieren, beim Heizen aus Öl und Gas aussteigen, im Haushalt oder im Betrieb Strom und Energie sparen geht fast immer, Unternehmen und Konzerne können ihre oft riesigen Flächen für Sonnenstrom nützen und Energiegemeinschaften gründen, statt ständig über die hohen Energiepreise zu jammern,… und natürlich, keine PolitikerInnen wählen, die durch ihre Taten und Unterlassungen beweisen, dass ihnen Umwelt und Klima egal sind.
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21. 11. 2025
Trumps und Putins „Frieden“ erinnert an den Hitler-Stalin Pakt.
Faschisten unter sich.
Es ist zum Weinen. Mit blanker Erpressung will US-Präsident Donald Trump die Ukraine zwingen, einem Unterwerfungs“frieden“ mit weitgehender Akzeptanz der Kriegsziele Russlands zuzustimmen. Es wird kein anhaltender Frieden werden. Das Unrecht für die Ukraine ist zu schreiend. Weite Teile der ukrainischen Gesellschaft werden dieses Diktat niemals akzeptieren. Und Russland wird für eine militärisch zwangsweise geschwächte Ukraine eine permanente Bedrohung bleiben. Die negativen Folgen sind aber nicht nur auf die Ukraine beschränkt. Wenn das Prinzip der Respektierung völkerrechtlich anerkannter Grenzen der Akzeptanz nackter Gewalt untergeordnet wird, drohen zahlreiche Konflikte. Auf der ganzen Welt gibt es Verrückte, die alte Karten wälzen und glauben, berechtigte historische Gebietsansprüche zu haben.
Gemeinsam gegen den Schwächeren.
Bei Trump hat man das Gefühl, er ist in Putins Hand. Dazu kommt, dass für einen Faschisten wie Trump, der etwa Grönland und Kanada "notfalls auch mit Gewalt" annektieren will, auch das Völkerrecht und völkerrechtlich anerkannte Grenzen überhaupt keine positiven Werte darstellen. Von Demokratie gar nicht zu reden. Die will er in den USA gerade abschaffen. Faschisten kennen nur das Recht des Stärkeren. Danach richten sie sich. Schwächere werden geopfert. Da sind sie sich einig. Das Drama dieser Tage erinnert an den Hitler-Stalin Pakt zur Aufteilung Polens. Eine Schande für die Welt! Europa muss jetzt (!) in die Gänge kommen.
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16.11. 2025
„Sie hatten das Geld, wir die Menschen!“
https://www.youtube.com/watch?v=uAy5U6lLmpE
Schaut Euch das bitte einmal an. Wie eine Frau, persönlich bescheiden, politisch kämpferisch, fundiert, mit klaren sozialen Ansagen, ohne billigen Pathos und gerade deshalb mitreißend, nach einem sensationellen Wahlsieg vor die Presse geht. Katie Wilson, die neu gewählte Bürgermeisterin der Stadt Seattle (*).
Der grausige Milliardärsputschist Donald Trump ist nicht die USA!
(*): Seattle ist mit 780.000 EinwohnerInnen die größte Stadt im US-Bundesstaat Washington.
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14. 11. 25
Diese Jagd-Stimmungen mag ich nicht!
Ohne positive politische Substanz. Aber Geld für "de Polidiga" und irgend etwas mit "Kammerstaat" und "Funktionären" sind verlässliche, billige Aufreger!
Ich mag diese politischen Jagd-Stimmungen, wie sie seit Tagen die österreichische Polit- und Medienwelt im Fall von Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer beherrscht, nicht. Überrascht hat mich von Mahrer & Co. gar nichts. Natürlich wird und muss er zurücktreten. Das genügt. Und nachher wird politisch nichts besser. Weil es überhaupt nicht um die (schreckliche) Politik der Wirtschaftskammer geht. Weil es nur ein verlogener medialer und politischer Aufreger mit Eigendynamik ist. Weil jeder Depp, wenn es ums Geld für Funktionäre und „Polidiga“ geht, zum lautstarken Experten wird. Weil es immer den Charakter einer Hetze bekommt, bei der jede/r nur noch auf den Plumps des fallenden Kopfs wartet. Weil zweifellos stolze Salärs, über die wirklich und immer unangetastet bleibende Reiche nur milde lächeln, zum Inbegriff des Luxus werden. Weil es dabei nie um ein wirkliches Anliegen geht.
Nur ein Hundertstel der gegenwärtigen Emotionen und Aufregung hätte ich mir - nur als winziges Beispiel - gewünscht, als die Wirtschaftskammer jahrelang die Einführung eines Dosenpfandes in Österreich blockierte.
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12. 11. 202
Die Budgetdefizite werden weiter wachsen…
… wenn neben kurzfristig notwendigen Sanierungsmaßnahmen nicht auch endlich langfristige Ziele für eine robustere, vernünftigere und gerechtere Gesellschaft politisch verfolgt werden. Die Rechten verweigern das, die Linken begnügen sich mit Symbol- und Abwehrkämpfen. Es fehlt ein kompaktes Bild einer besseren Gesellschaft. Strukturelle, langfristige Reformen sind notwendig.
Der drohende über Jahrzehnte herangezüchtete budgetäre Bankrott steht zum Beispiel im „Österreichischen Gesundheitsbericht“ 2022. Demnach verbringen Österreichs Frauen 19,5, Österreichs Männer 16,4 Lebensjahre in mittelmäßiger bis schlechter Gesundheit. Die Menschen werden immer älter, aber die Anzahl der gesunden Lebensjahre hält damit nicht Schritt. Knapp 66 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren leiden an einer chronischen Erkrankung oder Gesundheitsproblemen.
Die Ursachen kennen wir. Fett, Zucker, Übergewicht, industrielles, denaturiertes Junk-Food, Bewegungsmangel, Stress, ungesunde Arbeitsbedingungen. Man wüsste auch, was dagegen zu tun wäre. Etwa die Implementierung von Bewegung in den Alltag durch Förderung des Rad- und Fußverkehrs, Besteuerung von Zucker und schlechtem Fett, Förderung der biologischen Landwirtschaft, Verbot von Süßigkeiten auf Augenhöhe von Kindern in Supermärkten und Geschäften, aktive Gesundheitspolitik in der Arbeitswelt, konsequentere Politik für einen vernünftigeren Umgang mit Alkohol, usw. Es geschieht nicht, oder zu wenig oder das Gegenteil.
Apropos Arbeitswelt.
Der drohende Budgetkollaps findet sich zum Beispiel auch in einem Tunnel unter der Alpenstraße in Salzburg. Allen Ernstes befinden sich dort Geschäfte und Arbeitsplätze. Man stelle sich vor, dass man dort unten bei Kunstlicht in grauenhafter Luft in einer menschenfeindlichen Umgebung bis zum 65. Lebensjahr, oder länger, arbeiten soll. Diese Frage stellt sich häufig.
Der drohende Budgetkollaps ist mit Blick auf unsere Landschaften sichtbar. Jahrzehntelang wurde von Gesetzgebern und in den Gemeindestuben Raumordnung nach dem Prinzip „in jede Wiesn a Haus“ betrieben. Im Land Salzburg fand der Großteil der Bautätigkeit via dem berüchtigten Ausnahmeparagraphen (15a, ROG) im gewidmeten Grünland statt. Folgekosten für Infrastruktur wie Kanal, Wasser, Müllabfuhr, Verkehr, Straßendienst waren egal.
Der drohende Budgetkollaps liegt in der feigen Akzeptanz zehntausender leerstehender Wohnungen, von Betongold, Mietwucher, Grundstücksspekulation und einer absurden damit verbundenen asozialen Interpretation von „Eigentumsrechten“.
Tausend Beispiele mehr ließen sich hier anführen.
Rechter und "linker" Diskurs greifen zu kurz!
Der konservative Mainstream-Diskurs sieht die Budgetprobleme in den hohen Sozial- und Gesundheitsausgaben, fragt aber nicht, warum der Bedarf danach so hoch ist. Er geißelt die steigenden Pensionsausgaben, fragt aber nicht, warum Menschen früh in Pension gehen und die Mentalität der Huldigung eines angeblichen Pensionsparadieses gerade in Österreich so populär ist.Der „linke“ Diskurs ergeht sich in Abwehrkämpfen gegen Kürzungen vor allem im Sozialbereich und in der Forderung nach Vermögenssteuern. Alles berechtigt, aber kein Allheilmittel. Ein kompaktes Bild einer Reformpolitik, die diesen Namen verdient, fehlt.
Letztlich ist es einfach. Eine mutige langfristig denkende Politik muss endlich alles, was Menschen unglücklich, krank, fett und arm macht, alles, was Umwelt, Natur und Klima schadet, steuerlich belasten und politisch bekämpfen. Alles, was gut für Mensch und Natur ist, muss steuerlich entlastet und politisch gefördert werden. Ansonsten ist langfristig das Budget - bei Beibehaltung des Sozialstaats! - nicht sanierbar. Die Alternative ist dann eine kurzfristige Budgetsanierung mit sozialem Kahlschlag und dem Zurückfahren wichtiger öffentlicher Aufgaben.
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5. 11. 2025
Ja zur Begegnungszone Nonntal!
A bissl Mut zu einem überfälligen Beschluss, werte Damen und Herren des städtischen Gemeinderats! Unser Leserbrief in den heutigen Salzburger Nachrichten.
Nachtrag. Am Donnerstag (6. 11.) hat der Planungsausschuss des Gemeinderates gegen die Stimmen von ÖVP und FPÖ die Realisierung der Begegnungszone grundsätzlich beschlossen. Das ist erfreulich. Wenn im inneren Nonntal keine Begegnungszone möglich ist, dannn nirgendwo in der Stadt Salzburg. Wir hoffen auf eine zügige Realisierung im konstruktiven Dialog auch mit den BürgerInnen, die noch skeptisch oder ablehnend sind.
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4. 11. 2025
Dramatischer globaler „Ungleichheitsnotstand“
Ein Prozent der Menschheit sichert sich 41 Prozent des weltweiten Wohlstandszuwachses der Jahre 2000 bis 2024.
Eine Gruppe von sechs Ökonomen unter der Leitung von Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph E. Stiglitz prangert in einem aktuellen Bericht für den kommenden G20 Gipfel einen globalen „Ungleichheitsnotstand“ an. Demnach haben die reichsten ein Prozent der Menschen zwischen 2000 und 2024 rund 41 Prozent der globalen Vermögenzuwächse vereinnahmt. Für die ärmsten 50 Prozent sei dagegen nur ein Prozent übrig geblieben.
Es ist ganz egal ob diese Zahlen auf das Prozent genau stimmen. In der Tendenz drücken sie ein tragisches Versagen der Weltgemeinschaft und Politik aus, und zwar der internationalen, wie auch der Politik in jedem einzelnen Land.
Dieses Versagen kommt nicht von ungefähr. Es ist Ausdruck der mit der wirtschaftlichen Macht gewachsenen ideologischen und politischen Macht des großen Kapitals.
Denkt bitte daran…
Genau darum geht es bei der gezielten Förderung der Trumps aller Art, bei der Finanzierung rechter Parteien, rechter und konservativer Medien, reaktionärer Prediger und Influencer oder neoliberaler Thinktanks. Ein riesiger ideologischer Aufwand wird betrieben, um den Menschen ununterbrochen zu erzählen, endlose Vermögensungleichheit sei moralisch gerechtfertigt und wirtschaftlich notwendig. Emotional werden die Menschen mit Aufregern wie Sozialhilfe für syrische Großfamilien, etc. beschäftigt und gelenkt. All dies dient letztlich nur dazu, dass die globalen Wohlstandszuwächse politisch unbehelligt von Privilegierten, Reichen und Super-Reichen gestohlen werden können.
Denkt bitte daran, wenn das nächste Mal wieder PolitikerInnen medial gejagt oder totgeschwiegen werden, weil sie das Wort Vermögens- oder Erbschaftssteuern auch nur in den Mund genommen haben. Oder weil sie irgendetwas tun wollen, was dem reichsten Prozent nicht passt.
Wenn die Menschen sich nicht vom ideologischen Trommelfeuer des großen Kapitals emanzipieren, wird dieser Prozess der Umverteilung nach oben weiter gehen, bis hin zur Vernichtung der Demokratien
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„Der Mensch is a Sau, wenn er darf!“ (*)
Deshalb braucht es Kontrolle, Transparenz, Rechte und Schutz. Anmerkungen zu den traurigen Enthüllungen über Missbrauch in SOS-Kinderdörfern.
Überall, wo Macht auf Ohnmacht trifft, wo es unhinterfragte Autoritäten und kritiklose AnhängerInnen gibt, wo es Recht- und Schutzlose gibt, wo Reichtum auf Abhängigkeit trifft oder wo Mehrheiten Minderheiten dominieren können, kann der Mensch seine negativen Anteile, das Böse in ihm, ausleben. Nur ein paar Prozent, die das dann wirklich tun, genügen, um für Betroffene die Hölle auf Erden zu schaffen. Die Schutzlosen können Besiegte, Gefangene, KZ-Insassen, Minderheiten, BürgerInnen, ArbeitnehmerInnen, Flüchtlinge, Frauen oder eben auch Kinder ohne Rückhalt sein. Diese sind besonders wehrlos und abhängig. Zum Beispiel Kinder in SOS-Kinderdörfern.
Die Mechanismen von Macht und Ohnmacht sind bekannt und hunderttausendfach mit allen Schrecken dieser Welt belegt. Zivilisation heißt, diese Mechanismen strukturell zu bekämpfen. Auch das ist bekannt. Man weiß, wie das geht. Es braucht dazu Rechte, Öffentlichkeit, Sprache, Begriffe, Transparenz, Regeln, Kontrolle, Schutz, Kritik- und Beschwerdemöglichkeiten, usw.
Schutzkonzepte müssen selbstverständlich sein!
Umso hässlicher sind die Blauäugigkeit und das vorgebliche Erstaunen, wenn wieder einmal Fakten über das Leid, das Kindern in solchen Einrichtungen angetan wurde, bekannt werden. Es ist unfassbar, dass etwa in den SOS-Kinderdörfern über Jahrzehnte keine oder unwirksame strukturelle Vorkehrungen gegen Machtmissbrauch getroffen wurden. Noch unfassbarer ist das, wenn diesen Einrichtungen öffentliche Aufgaben und öffentliches Geld anvertraut wurden.
Von allen Einrichtungen und Institutionen, in denen Macht und Ohnmacht aufeinandertreffen, sind solche Schutzkonzepte zu fordern. Insbesondere natürlich von allen öffentlichen, respektive mit öffentlichem Geld arbeitenden Einrichtungen. Traurig, dass das noch betont werden muss.
(*): Der gute Satz ist nicht vor mir. Beiläufig hat ihn vor Jahrzehnten der leider schon verstorbene Dr. Wolgang Friedl, Psychologe, Gründer des Sozialvereins "Treffpunkt", bunter Hund mit tausend unvollendeten Ideen und Anfängen, in eine Diskussion geworfen. Ewig treffend!
Salzburg-Teneriffa: 82 statt 611 Kilogramm CO2
Bahn, Fähre und Weitwanderung versus Flug. Ein Selbstversuch.
Nein, es ist bestimmt nicht immer und für jedermann so mach- oder zumutbar. Ja, möglichst seltene Flugreisen mit angemessener Zeit-Distanz Relation und vollem Klimaausgleich bei „atmosfair“ oder „myclimate“ sind eine akzeptable Sache. Aber interessant ist es trotzdem. Diesmal unternahm ich meine herbstliche Anreise auf die kleine kanarische Insel La Gomera mit Bahnen, Fähren und der mehrtägigen Wanderung von Teneriffa Nord nach Süd, mit der Besteigung des 3.700 Meter hohen Vulkans Teide als Fleißaufgabe. Von Teneriffa Süd nach La Gomera ist es nur noch eine kurze Fahrt übers Meer, die so oder so mit der Fähre zurückgelegt werden muss.
Es war keine schnelle Distanzüberwindung, sondern eine Reise mit Aufenthalten in wunderbaren spanischen Städten, durch spektakuläre Naturlandschaften und mit einem schweren Rucksack.
Die französischen und spanischen Hochgeschwindigkeitsbahnen sind ein Erlebnis. Bei 300 Stundenkilometern fliegen die weiten Landschaften vorbei. 45 Stunden auf der Fähre von Cadiz nach Teneriffa wiederum fahren die Zeit hinunter. Man sitzt und schaut. Viel mehr ist nicht zu tun. Ein selten gewordener Genuss. Lange Fußmärsche mit schwerem Rucksack über eine gebirgige Insel mit wenig Wasser und schlechter Infrastruktur für Weitwanderer muss man sich antun wollen. Vermeidbar wären sie freilich auch. Teneriffa hat ein ausgezeichnetes Busnetz.
Reise statt Distanzüberwindung
2.174 Kilometer Bahn, 1.400 Kilometer Fähre und ein mehrtägige Fußmarsch.
Die Initiativen „atmosfair“ oder „myclimate“ bieten die Berechnung der CO2 Emissionen von Flugreisen an. Mit Ausgleichszahlungen werden Projekte gefördert, bei denen mit der errechneten Summe dieselbe Menge CO2 eingespart werden kann. Atmosfair berechnet für einen Flug von Salzburg nach Teneriffa Süd pro Person eine CO2 Emission von 611 Kilo. Demgegenüber stehen für die 2.174 Bahnkilometer von Salzburg nach Cadiz mit im Fernverkehr angenommenen 26 Gramm CO2 pro Personenkilometer (Umweltbundesamt, Deutschland) eine CO2 Belastung von 56,5 Kilo. Die 1.400 Kilometer lange Fahrt auf der Fähre von Cadiz nach Santa Cruz de Teneriffa schlägt nach Angaben des Fährunternehmens bei Passagieren ohne Auto mit 18 Gramm pro Personenkilometer zu Buche. Das wären also 25,2 Kilogramm CO2. Insgesamt liegen demnach bei der Reise mit Bahnen und Fähre von Salzburg nach Teneriffa die Emissionen des Treibhausgases CO2 bei nur 81,7 Kilogramm.
Natürlich handelt es sich hier um Größenordnungen und wird jede Berechnung etwas anders ausfallen. Die spanischen Bahnen etwa reklamieren für sich, dass sie bereits CO2-neutral fahren. Alles fließt.
Aber ökologisch ist die Sache eindeutig. Bahnen und Fähren sind weit überlegen. Finanziell und terminlich ist es auch eindeutig. Fliegen ist wesentlich billiger und schneller. Auf der Habenseite steht eine schöne Reise anstelle einer Distanzüberwindung.
Und vor allem: Es ist machbar und oft einer Überlegung wert, ob es nicht auch anders ginge.
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18. 10. 25
Trump: Amnestien für kriminelle Rechtswähler!
Wissen die WählerInnen von FPÖ oder AfD eingentlich, woran sich ihre Rädelsführer orientieren?
Schön, dass in den USA beim "No Kings Day" Millionen BürgerInnen gegen Trumps Milliardärsputsch protestieren. Aber die rechten und rechtsextemen Parteien in Europa und Österreich stellen positive Bezüge zu Trumps USA her. Sie sind von Trump begeistert. Eine politische und mediale rechte Internationale formiert sich. Einmal an der Macht, wollen sie dem Drehbuch Trumps folgen.
Nur ein kleines Beispiel.
Nehmen wir ein kleines Beispiel unter den tausend Schweinereien Trumps. Er begnadigte den kriminellen und zu sieben Jahren Haft verurteilten republikanischen Ex-Abgeordenten George Santos mit der Begründung, dieser habe immer die republikanische Partei gewählt.
Wissen die ÖsterreicherInnen, dass die FPÖ für eine Politik ist, die Kriminelle begnadigen will, wenn sie rechte oder faschistische Parteien wählen oder gewählt haben? Wissen die Deutschen, dass die AfD ebenso tickt? Wissen sie, dass diesen Leuten der Rechtsstaat nichts, aber auch gar nichts, bedeutet? Dass es ihnen nur um ihre Macht geht?Und um die Macht des großen Geldes?
Die rechten Rädelsführer verschleiern ihre wahren Absichten und lauern auf ihre Chance.
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9. 10. 25
August Wöginger muss zurücktreten!
Plumpe Parteibuchwirtschaft ist eine Erbsünde österreichischer Politik.
Es ist so peinlich, so gestrig, so beschämend, so machtmissbrauchend, so häufig, so "normal", so gewohnt, so diskriminierend, so ohne Unrechtsbewusstsein, so primitiv, so verlogen, so schädlich für das Land...
Natürlich muss der ÖVP Klubobmann im Parlament August Wöginger zurücktreten! Die Bezahlung einer lächerlichen Strafe als "Diversion" an Stelle eines ordentlichen Gerichtsverfahrens macht die ganze Dreistigkeit nur noch abstoßender.
Es ist nicht Aufgabe der Parteipolitik, - wie in diesem Fall - Finanzamtsleiter ganz bewusst aus den eigenen Reihen zu bestellen und damit andere - besser qualifizierte! - BewerberInnen zu diskriminieren. Wann geht das endlich in die Schädel österreichischer PolitikerInnen?
PS: Alle, die sich jetzt "zurückhalten", wissen genau warum.
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1. 10. 2025
Die Vergatterung des US-Generäle.
Werden sie mitmachen?
Schaurige Bilder erreichen uns aus den USA. In Reih und Glied sitzen hunderte Generäle und Admiräle. Sie wurden eigens nach Virginia beordert, um sich die faschistoiden Tiraden eines Fox-News Rotzlöffels und seines Präsidenten anzuhören. Es war alles dabei. Verkommene, giftige Bilder von „Männlichkeit“, Minderheiten als Feindbilder, Drohungen gegen alle, die nicht mitmachen wollen, Propaganda für Einsätze gegen BürgerInnen und Städte im eigenen Land, Fantasien von einer de facto gewaltsamen Machtübername.
Eine große Versuchung für Militärs.
Die Militärs applaudierten artig, aber ihre Begeisterung hielt sich sichtlich in Grenzen. Werden sie letztlich trotzdem mehrheitlich dabei sein? Das muss befürchtet werden. Dafür gibt es viele historische Beispiele. Auch die Generäle der deutschen Wehrmacht aus den alten preußischen Offiziersfamilien verachteten im Grunde dünkelhaft den „böhmischen Gefreiten“ Hitler. Aber sie erlagen trotzdem mehrheitlich der Versuchung des Bedeutungszuwachses, den sie durch die aggressive Aufrüstungs- und Kriegspolitik der Nazis erfuhren. Letztlich taten sie mehrheitlich ihre Pflicht nicht. Diese wäre gewesen, sich der Beseitigung der Demokratie und den mörderischen, ungerechten Angriffskriegen zu widersetzen.
PS.: Die ÖsterreicherInnen sollten sich bitte immer vor Augen halten, dass die FPÖ von der autoritären, faschistoiden Wende in den USA unter Trump fasziniert ist. Sie wollen es genauso. Aber wollen wir das wirklich?
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27. 9. 2025
Hermann Hesses „Atemnot der Geistigkeit“
Die beklemmende Aktualität einer genialen Formulierung von gestern.
Unlängst fiel mir am Bücherbord einer Berghütte ein zerlesenes, vergilbtes Ullstein Taschenbuch von Hermann Hesses „Siddhartha“ in die Hände. Ein bisschen blättern, nach Jahrzehnten wieder hineinlesen und gleich über Hesses Widmung des Buches an Romain Rolland (*) stolpern. Was für ein Kleinod! Als Jugendlicher überlas man die wenigen Zeilen. Dieser Tage aber trifft die geniale Formulierung von der „seit kurzem eingebrochenen Atemnot der Geistigkeit“ mitten ins Herz.
Die vornehme Höflichkeit aus der Welt von gestern und die tiefe Wertschätzung, die Hesse in diese wenigen Zeilen zu legen vermochte, lassen die brennenden Aktualität unserer mit dieser „Atemnot“ kämpfenden Geistigkeit noch intensiver unter die Haut gehen. Die Beklemmung, dass alles wieder kommen kann, kämpft nun mit der Hoffnung, dass die Trumps, Putins, Kickls, Weidels, etc. mit ihren tausend Wegbereitern und Unterläufeln politisch noch rechtzeitig an ihrer „eingebrochenen Atemnot“ ersticken.
(*): Romain Rolland (1866–1944) war ein französischer Schriftsteller und Nobelpreisträger. Er war einer der ganz wenigen Vertreter des europäischen Geisteslebens, die gegen den kollektiven Wahnsinn, in den ihre verrotteten Monarchien die Völker Europas zu Beginn des ersten Weltkrieges getrieben haben, weiter für eine übernationale, humane Gesinnung kämpften.
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24. 9. 2025
Unsere verlogenen rechten „Patrioten“
Kuschen, Schweigen und Zustimmen bei Angriffen auf Österreich.
Nur wenige Zahlen. In den USA gibt es aktuell jährlich rund 5,8 Morde pro 100.000 Einwohner. In Österreich sind es rund 0,8. In den USA gibt es aktuell rund 1,8 Millionen Gefängnisinsassen. Die USA haben durchschnittlich rund 600 Häftlinge auf 100.000 Einwohner, Österreich rund 95. Es ist keine Frage, in Österreich lebt man im Vergleich mit den USA in einem Sicherheitsparadies und mit unvergleichlich höherer Lebensqualität. Darauf dürfen wir stolz sein. US-Präsident Donald Trump hatte gestern trotzdem die Frechheit und Ungezogenheit vor der UNO Österreich als Land mit hoher Ausländer-Kriminalität und hohem Ausländer-Anteil in den Gefängnissen zu beleidigen. Kein Wort des Protestes dazu von unseren vorgeblichen rechten "Patrioten". Warum? Weil Trumps anmaßende Verzerrung in ihre Agenda und ihre Propaganda passt.
Vor wenigen Tagen besuchte US-Energieminister Chris Wright, ein Fracking-Unternehmer und Lobbyist für fossile Energien, Österreich. Er trompetete Unsinn über die europäische „Klimapolitik“ und die österreichischen Energiepreise. Es gäbe „keinen Ersatz für Kohle, Öl und Gas“ und – natürlich - die USA würden das Zeug gerne liefern. Auch hier kein Wort des Protests von FPÖ und Co. Weil jede ökologische Verantwortungslosigkeit und die Leugnung des Klimawandels in ihre Propaganda passen.
Im Kern Verbündete von Trump und Putin.
Noch unsäglicher waren die militärischen Drohungen des russischen Ex-Präsidenten Dmitri Medwedew von Ende August gegen Österreich und das österreichische Bundesheer. Dieses könne „in die Langstrecken-Einsatzpläne der russischen Streitkräfte einbezogen werden“. Putins Scharfmacher Medwedew droht regelmäßig mit dem Einsatz von Atomwaffen, auch gegen europäische Länder, die selbst über keine Atomwaffen verfügen. Die FPÖ verhielt sich zu den Drohungen und Beleidigungen Medwedews halbseiden bedeckt. Aber die Reaktionen der von FPÖ und Co. herangezüchteten rechten Meute im Netz waren bezeichnend. In aggressivster Weise wurden dort massenhaft keineswegs die russischen Drohungen kritisiert. Beleidigt, verspottet, kritisiert und bedroht wurden stattdessen alle österreichischen PolitikerInnen, insbesondere die Außenministerin, die den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine als solchen benennen. Sie seien die eigentlich Schuldigen an den russischen Drohungen.
Wir haben es bei der österreichischen Rechten nicht mit „Patrioten“ oder „Heimatliebenden“ zu tun. Das ist nur deren verlogene Folklore. Im Kern sind sie Bewunderer und Verbündete grauslicher, autoritärer, diktatorischer und möchtegerndiktatorischer Figuren wir Trump und Putin.
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17. 9. 2025
Pensionen. Die SPÖ in einer Klemme.
Aber ich muss Andreas Babler ein bisschen gegen demagogische Vorwürfe verteidigen.
Vorweg. Ich bin selbst von der reduzierten Pensionsanpassung unter der Inflationsrate betroffen. Das ist nicht angenehm. Aber nix Schlimmeres soll mir im Leben passieren. Ich denke auch an die sehr großzügigen Anpassungen der letzten Jahre und finde die aktuelle Aufregung von Links und Rechts maßlos übertrieben. Ich halte grundsätzlich die funktionierende Pensionsversicherung für immer mehr BezieherInnen für eine riesige Leistung des Sozialstaates. Niemand hätte sich das wohl so träumen lassen, als erste Ansätze einer Pensionsversicherung im Jahr 1906 für Angestellte – für Arbeiter nicht! – erkämpft und in Gesetzesform gegossen wurden.
Die Sozialdemokratie ist von dem realen und geschürten Unmut über die für höhere Pensionen etwas reduzierte Anpassung besonders betroffen, gilt sie doch als die Hüterin sicherer und großzügiger Pensionen. Dieser Unmut wird nun demagogisch geschürt. So etwa in der Kronen-Zeitung. Dort heißt es etwa am 16. 9. 25: „Das ist ja überhaupt ein Treppenwitz in der Geschichte der SPÖ. Da trommelte Andreas Babler landauf, landab seine Reichensteuer und dann reicht sein Mut nur bis zu den Durchschnittspensionisten.“ Erinnern Sie sich, werte LeserInnen, an die Propaganda der Krone gegen eben diese „Reichensteuer“?
Vermögenssteuern wäre ein guter Beitrag, aber…
Andreas Babler hat als SPÖ-Vorsitzender im Wahlkampf zur letzten Nationalratswahl das Thema Vermögenssteuern als eine zentrale sozialdemokratische Forderung positioniert. Er wurde dafür vom gesamten privaten Medienkapital - das in dieser Frage nicht neutraler Berichterstatter, sondern Partei ist – unfair geprügelt und geradezu gejagt. Von seiner Partei, die das Kämpfen, Argumentieren, Mobilisieren und Überzeugen gegen den Strich weitgehend verlernt hat, kam wenig Unterstützung. Manche Partei“freunde“ nutzten sogar die Gunst der Stunde, um mit Kritik an Bablers Kurs billigst mediale Gunst und Aufmerksamkeit zu erwerben. 64,2 Prozent der WählerInnen haben mit FPÖ, ÖVP und NEOS Parteien gewählt, die explizit Vermögenssteuern ablehnen und dies auch im Wahlkampf nie verheimlicht haben. Babler hatte in dieser Konstellation keine Chance, Vermögenssteuern in den Koalitionsverhandlungen durchzusetzen. Es sei denn, er hätte Blau-Schwarz ermöglichen wollen. Das macht sich jetzt bemerkbar.
Ich bin für spürbare Vermögenssteuern. Die sozialen Unterschiede sind bereits viel zu groß geworden und ein viel zu großer Teil des gemeinsam erarbeiteten Reichtums ballt sich demokratiegefährdend bei ganz wenigen Personen zusammen. Aber einfach ist das nicht. Vermögenssteuern lösen nicht alle Finanzierungsprobleme und müssten gut gemacht werden. Sie müssen die Richtigen und vor allem stehendes Kapital treffen, also zum Beispiel nicht die Weiterführung von Betrieben gefährden. Das müsste eine Regierung gemeinsam wollen.
Vermögenssteuern wären ein guter Beitrag, damit die zweifellos notwendige Budgetsanierung gerechter, glaubwürdiger, effizienter und akzeptierter geschehen könnte. Dass das in dieser Regierung nicht möglich ist, ist auch die Verantwortung der Wählerinnen und Wähler.
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15.9. 2025
Ein Gesicht des Faschismus in den USA
Grauenhafte Entmenschlichung als „logische“ Dynamik fehlender Sozialpolitik.
Der Fox-News(*) Moderator Brian Kilmeade schlug unlängst vor, psychisch kranke Obdachlose „einfach zu töten“. Es gibt darob in den USA etwas Aufregung und ein bisschen Zurückrudern dieses vorgeblichen „Journalisten“. Mehr nicht.
Der Möchtegern-Massenmörder steht nicht nur für eine neue Phase des totalitären, unmenschlichen Abgleitens der USA. Er steht gleichzeitig für eine fatale „logische“ Fortsetzung fehlender Sozialpolitik, verbunden mit dem entschlossenen eiskalten Willen der derzeitigen Administration, nicht mehr auf Armutsbekämpfung, sondern auf noch mehr Ausgrenzung und Gewalt gegen Arme zu setzen.
Abhängen, Ausgrenzen, Verdrängen, Entmenschlichen, Vernichten...
In den USA gibt es kaum Mieterschutz, kaum sozialen Wohnbau und immer weniger Sozialhilfe. Man ist schnell obdachlos. Nicht erst seit Trump. Wenn ein Teil der Bevölkerung brutal von jeder Wohlstandsentwicklung abgehängt wird, und am Rande einer reichen Gesellschaft in einen Sumpf aus Armut, Aussichtslosigkeit, Drogen, Alkohol, Kriminalität, Gewalt und Krankheiten versinkt, stören sie. Man will sie weghaben. Das hat eine eiskalte Logik. Donald Trump hat den Takt vorgegeben. Den Einsatz der Nationalgarde in Washington hat er unter anderem damit begründet, man müsse die Stadt von Obdachlosen und Geisteskranken säubern. Die Dynamik nimmt Fahrt auf. Abhängen, Verdrängen, Entmenschlichen, Vernichten… Man kennt es und muss es beim Namen nennen. Das ist eine faschistische Dynamik.
(*): Fox News ist eine einflussreiche rechte Giftküche, die zum globalen Netzwerk des Medien-Milliardärs Rupert Murdoch gehört. Fox-News hat maßgeblich zum Siegeszug des asozialen rechten Mainstreams in den USA und Donald Trumps beigetragen. Fox News steht für den politischen Triumph des privaten reaktionären Medienkapitals ohne Korrektive wie es etwa starke öffentlich-rechtliche Medien sind. Das sind genau die Verhältnisse, die etwa die FPÖ medienpolitisch anstrebt.
Eines der vielen Gesichter des US-Faschismus.
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12. 9. 2025
Die rechte Pensionshetze ist sachlich falsch!
Der perfiden Stimmungsmache mit Fakten entgegentreten!
In der rechten Szene wird derzeit mit einem Leserbrief in der Kronen-Zeitung vom 26. August 25 Stimmung gemacht. In ihm spiegelt sich die rechte Strategie, soziale Probleme oder Ungerechtigkeiten gezielt auf eine völkisch-nationalistische Ebene zu bringen, erfolgreich wider. Die Leserbriefschreiberin fürchtet darin um ihre mit langer Arbeit redlich erworbene Pension. Sofort gleitet dies aber in die völkischen Reflexe gegen AusländerInnen und Asylsuchende ab: „Sie sollten bei denen einsparen, die noch nie ins System eingezahlt haben – oder sie nach Hause schicken.“
Werte Frau Feilmoser, sie konstruieren einen Gegensatz, den es nicht gibt. Die Zuwanderer und Asylsuchenden nehmen Ihnen keinen Cent ihrer wohl verdienten Pension weg. Die Grundversorgung für Asylsuchende kann sich Österreich leisten. Unser Pensionssystem insgesamt lebt zu großen Teilen von den Beiträgen von ZuwanderInnen und integrierten Asylsuchenden. Sie sichern Ihre und meine Pension. Ich bin dankbar dafür.
Jede/r vierte BeitragszahlerIn!
Bitte nehmen Sie nur einige wenige Zahlen zur Kenntnis. Laut dem offiziellen „Integrationsbericht 2024“ des Bundeskanzleramtes gab es im Jahr 2023 in Österreich insgesamt 4.458.000 Erwerbstätige. Der Anteil an ausländischen Staatsangehörigen betrug dabei 1.103.600 Menschen. Das ist mit 24,8 Prozent fast jeder vierte Pensionsbeiträge einzahlende Erwerbstätige.
Wir müssen nicht darüber reden, dass Integration oft schwierig ist und manchmal auch nicht gelingt. Aber die Strategie, soziale Probleme immer nur auf diese Schiene zu bringen, ist ausschließlich politische Hetze und sachlich vollkommen falsch.
Dieser Leserbrief in der "Kronen Zeitung" vom 26. August 25 wird in rechten Kreisen und Blogs herumgereicht.
Ohne ausländische Arbeitskräfte würden Wirtschaft und Versorgung in Österreich zusammenbrechen.
Grafik aus: www.awblog.at vom 23. 7. 2024
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1. 9. 2025
Ein kleiner Beitrag zu einem schönen und großen Ziel
Die "Energiewende" ist mehr als ein Schlagwort.
Für das Wasserkraftwerk "Sinnhub" im bestehenden Salzburger Almkanal musste keine Flusslandschaft zerstört werden. Rund 200 Mitglieder der „Erneuerbaren Energiegemeinschaft Sinnhub“ haben den Bau gemeinsam finanziert und beziehen Strom davon. Wir sind gerne dabei.
Mit tausend solchen Initiativen, mit Sonne, Wind, Wasser, Biomasse, Abwärme, Speichern, Effizienz und Sparen kann die Energiewende gelingen. Es geht dabei nicht um ein Schlagwort, es geht um ein wirklich schönes, lohnendes Ziel. Es geht um eine unabhängige Energieversorgung aus nahen Ressourcen, mit Wertschöpfung und Arbeitsplätzen im Land, um keine Abhängigkeit von Despoten, Großmächten und unsicheren langen Transportwegen, um keine Erpressungen, keine weitere Zerstörung von wertvollen Flusslandschaften, keine (atomaren) Langzeitrisiken und keine Klimabelastung! Ja, das wäre machbar. Die BürgerInnen müssten nur PolitikerInnen wählen, die das durchsetzen wollen. Und alle in Wirtschaft, Industrie und Bevölkerung, die es sich leisten können, müssten das Geschrei nach „billiger! billiger! billiger! egal welcher Energie“ beenden und endlich konstruktiv in die Gänge kommen. Intelligente Technologien und viel Wissen stehen erprobt zur Verfügung. Sie wollen nur großflächig ausgerollt werden. Dann wird es übrigens wirklich nachhaltig billiger.
P. S.: Für NichtsalzburgerInnen. Der „Almkanal“ ist eine künstliche Ableitung der Königsee-Ache in die Stadt Salzburg. Beginnend wahrscheinlich schon im 8. Jahrhundert wurde dieser Kanal über Jahrhunderte mit mehreren Nebenarmen aufwendig ausgebaut. Er diente der Versorgung der Stadt und der Festung Hohensalzburg mit Frischwasser, als Antrieb für Mühlen, usw.
Das Kleinwasserkraftwerk Sinnhub im Salzburger Almkanal.
Eine beachtliche Strom-Ausbeute. Im September lässt die Produktion nach. Das ist traditionell der Monat der "Almabkehr", der Reinigung und Wartung des verzweigten Kanalsystems.
Gegen die rechte Corona-Geschichstfälschung!
Wann gibt es Untersuchungsausschüsse über die Folgen von verantwortungsloser rechter Corona-Propaganda?
In Österreich hat es insbesondere die ÖVP in Niederösterreich und der Steiermark der FPÖ erlaubt, die Geschichte der Corona-Pandemie nachhaltig zu verfälschen. Vorsicht, verantwortliches Handeln, soziale Rücksichtnahme, wissenschaftliche Erkenntnisse, notwendige Maßnahmen und Impfungen wurden auf die historische „Anklagebank“ gesetzt. All das, was rechte Parteien, asoziale Schwurbler und ihre effektheischenden Medien immer propagiert haben, soll hängen bleiben. Eine fatale Haltung, die den Schutz der Bevölkerung im Falle künftiger Pandemien enorm erschweren wird.
Keine Untersuchungsausschüsse gibt es über die dramatischen und traurigen Folgen der rechten Corona-Propaganda, die vollkommen verantwortungslos mit der Gesundheit und dem Leben von Millionen gespielt hat.
Gut, dass es Wissenschaftler gibt, die die Dinge immer wieder zurechtrücken. Wie etwa unlängst der deutsche Virologe Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin, vor einem Untersuchungsausschuss des sächsischen Landtages. Das „Deutsche Ärzteblatt“ vom 21. 8. 2025 berichtet.
Ein paar Zitate daraus:
„Der Virologe Christian Drosten hat bei einer erneuten Befragung vor dem Coronauntersuchungsausschuss des Sächsischen Landtags Falschbehauptungen klargestellt. Der Wissenschaftler legte beispielsweise eine Folie auf, aus der hervorging, dass mit den Impfungen auch die Zahl der Infektionen und Todesfälle zurückging. „Wir müssen nicht darüber diskutieren, ob die Impfung die Übertragung unterbricht. Wir haben die Daten“, sagte er. Bei der Omikron-Variante habe die Impfung dann zumindest die Schwere der Erkrankung abgemildert."
"Auch über die Zahlen zur Übersterblichkeit lasse sich nicht diskutieren – es sei denn, man zweifele an, dass ein Arzt eine Todesursache nicht richtig bescheinige oder ein Statistiker die Zahlen nicht zusammenrechnen könne, sagte Drosten."
"Eine „Durchseuchung“ der Bevölkerung durch Verzicht auf Maßnahmen zu Beginn wäre für COVID-19 die völlig falsche Strategie gewesen, betonte Drosten. Denn anders als bei Grippeviren habe es für dieses Coronavirus keinen Schutz in der Bevölkerung durch vorherige Immunisierung gegeben."
"Drosten kritisierte verkürzte mediale Veröffentlichungen vor allem aus Talkshows der damaligen Zeit. Die Entscheidung, wem man in der Pandemie glauben solle, sei von Medien getroffen worden.
Wenn 200 Wissenschaftler die Meinung A vertreten hätten und nur einer die Meinung B, wären genau zwei Leute mit diesen gegensätzlichen Meinungen in die Talkshow geladen worden. Daraus sei dann der Eindruck entstanden, beide Meinungen seien im gleichen Maße vorhanden."
"Drosten zufolge gab es in der Öffentlichkeit Scheinkontroversen, die es in der Wissenschaft nie gab.“
Drosten verteidigte auch bei seiner neuerlichen Befragung die Schutzmaßnahmen. In der ersten Welle der Pandemie sei die Kontrollstrategie sehr effektiv gewesen, man habe viele Todesfälle verhindern können. So sei es in Deutschland gelungen, mit milderen, aber zeitigen Kontrollstrategien viele Menschen in den Altersheimen zu schützen.“
Deutsches Ärzteblatt vom 21. 8. 2025
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25. 8. 25
Ukraine. Die Stunde Europas...
und die fünfte Kolonne Putins.
Die rechte Propaganda wirkt. Ein erschreckend großer Teil der europäischen Bevölkerung geht mittlerweile Putins fünfter Kolonne und ihrer Lesart des Ukraine-Kriegs auf den Leim. „Zugeständnisse“, „Frieden“ und „Kompromisse“ werden vehement von der überfallenen Ukraine gefordert, nicht aber vom Aggressor Russland. Das Faktum des brutalen, völkerrechtswidrigen Überfalls Putins auf das Nachbarland wird ausgeblendet oder mit tausendmal widerlegten historischen Halbwahrheiten gerechtfertigt. Geradezu ein Hass wird auf die überfallene Ukraine und ihre UnterstützerInnen gelenkt. Wer sich Putins Aggression widersetzt, wird als „Kriegstreiber“ denunziert. Jedes Empfinden für Gerechtigkeit wird auf den Kopf gestellt. Es gilt die brutale Logik des Stärkeren.
Die „fünfte Kolonne“ Putins in Europa sind vor allem extrem rechte Parteien und Medien. Sie machen erfolgreich Stimmung gegen die Ukraine und für einen russischen „Siegfrieden“.
Zur Tarnung ihrer Agenda bedienen sie sich neuerdings auch des „pazifistischen“ Vokabulars der Reste einer orientierungslos gewordenen „Friedensbewegung“.
Es droht ein Münchner Abkommen unserer Tage
Es gibt in diesem Konflikt unzweifelhaft einen Aggressor und dessen Opfer. Es gibt unzweifelhaft völkerrechtlich anerkannte Grenzen der Ukraine, die Putin blutig verschieben will. Seit mehr als drei Jahren hält die Ukraine bewundernswert tapfer dem Überfall des militärisch überlegenen Russland stand, mit halbherziger Unterstützung des so genannten „Westens“. US-Präsident Donald Trump vollführt einen Eiertanz, mit dem er letztlich nicht den Kriegsverbrecher Putin unter Druck setzt, sondern die überfallene und schwächere Ukraine. Das passt zu ihm. Als vorläufiges Ergebnis droht nun ein russischer Sieg“frieden“. Die Ukraine soll gezwungen werden, völkerrechtlich zu ihr gehörende Gebiete abzutreten. Das wäre das Münchner Abkommen (1938) unserer Tage. Die Belohnung eines bösartigen, faschistischen Aggressors bringt keinen „Frieden“, sondern steigert nur dessen Appetit. Das sollten wir aus der Geschichte gelernt haben.
Eine ausreichende politische, finanzielle, wirtschaftliche, moralische und militärische Unterstützung der Ukraine mit allem, was sie braucht, ist notwendig. Dies gilt so lange, wie die Mehrheit der UkrainerInnen gegen Russlands Aggression kämpfen will und Russland seine Aggression fortsetzt. Diese Unterstützung ist jetzt die Aufgabe Europas. Österreich kann militärisch nichts beitragen, politisch, wirtschaftlich und finanziell aber sehr wohl.
Getäuschte Friedenssehnsucht. Der britische Premier Neville Chamberlain verkündet nach dem Münchner Abkommen 1938 mit Hitler die sich bald als falsch herausstellende Hoffnung auf "Peace for our time".
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22. 8. 2025
Ein Allwetter-Verkehrsmittel!
Die TeilnehmerInnen der gestrigen Bike-Night der Radlobby Salzburg haben eine Botschaft an die Verkehrspolitik: Das Fahrrad ist ein Allwetter-Verkehrsmittel! In der kleinen und flachen Stadt Salzburg kann (könnte) das Fahrrad einen viel größeren Beitrag zur Lösung der Verkehrsprobleme leisten.
Eine "Bike-Night", diesmal bei Regen.
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21. 8. 25
Die „Logik“ der Autogesellschaft (II)
Von der B 311 im Pinzgau zum Gaisberg…
Seit heute ist also das Radfahrverbot auf Teilen der Bundesstraße 311 im Salzburger Pinzgau gesetzlich in Kraft. Radfahren sei auf der bekannten „Raserstrecke“ zu gefährlich, beteuert der Verkehrslandesrat. Ein „Shuttle-Dienst“, finanziert mit Steuergeld, transportiert nun RadfahrerInnen auf dem gefährlichen Straßenabschnitt. Die Alternative, ein zivilisiertes Fahrverhalten auf einer öffentlichen Straße durchzusetzen, traut sich die Landespolitik nicht zu. Oder sie will nicht. So oder so folgt das Land der Logik der Autogesellschaft. Den Rasern wird freie Bahn geschaffen. Ihre möglichen Opfer werden vorsorglich verbannt.
Ein Sprung. Gestern fuhr ich wieder einmal mit dem Rad auf den Gaisberg, auf meiner Hausstrecke von Aigen über die Gänsbrunnstraße. Kurz vor deren Einmündung in die Gaisberg-Landesstraße gibt es ein paar sehr steile und sehr enge Abschnitte. Hinter mir höre ich dort das typisch aggressive Abrollgeräusch eines schweren SUVs. Er kommt näher und beschleunigt. Er kommt noch näher. Ich letzten Moment springe ich auf den Straßenrand ab. Ein fetter SUV rast rund 15 Zentimeter an mir vorbei. Das war knapp.
Nun, der potenzielle Killer war eine Ausnahme. Die meisten AutofahrerInnen sind nicht so. Aber bei fast jeder Radfahrt auf den Gaisberg erlebt man Situationen mit rücksichtlos vorbeibrausenden Assis hinter dem Steuer. Nach der Logik von Verkehrslandesrat Stefan Schnöll und seiner autozentrierten Berater müsste man daher auch ein „Radfahrverbot“ auf dem Gaisberg erlassen. Alles natürlich nur zum Schutz der armen RadlerInnen.
Die Auseinandersetzung aufnehmen!
In Wahrheit bietet die Autogesellschaft den KonsumentInnen viel zu schwere, viel zu schnelle und viel zu breite Autos an. Sie ist unendlich duldsam mit asozialen Rasern und asozialem Verhalten hinter dem Steuer. Leute, die mehrmals hinlänglich bewiesen haben, dass sie die charakterlichen Eigenschaften für eine Fahrerlaubnis nicht besitzen, behalten ihren Führerschein oder bekommen ihn nach Abnahmen bald wieder zurück. Offenem und wiederholtem Terror, etwa durch „Tuner“ und illegale Straßenrennen kommt man angeblich nicht bei. Es mangelt an Kontrollen, Konsequenzen und baulichen Maßnahmen. Die gerichtlichen Strafen für kriminelles Verhalten im Straßenverkehr mit unschuldigen Opfern sind meistens lächerlich niedrig, usw. Es braucht einen Paradigmenwechsel. Die Gesellschaft muss die Auseinandersetzung mit dem Auto als Waffe endlich aufnehmen und nicht andere VerkehrsteilnehmerInnen von den Straßen vertreiben oder vertreiben lassen.
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Abgrundtief böse!
Allein für die Befriedigung herangezüchteter rechter Hass-Reflexe will Salzburgs ÖVP-FPÖ Landesregierung eine ganz wichtige therapeutische Hilfe für geflüchtete Menschen einstellen.
Flucht und die Gründe für eine Flucht können Menschen schwer traumatisieren. Sie brauchen eine spezifische, sprachlich und kulturell angepasste psychologische und psychotherapeutische Hilfe. Eine solche bietet in Salzburg der Verein „Hiketides“ (altgriechisch: „Die Schutzbefohlenen“) an. Es handelt sich um eine immens wertvolle Einrichtung zur Linderung persönlichen Leides und zur Unterstützung beim Aufbau eines neuen Lebens.
Einer der Gründer dieses Vereins, der Psychotherapeut Dr. Michael Schreckeis, ist mir persönlich bekannt. Eine absolut integre Persönlichkeit! Als Spross einer Familie von Donau-Schwaben ist er einer der ganz wenigen Psychotherapeuten in Salzburg, die therapeutische Hilfe auf Serbokroatisch anbieten können. Das war im Gefolge des Bürgerkriegs im ehemaligen Jugoslawien von unschätzbarem Wert. Unter anderem aus diesen Erfahrungen ist der Verein „Hiketides“ entstanden.
Politische Raubtierfütterung
Nun hat Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) angekündigt, die ÖVP-FPÖ Landesregierung werde ab 2026 jegliche Unterstützung für den Verein einstellen. Ihre Begründung, in Zeiten „knapper Budgets“ hätten für sie „die Salzburger Vorrang“ (ORF-Online 13. 8. 25) entbehrt jeder Sachlichkeit. Es geht dabei natürlich überhaupt nicht um Sparsamkeit oder Budgetsanierung. Es handelt sich ausschließlich um ideologisch motivierte Bösartigkeit und Menschenfeindlichkeit. Und es geht nur um die billige Befriedigung der Reflexe eines gezielt herangezüchteten uninformierten, manipulierten, gehässigen rechten Mobs. Die ÖVP tut bei dieser politischen Raubtierfütterung nicht nur mit, sie hat sie mit der Hereinnahme der extremen Rechten in die Landesregierung erst ermöglicht.
Ewige Schande!
P. S. am 20. 8. 25: Salzburgerin springt ein. Das ist eine wunderbare Nachricht. Die Salzburger Psychotherapeutin Ruth Mätzler spendet genau jene 34.000 Euro an "Hiketides", die das Land Salzburg 2026 dem Verein vorenthalten will. Vielen Dank Ruth! Das ist eine noble und sehr großzügige Geste. Diese muss auch als politischer Protest gegen die ideologisch motivierte Unkultur von ÖVP und FPÖ verstanden werden. Und selbstverändlich enthebt diese Spende das Land Salzburg nicht von der Verpflichtung, die eingestellte Förderung an Hiketides wieder aufzunehmen. Es handelt sich um eine öffentliche Aufgabe im Interesse von Menschlichkeit, Integration und Sicherheit!
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15. 8. 2025
Auf der Donau…
Von Engelhartszell nach Linz
Fünf Tage mit einer netten 3-Generationen Familie auf der Donau zwischen Engelhartszell und Linz unterwegs. Sanftes genusspaddeln. Beeindruckende Landschaften. Bei der berühmten „Schlögener Schlinge“ empfiehlt sich eine kleine Wanderung zu den Aussichtspunkten über dem Fluss. Sehr nette kleine Campingplätze, etwa der Familie Pumberger in Wesenufer oder vom gastfreundlichen ASKÖ-Kajakvereins in Linz. Vereinzelt laden auch kleine Plätzchen am Donau Ufer zum romantischen Wild-Campen ein. Bei hohem Wasserstand bieten die mächtigen Schleusen der Donaukraftwerke auch PaddlerInnen ihre Dienste an. Ein Erlebnis! Mit dem Glück des richtigen Wasserstandes (nicht unter Mittelwasser) war für uns auch eine wunderbare, längere Fahrt auf den kleinen, sich durch Auenlandschaften schlängelnden Begleitflüssen Aschach und Innbach möglich. Eindrucksvoll auch die Fahrt durch die Stahlstadt Linz. Architektonisch gelungene neue Brücken. Gebaute Leistungsfähigkeit und Kultur. Sandstrände mit sommerlicher Lebensqualität am Donauufer. Einmal etwas anderes.
Was stört auf der Strecke? Die Fracht-Schifffahrt nimmt man in Kauf. Die hat ja auch einen Nutzen. Die bestehenden – und nur mehr die (!) - Kraftwerke müssen hingenommen werden. Von den Ausflugsbooten und langen Flusskreuzfahrt-Schiffen gibt es jedenfalls genug. Absolut von gestern und ein Ärgernis sind aber die zahlreichen sinnlos herumjaulenden „Sport“-Motorboote, mit ihren jeweils passenden Besatzungen. Sie stören das Natur und Flusserlebnis massiv.
Wohin? Nach Istanbul.
Ein buntes, massives Holzboot mit Rudern und Gaffelsegel erweckte Aufmerksamkeit vor Inzell. An Bord zwei junge Französinnen. Wohin geht die Reise? "Nach Istanbul." Ah, eh nur mehr gut 2.100 Kilometer auf der Donau und mindestens 500 Kilometer über das Schwarze Meer und durch den Bosporus? Die Hände tun schon ein bisschen weh. Bis zum Oktober möchten sie es schaffen. Das Boot haben sie als Abschlussarbeit einer Ausbildung nach dem Vorbild rumänischer Fischerboote selbst gebaut. Auch die österreichische Cillé (?) – sie stellte sich nach längerem Raten als Zille heraus - war eine Option. Aber letztlich haben sie sich doch für das rumänische Boot entschieden. Was für ein couragiertes Vorhaben! Großartig! Und was für ein erfreulicher Unterschied zu den Damen, die als Motorboot-Galionsfiguren dem aussichtslosem Bemühen frönen, die beleibte Männlichkeit ihrer Kapitäne aufzupolieren. Bonne chance mesdames!
Mit einem selbstgebauten Boot unterwegs von Ingolstadt nach Instanbul...
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8. 8. 2025
Im Pinzgau ist das Umweltbewusstsein erwacht!
Windräder verhindert.
Im Salzburger Pinzgau gibt es jede Menge fesche Lifte, Stützen, Schneekanonen, Liftstationen, Straßen, Pisten, geräumige Hotels, berühmte Staudämme, beeindruckende Strommasten, schöne Häuser in vielen Wiesen, begehrte Zweitwohnsitze, prächtige Chalets, willkommene Gäste, die mit Flugzeugen aus aller Welt anreisen, munter knatternde Harley Davidson Treffen, verkehrsbelebte Gebirgstäler, in denen das Verhältnis von Einwohnern und Gästebetten bei verträglichen 1:10 liegt, jede Menge herzeigbare SUVs (fast jede zweite PKW-Neuzulassung), attraktive Bundesstraßen-Rennstrecken werden so gehegt, dass man Radlern die Fahrt darauf verbieten muss. Alles bestens also. Des mit der Umwelt wird halt nicht so übertrieben.
Aber jetzt ist doch das Umweltbewusstsein erwacht.
Die heimische Tourismuswirtschaft, die Gemeinden Bruck an der Glocknerstraße und Zell am See wollen auf einmal fest ihre Landschaften schützen. Gemeinsam haben sie acht geplante Windräder auf einer Anhöhe zwischen den beiden Gemeinden verhindert. Die Begründung der Brucker Bürgermeisterin muss einleuchten: „Man könnte sie vom Tal aus sehen“.
P.S.: Für Nichtsalzburger. Das Verhindern von Windrädern ist seit Jahren ein populärer, von Politik und Medien geförderter Volkssport in Salzburg. Die Bemühungen sind erfolgreich. Es dreht sich bislang kein Windrad im Bundesland.
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7. 8. 25
UN-Plastikkonferenz…
Furchtbar wie diese Grünen und Umweltschützer schon wieder unsere Freiheit, die Märkte und die Wirtschaft einschränken wollen. Jetzt sollen sogar schon jährlich 460 Millionen Tonnen Plastik zu viel sein! Da geht doch noch was! In den Meeren ist noch Platz.
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5. 8. 25
„Scheiße im Hirn…“
Die politische Dummheit mancher „Linker“ und „Antifaschisten“ tut weh.
Der maßlos überzogene Polizeieinsatz gegen ein antifaschistisches Sommercamp bei der NS-Gedenkstätte Persmanhof in Südkärnten machte deutlich, wie sehr eine seit Jahrzehnten von schwarzen und blauen InnenministerInnen im obrigkeitlichen, autoritären und rechten Geist erzogene und gefärbte Exekutive bereits unreflektiert rechte Feindbilder und Reflexe übernommen hat.
Das ist erschreckend und ein Auftrag.
Es gibt aber auch eine andere Seite. Es macht den Polizeieinsatz nicht besser und ist kein Rechtfertigung dafür, aber die selbstgerechte politische Idiotie mancher „Linker“ und „Antifaschisten“, die bei diesem Anlass eben auch wieder einmal deutlich wurde, bedarf auch der Gegenwehr vernünftiger Demokraten. Dringend!
So ist etwa die Parole „Heimat im Herzen – Scheiße im Hirn“, die auch am Persmanhof auftauchte, tatsächlich ein Beleg für diese politische Idiotie. Es ist im Gegensatz dazu vollkommen legitim, ein besonderes Gefühl der Vertrautheit und auch der Verantwortung gegenüber den Menschen und Landschaften seiner engeren Lebensumgebung zu empfinden, dies „Heimat“ zu nennen und im Herzen zu tragen. Der Vorwurf an Menschen, die so empfinden, sie hätten deshalb „Scheiße im Hirn“ ist eine menschlich schäbige, intellektuell falsche und politisch schädliche Beleidigung.
Den Missbrauch geißeln!
Politisch wichtig wäre, den Missbrauch des Begriffs „Heimat“ durch konservative und rechte Politik zu geißeln. Diese haben die „Heimat“ eben nicht im Herzen, sondern nur auf der Zunge. Sie heischen damit nur billige Zustimmung. Sie meinen damit Folklore und Ausgrenzung, nicht Nachhaltigkeit, Umweltschutz, soziale Sicherheit, kulturelle Vielfalt, Freiheit und ein gutes Leben für alle. Diesen Missbrauch politisch herauszuarbeiten und auf ihn aufmerksam zu machen, wäre ein Auftrag an kritische Menschen.
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2. 8. 2025
Medienpolitik. Einmal Mut zeigen!
Die Rechten haben ihn!
Ja, das wäre es. Einmal Mut zeigen und sagen, dass es auch Medien gibt, die keine Presseförderung oder gar "Qualitätsförderung" verdienen. So wie es Falter Herausgeber Armin Thurnher in seiner heutigen Kolumne "Medienförderung und der Portier von Kickritzpotschen" fordert.
Es gibt in der Medienpolitik übrigens global einen großen Unterschied zwischen "links" und "rechts". Rechte Politik und PolitikerInnen ziehen zielstrebig und bei Bedarf auch brutal und umstritten ihre Medienpolitik durch. "Linke" Politik und PolitikerInnen kriechen mächtigen, rechten Medien in den Hintern, sie trauen sich nicht, deren Infamie zu benennen und versuchen, sie mit Geld, Inseraten, etc. zu besänftigen. Die "linke" Strategie geht sichtlich nirgendwo auf, die rechte allerorten.
Und weil eine aktuelle Meldung auf ORF-Online gerade so gut zur rechten Entschlossenheit in der Medienpolitik passt, soll sie hier zur Gänze wiedergegeben werden. US-Präsident Donald Trump zerstört vorsätzlich die Finanzierungsbasis für die öffentlich-rechtlichen US-Medien. Er zieht das auch gegen große Widerstände durch. Trump und seine Republikaner wissen, das private Medienkapital, der Milliardärsfunk und die Milliardärsblätter sind strukturell und tendenziell - auch wenn es große Unterschiede und gelegentlich Gegensätze gibt - Verbündete rechter Politik. In Fragen der Verteilungspolitik etwa sind sie es zu annähernd hundert Prozent. Öffentlich-rechtliche Medien, die ihren SeherInnen und Höhrerinnen gehören, können (!) dagegen unabhängig sein.
ORF-Online: 2. 8. 25:
"Finanzierungsdruck für öffentliche US-Medien wächst.
Weiterer Rückschlag für den öffentlichen Rundfunk in den USA: Die für die Finanzierung wichtige Gesellschaft CPB stellt ihren Betrieb ein. Die Corporation for Public Broadcasting kündigte an, den Großteil der Belegschaft bis Ende September zu entlassen. Ein kleines Übergangsteam soll den Betrieb bis Jänner abwickeln.
„Trotz der außerordentlichen Bemühungen von Millionen von Amerikanern, die den Kongress angerufen, angeschrieben und Petitionen eingereicht haben (…), stehen wir nun vor der schwierigen Realität, unseren Betrieb einstellen zu müssen“, so CPB-Präsidentin Patricia Harrison gestern.
Hintergrund ist ein Gesetz, das die republikanische Mehrheit im US-Kongress kürzlich verabschiedet hatte. Es sieht Einsparungen in Höhe von etwa neun Milliarden US-Dollar (etwa 7,7 Mrd. Euro) vor – darunter auch bereits zugesagte Mittel für CPB in Höhe von 1,1 Milliarden US-Dollar.
Kein Mittel im Haushaltsentwurf vorgesehen
CPB verwies auch auf einen Haushaltsentwurf für das kommende Jahr, der aktuell im Senat liegt und „erstmals seit mehr als fünf Jahrzehnten keine Mittel für CPB“ vorsehe. Die nicht kommerzielle Gesellschaft CPB ist seit ihrer Gründung 1967 für die Verteilung der Bundesmittel an den öffentlichen Rundfunk in den USA zuständig.
Kritiker sehen in dem Schritt einen Angriff auf den Bildungsauftrag und die unabhängige Medienlandschaft in den USA. Sie befürchten einen tiefgreifenden Wandel der Medienlandschaft nach dem Vorbild autoritär regierter Staaten. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump argumentiert, dass es darum gehe, die „fiskalische Vernunft“ im Land wiederherzustellen. Zudem wird den Medien eine „linke Agenda“ vorgeworfen.
Nach eigenen Angaben unterstützt CPB den Betrieb von mehr als 1.500 lokal verwalteten und betriebenen öffentlichen Fernseh- und Radiosendern in den USA. Sie unterstützt maßgeblich die öffentlichen Rundfunksender National Public Radio (NPR) und Public Broadcasting Service (PBS) sowie deren Mitgliedsinstitutionen." (ORF-Online, 2. 8. 25.)
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31. 7. 2025
Die verquere „Logik“ der Autogesellschaft.
Radfahrverbot auf der Bundesstraße 311.
Wenn es der Verkehrspolitik nicht gelingt, verantwortungslose AutoraserInnen auf einer lange bekannten und berüchtigten Rennstrecke – unlängst wurde dort ein Verrückter mit 211 km/h ertappt – zu einer zivilisierten Fahrweise zu bewegen, dann verbieten wir dort eben das Radfahren. Das muss doch jeder verstehen! Das tun wir ja nur zum Schutz dieser armen Leute! Das hat doch Logik!? Oder? Ja, durch die Windschutzscheibe der Autogesellschaft gesehen, hat das Logik.
Zum Glück teilen diese „Logik“ nicht alle. Daher hier im Wortlaut die gestrige Medieninformation der Radlobby Salzburg zum Thema:
Medieninformation
Radfahrverbot auf Tauernradweg-Ausweichstrecke:
„Die Landesregierung kapituliert vor verantwortungslosen Autofahrer:innen auf Kosten der Radfahrer:innen“
Radlobby für Durchsetzung zivilisierten Fahrverhaltens auf der Bundesstraße 311.
Ein langes Versäumnis mündet in eine Kapitulation vor verantwortungslosen Autofahrer:innen. Das Land Salzburg traut sich nicht zu, auf der vorübergehenden Ausweichstrecke des Tauernradwegs, der Bundesstraße 311 im Gemeindegebiet von Weißbach bei Lofer, ein zivilisiertes Auto-Fahrverhalten durchzusetzen. Deshalb verhängt der ressortzuständige Landesrat Stefan Schnöll aktuell ein Fahrverbot für Radfahrer:innen. „Diese Reaktion ist bezeichnend für die Wertigkeiten im Verkehr. Die Verhältnisse stehen einmal mehr Kopf“, kritisiert Harald Gaukel, Obmann der Radlobby Salzburg, die Entscheidung des Verkehrslandesrates. „Wir als Radlobby treten für die Durchsetzung von streng überwachten Tempolimits, einer verantwortlichen Fahrweise, Überholverboten und allenfalls auch provisorischen Bodenschwellen in dem Abschnitt ein, den seit kurzem Radfahrer:innen benutzen müssen. Zudem muss natürlich möglichst schnell ein dauerhafter, sicherer vom Autoverkehr getrennter Ersatz für den gesperrten Abschnitt des Tauernradweges realisiert werden.“
Wie bekannt, wurde vor kurzem die ursprüngliche Route des beliebten und touristisch bedeutenden von Krimml nach Passau führenden Tauernradweges im Bereich Weißbach bei Lofer auf einer Länge von vier Kilometern wegen Felssturzgefahr gesperrt. Als „vorübergehende“ Ausweichstrecke wurde ein Abschnitt auf der Bundesstraße 311 mittels eines Mehrzweckstreifens adaptiert. Seit gestern nun wurde mit Verweis auf Missachtung von Geschwindigkeitsbeschränkungen und Überholverbote* auch dieser Abschnitt auf der B 311 für Radfahrer:innen gesperrt. Zur Überbrückung wird ab heute Mittwoch ein kostenloser Rad-Shuttle im Halbstundentakt im Gemeindegebiet von Weißbach angeboten. „Diese Lösung ist nur besser als gar nichts“, so Gaukel. „insgesamt müssen wir eine lange Kette von Versäumnissen und falschen Prioritätensetzungen feststellen. Diese gehen eindeutig zu Lasten der Radfahrer:innen und einer schönen, sanften, gesundheitsfördernden und umweltfreundlichen Form des Tourismus. Die Groteske schadet dem Image des Tauernradweges und damit der Tourismuswirtschaft massiv. Radfahrer:innen sind gute Gäste.“
Salzburg, 30. 7. 2025
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29. 7. 2025
Der Sturm auf den Peršmanhof. Ein Warnsignal!
Keine Gewöhnung an solche obrigkeitlichen, reaktionären Exzesse der Staatsgewalt!
Über Jahrzehnte haben schwarze oder blaue InnenministerInnen die Exekutive obrigkeitlich, autoritär, mit einseitigen Feindbildern, konservativ bis reaktionär und mit Blick auf billige Propaganda-Schlagzeilen erzogen und gefärbt. Die freiheitliche Polizei-„Gewerkschaft“ infiltriert die Staatsgewalt zusätzlich erfolgreich mit rechtsradikalem Gedankengut. Die Saat geht auf.
Nur in diesem Kontext ist der unglaubliche Polizei-Einsatz vom Sonntag, den 27. Juli an der Gedenkstätte Peršmanhof in Südkärnten zu verstehen. Auf diesem Bergbauernhof wurden in den letzten Kriegstagen 1945 zwei slowenische Familien, darunter Kleinkinder, von SS und Polizei brutal ermordet. 80 Jahre später wurde der Hof nun wieder gestürmt. Diesmal von einem Aufgebot von rund dreißig Beamten. Wild herumschreiend, die Hand am Pistolenhalfter, mit Hubschrauber, Drohnen und Hunden gingen sie gegen die BesucherInnen eines antifaschistischen Sommercamps vor. Federführend mit dabei war die Bezirkshauptmannschaft und ein Beamter des „Landesamts für Verfassungsschutz“.
Bis dato bleiben Polizei, Innenministerium und Bezirkshauptmannschaft Völkermarkt jede plausible Begründung schuldig, die dieses Aufgebot und diese Vorgangsweise auch nur ansatzweise rechtfertigen würden. Unter der Hand wird irgendetwas von Vergehen wegen nicht genehmigten Campens oder Parkens gebrabbelt.
Konsequenzen!
Das ist ein unakzeptabler, erschreckender Vorgang, für den ein „runder Tisch“ beim Landeshauptmann und polizeiinterne „Evaluierungen“ nicht ausreichen. Es gibt eine eindeutige politische Verantwortung des Innenministers. Auf der Verwaltungsebene gibt es einen verantwortlichen Bezirkshauptmann. In der Polizei gibt es Verantwortliche, etwa für den aberwitzigen und teuren Einsatz eines Hubschraubers.
Der Sturm auf den Peršmanhof ist ein Warnsignal. Wenn wir uns an solche obrigkeitlichen, reaktionären Exzesse der Staatsgewalt nicht gewöhnen wollen, muss es Konsequenzen geben und müssen wir diese hartnäckig einfordern.
Wahnsinn! Die Hand an der Pistole... Foto: Delo, Tageszeitung in Slowenien
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27. 7. 2025
„Stör-“ oder Protest-Aktion zur Festspieleröffnung?
Das Festspielpublikum darf mit der humanitären Tragödie in Gaza konfrontiert werden.
Es ist eine Frage der Haltung, ob man den Auftritt von Gaza-AktivistInnen bei der gestrigen Eröffnung der Salzburger Festspiele vor allem als „Störaktion“, die „Sicherheitsfragen“ aufwirft, begreift, oder als Protestaktion mit berechtigten Inhalten. Das Eröffnungspublikum und mit ihr die Öffentlichkeit wurden gestern ungeplant und illegal mit der humanitären Tragödie in Gaza konfrontiert. Es mag durchaus sein, dass die „störenden“ AktivistInnen den Konflikt zwischen Israelis und PalästinserInnen sehr einseitig und damit falsch sehen. Der Protest aber blieb friedlich. Niemand wurde gefährdet. Das Thema wurde wirksam platziert.
In Geiselhaft des Extremismus
PalästinenserInnen und Israelis sind in der Geiselhaft ihrer jeweiligen extremistischen Führungen, beide werden von unversöhnlichen nationalistisch-religiösen Ideologien dominiert. Beide Völker müssen diese Ideologien überwinden und ihre derzeitigen Führungen loswerden. Sonst kann dieser Konflikt nie beendet werden. Nur bei einem Prozess der Aussöhnung, einer großen Entschädigung und der beidseitigen Einräumung des Lebensrechtes, der nach langen Jahren voller Blut und Unrecht unendlich schwierig ist, soll beiden Völkern durch die Staatengemeinschaft und die internationale Zivilgesellschaft geholfen werden, nicht jedoch mit falscher, einseitiger "Solidarität". Eine solche verdienen beide Seiten nicht und wird der Situation nicht gerecht.
Eines aber ist jetzt und heute klar. Die Verhältnisse in Gaza sind einfach zu schrecklich. Dieser maßlos überzogene, mitleidlose Rache- und Vertreibungsfeldzug des militärisch tausendmal Überlegenen muss beendet werden. Sofort!
Mit diesem Anliegen darf auch das Publikum der Festspieleröffnung „gestört“ werden.
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23. 7. 25
„Motor-Schirme“: Die umweltschädlichen Krachmacher verbieten!
Worum es beim tragischen Tod von Felix Baumgartner (nicht) geht.
Es ist unerheblich, wie sich der tödliche Unfall des so genannten „Extremsportlers“ Felix Baumgartner genau abgespielt hat. Jeder frühzeitige Tod ist tragisch, aber die medial geschürten Spekulationen und die Neugier auf jede Einzelheit lenken nur vom Wesentlichen ab.
Als Kajak-Guide kenne ich die Plage der „Motor-Schirme“ gut. In den einsamen und ausgedehnten Lagunenlandschaften im Hinterland von Bibione und Caorle hat sich vor Jahren eine Start- und Landebahn für Motor Gleitschirme angesiedelt. Seither stören die sinnlosen Krawallmacher mit wachsender Intensität die gesamte Natur dieser wunderbaren stillen amphibischen Welten. Die Leute, die dort starten und landen, sind genau die Richtigen. Ihr Motto ist rücksichtloser oder gedankenloser „Fun“. Es ist vollkommen unbegreiflich, dass mit diesem Unsinn überhaupt begonnen werden durfte. Noch bevor sie in größerem Ausmaß wirtschaftsmächtig werden und noch bevor damit nennenswert Arbeitsplätze verbunden werden, sollte diese Plage verboten werden.
„Inbegriff der Red Bull-Philosophie“
Der Red Bull Konzern tritt massiv als Sponsor und Förderer der „Motor-Schirm“ Szene auf. Alles andere würde überraschen. Es ist ein Spirit dieses milliardenschweren Unternehmens mit seinem mächtigen Medienimperium, antiökologische und umweltschädliche Verhaltensweisen zu pushen, werblich aufzuladen, politisch zu legitimieren und gesellschaftlich „cool“ aussehen zu lassen. Entsprechende „Vorbilder“ dienen als Träger dieser Ideologie. Ein solches „Vorbild“ war Felix Baumgartner. Felix Baumgartner wird medial als „Inbegriff der Red-Bull-Philosophie“ (Kleine Zeitung) charakterisiert. Da ist was dran. Er passte auch ideologisch perfekt zum Rechts-Konzern. Letztlich aber ist er – und leider nicht nur er! - auch ein tragisches Opfer eben dieser Philosophie geworden.
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21. 7. 2025
„Urlaub“? Längst trügen die Idyllen!
Die Zerstörungen schreiten voran und die Schönheiten sieht nur mehr eine Minderheit.
Letzte Woche verbrachte ich mit Tochter und Enkelin ein paar schöne Sentiment-Tage am Lago di Ledro im Trentin. Vor Jahrzehnten waren wir mit unseren noch kleinen Kindern mehrmals dort, mit Zelt oder im hübschen „Hotel Lido“ am See. Damals war diese Landschaft ein südliches Kleinod in einem touristisch gut verträglich besuchtem Bergtal.
Der Malstrom der Zerstörung hat aber auch hier gründlich gearbeitet. Der See ist immer noch schön, aber hart an der Grenze zur Übernutzung. Aus den Campingplätzen mit freien Zeltwiesen sind enge, geschotterte Parkplätze für riesige Wohnmobile geworden. Die Verbauung der Ufer mit Fressbuden, Supermärkten, etc. ist weit fortgeschritten. Ein vormals schöner bewaldeter Hügel über dem See wurde skrupelloser Bodenspekulation mit hässlichen Betonorgien geopfert. Das Durchschnittsessen in den Restaurants ist grauenhafter Junk-Food.
Auf der Habenseite stehen die Reste einer landschaftlichen Idylle mit schönem See, noch immer vorhandenen freien Liegewiesen und die südlichen Bergwelten mit ihrer Blumenpracht, den wunderbaren Gerüchen der Wälder und Bergwiesen in der Sommerhitze und den bunt flatternden Schmetterlingen. Davon sehen die meisten TouristInnen aber eh nix.
Die Unterschiede
Ich frage mich, woher der Unterschied in der Wahrnehmung kommt. Warum fallen den meisten Menschen, solche Veränderungen gar nicht negativ auf, oder begrüßen sie? Warum suchen die einen im „Urlaub“ die Abkehr von der Überfülle des Alltags, hin zu Bewegung, selbst gewählter Kargheit, Kommunikation, Abwechslung, landschaftlicher oder gebauter Schönheit, während die anderen nur die Vervielfachung von Bequemlichkeit und die Illusion von „Luxus“ um jeden ökologischen Preis suchen? Warum widert die einen schon die billige Opulenz der meisten Hotel-Frühstücksbuffets an, während die anderen darin den Inbegriff von gutem Leben sehen?
Befriedigende Antworten weiß ich keine. Kulturpessimismus kommt auf.
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15. 7. 2025
Die Welt nur durch die Autobrille gesehen.
Wenn man die Welt – so wie es das schwarze Management der Großglockner-Hochalpenstraße tut – ausschließlich durch die Brille des Autos sieht, können RadfahrerInnen natürlich nur ein „Sicherheitsrisiko“, störend und überhaupt zu viele sein. Dann kann es auch nur ein Njet für autofreie Tage oder einen öffentlichen Linienbus über die Glocknerstraße geben. Die Medien übernehmen einmal mehr vollkommen unreflektiert und unkritisch diese Sichtweise und den „Spin“ der Großglockner-Hochalpenstraßen AG.
P.S: Warum die Betonung auf „schwarzes“ Management? Weil der ÖVP bei der Großglockner-Hochalpenstraßen AG – sie gehört dem Bund und den Ländern Kärnten und Salzburg – seit Jahrzehnten vor allem eines wichtig ist: Nämlich, dass sie den Vorsitz im Aufsichtsrat und den Geschäftsführer stellt. Alles andere ist zweitrangig. Die längst überfällige Ökologisierung der Straße in den Nationalpark Hohe Tauern ist ihr egal.
P.P.S: Mit einem differenzierten Kommentar vom 19. Juli zum Thema hat SN-Lokalchefin Heidi Huber die Reißleine gezogen, nachdem vier Tage vorher die autozentrierte vorgestrige Sichtweise der Großglocker-Hochalpenstraßen AG unkritisch übernommen wurde. Spät, aber doch. Gefällt mir.
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9. 7. 2025
Salzburger ÖVP-Machtpolitik. Hauptsache, ein „Unsriger“!
Sie lernen nichts dazu.
Darauf hätte man wetten können. Natürlich ist ein strammer ÖVPler der neue Landesamtsdirektor geworden. Der gute Mann werkte sogar lange Jahre als Geschäftsführer des ÖVP-Landtagsklubs. Beim Landesamtsdirektor handelt es sich um eine absolute Machtposition im Land. Direkt mit den rund 2.500 Beschäftigten der Landesverwaltung und indirekt mit den Landeskliniken, Landesanstalten, Pflichtschulen, etc. ist der Landesamtsdirektor Chef von rund 13.000 MitarbeiterInnen. So eine Position gibt die ÖVP nicht aus der Hand. Machtpolitik und Parteibuchwirtschaft werden nicht besser, nur weil sie im Land Salzburg wieder großteils achselzuckend hingenommen und medial beschönigt werden.
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Eine Beleidigung für Sonnen- und Windstromerzeuger!
Erhöhung der Netzgebühren.
Die geplante Erhöhung der Netzgebühren für Wind- und Sonnenstrom bestraft und beleidigt die großteils privaten Einspeiser für die Versäumnisse von Politik und E-Wirtschaft. Diese haben Jahrzehnte beim entsprechenden Ausbau der Netze, der Verbrauchssteuerung, der Schaffung von Speichern, der Etablierung von Energiegemeinschaften, usw. verschlafen, beziehungsweise diese dumpf boykottiert. Sie haben in Wahrheit nie an eine Energiewende mit Sonne und Wind geglaubt. Mit ein paar Alibi-Solardächern wollten sie so tun, als ob sie etwas täten. Jetzt bestrafen sie frech die BürgerInnen, die in diese investiert haben. Begleitet wird das von einer politischen und medialen Denunziation von Strom aus Wind und Sonne. Sie richten damit einen enormen Schaden an. Wir brauchen in Wahrheit noch viel mehr Strom aus Wind und Sonne, mit den notwendigen Begleitmaßnahmen natürlich.
Kommt endlich in die Gänge!
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28. 6. 2025
Wilfried Haslauer: Ein Land als konservatives Machtgeflecht
Die seit Monaten anhaltenden medialen Peinlichkeiten rund um den Rückzug von Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer müssen ein wenig zurecht gerückt werden.
Einem Politiker, der sich nach langen Regierungsjahren aus der Politik zurückzieht, kann man nur alles Gute und eine noch lange erfüllte, produktive und gesunde Zeit wünschen. Wie gut oder schlecht man immer regiert, es ist anstrengend, es ist fordernd, es ist großteils unbedankt, die Verantwortung ist drückend, die Entscheidungen sind schwer und subjektiv geben fast alle ihr Bestes. Auf Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer trifft das sicher zu.
Was wäre sonst noch konkret Positives bei Wilfried Haslauer Junior? Er hat sich etwa nie gegen den Ausbau des Sozialsystems gestemmt und auch die notwendigen Ausgabensteigerungen im Bereich Jugendhilfe, Mindestsicherung, Behinderten- und Sozialhilfe letztlich immer mitgetragen. Er hat Kunst und Kultur - mit einem konservativen Grundverständnis, aber immerhin, - gefördert. Als Kulturkämpfer ist er zumindest nach außen hin nie aufgetreten. Sprachlich und im politischen Umgang hat Haslauer ein gebotenes Niveau nie unterschritten und war –Ausnahme war ein grob wissenschaftsfeindlicher Sager in der Coronazeit – nie wirklich gehässig populistisch.
Ab dann wird es mit dem Positiven schwierig.
Politik verstand Wilfried Haslauer als das Sich-Bewegen in und das Regieren mit konservativen Beziehungs- und Wirtschaftsgeflechten. Für den Sohn des langjährigen, gleichnamigen Landeshauptmanns Wilfried Haslauer Senior war es unreflektiert selbstverständlich, dass Salzburg ein Land ist, das konservativen Kreisen und Machtgeflechten gehört. Alles andere konnte nur ein vorübergehender Irrtum der WählerInnen sein. Mit so einem Betriebsunfall war der Einstieg des politisch geprägten Rechtsanwaltes in die Politik und in die Landesregierung verbunden. Der „Betriebsunfall“ war die Abwahl der ÖVP als stärkste Partei im Jahr 2004 durch die Sozialdemokraten mit deren populärer Frontfrau Gabi Burgstaller.
LandeshauptMANN-Stellvertreter!
Haslauer war es ganz wichtig, auch als Stellvertreter der damals neuen Landeshauptfrau Landeshauptmann-Stellvertreter genannt zu werden. Das war nicht nur reaktionäres männliches Trotzgehabe, es sollte die neuen Verhältnisse eben als nur vorübergehenden Betriebsunfall der Landesgeschichte charakterisieren.
Haslauer hatte Glück. Wiewohl in der Landesregierung voll mitverantwortlich und von den WählerInnen dafür auch schwer abgestraft, wurde den SozialdemokratInnen die größere Schuld am „Salzburger Finanzskandal“ 2013 zugesprochen. Er konnte nach den Wahlen 2013 eine Regierung mit Grünen und „Team Stronach“ bilden und Landeshauptmann werden.
Die Verhältnisse waren aus seiner Sicht damit wieder halbwegs geregelt.
Schwarzer Machtanspruch.
„Lasst ihnen doch ihr Tempo 80!“, rief er seinen ob grüner Temporeduktionen auf einigen Autobahnabschnitten grummelnden ParteifreundInnen zu, „dafür haben wir den Landeshauptmann“. Die „Basis“ verstand prompt den wiedergewonnenen totalen Machtanspruch im Land, die Koalitionspartner nicht. Die ÖVP ist eine Meisterin der Macht. Haslauer war ganz ÖVP. Das Land, die Landesverwaltung, alle entscheidenden Machthebel und Positionen wurden zügig wieder rundum schwarz eingefärbt.
Haslauer konnte auch sehr direkt Macht ausüben. Wenn er „Untergebene“ mit einem scharfen „habe ich mich klar ausgedrückt“ bedachte, war das unsympathisch. Und bei gewissen Personal“wünschen“ war allen „Partnern“ klar, dass es nichts zu widersprechen gab. Punkt!
Umwelt- und Klimaschutz. 0,0 über dem Pflichtprogramm.
Die größte Herausforderung unserer Zeit, den nachhaltigen Umbau von Wirtschaft, Konsum, Tourismus, Verkehr und Energie in Richtung Umwelt- und Klimaschutz hatte Wilfried Haslauer nie am Radar. Da kam von ihm in allen politischen Funktionen – unter anderem als Wirtschaftslandesrat - nur das allernötigste Pflichtprogramm. Es gab keine Initiative, kein Engagement, keine Emotion, kein Anliegen, keinen Apell, keinen Überzeugungsversuch, kein persönliches Einbringen mehr. Nie hat ihn etwa jemand auf einem Fahrrad gesehen. Die Windenergie hat er jahrelang gebremst. Sein Sager „Salzburg ist auch ohne Windräder vollständig“ trug wesentlich dazu bei, dass sich im Land bis heute kein Windrad dreht. Das absolut fehlende Bemühen um Nachhaltigkeit, etwa auch im Tourismus, überschattet alle wirtschaftlichen Erfolge. Bei der klimaleugnenden FPÖ sieht er den Umweltschutz in besten Händen.
"Patriotismus" als Folklore.
„Patriotismus“ oder eine besondere Verbundenheit und Liebe zur engeren Lebenswelt definierte Haslauer nie als Auftrag zum Umweltschutz, zum regionalen Einkaufen, zum Bezahlen von Steuern, zu einer nachhaltigen Raumordnung, zu architektonischer Qualität oder zum Schaffen von günstigen Wohnraum, sondern einseitig folkloristisch als Lederhose, Tracht, Brauchtum und Schützenaufmärschen. Ein peinliches Highlight war dabei ein von ihm mit riesigem Aufwand und Kosten betriebener massenhafter Salzburger Auftrieb im bayerischen Mühldorf zur Erinnerung an eine historische unbedeutende Ritterschlacht im Jahr 1322. Folklore solcher Art sollte „Landesbewusstsein“ und „Patriotismus“ stärken. Da war er von gestern.
Koalition mit der FPÖ. Nur die „Tonalität“ störte.
Im Vorfeld der Landtagswahlen 2023 hat Haslauer es geschickt verstanden, mit heftiger Kritik an der „Tonalität“ der FPÖ den Eindruck zu erwecken, so als würde er auch künftig nicht mit ihnen koalieren. Viele WählerInnen haben auf diese vermeintliche bürgerliche Anständigkeit gesetzt. Sie wurden getäuscht. Ohne Not und beim Vorhandensein von Alternativen hat Haslauer nach den Landtagswahlen mit der FPÖ eine Regierung gebildet. Nur die „Tonalität“ hatte ihn gestört, die politische Substanz nicht. Er hat sich damit zu einem der Steigbügelhalter des Aufstiegs der extremen Rechten in Österreich gemacht. Das bleibt unverzeihlich.
Die Koalition mit der FPÖ war auch ein reaktionärer Schub für Haslauer selbst. Das Anti-ökologische nahm noch einmal Fahrt auf, etwa mit der gesetzlichen Beschneidung der Rechte der Landes-Umweltanwaltschaft oder mit der Verwechslung von „Sparpolitik“, - die es in Wahrheit nicht gab – mit ideologisch motivierten Bösartigkeiten, wie dem Streichen von Subventionen, etwa für den Naturschutzbund. Auch das „bürgerlich“ Abgehobene kommt seither offener durch. Etwa wenn er hartnäckig Wohnungsnot und Obdachlosigkeit nicht auseinanderhalten will. Es gebe in Salzburg keine Wohnungsnot, sonst würde mehr Obdachlosigkeit sichtbar sein, so seine „Analyse“. Und wenn man Haslauer und seine FPÖ-Regierungspartnerin Marlene Svazek vor Budgetberatungen über „die Leute“ reden hörte, die „beim Land die Hand aufhalten“, war das abstoßend.
Man muss leider davon ausgehen, dass der reaktionäre Turbo, der im Land Salzburg mit der Koalition mit der FPÖ gezündet wurde, politisch ganz im Sinne seiner Nachfolgerin ist. Korrigieren können das nur die WählerInnen.
Ja, das wärs!
24. 6. 2025
Die Lagunenstadt als Kulisse für eine ökologisch asoziale Hochzeitsgesellschaft.
Das moderne Venedig würde das Gegenteil brauchen. Das historische Venedig war über Jahrhunderte ein Umwelt-Pionier.
Amazon-Gründer Jeff Bezos, einer der reichsten Männer der Welt und Teil von Donald Trumps Milliardärs-Putschisten, besetzt über mehrere Tage die Stadt Venedig. Gegeben wird die Hochzeit mit einem rundum operierten Silikonwesen, das bereits wichtig angekündigt hat, während der Feierlichkeiten 27-mal ihr Kleid zu wechseln. Die Hochzeitsgesellschaft reist vornehmlich mit Privatflugzeugen und Motoryachten an.
Zum Glück regt das noch ein paar Menschen auf. Warum? Weil das Protz-Event umfassend falsche Bilder von Wohlstand und angestrebten Wohlstandsniveaus produziert. Weil es ökologisch asozial und genau das Gegenteil von dem ist, was das moderne Venedig braucht, und was das historische Venedig ausmacht.
Privatjets und Megayachten
Laut mdr.de vom 8. November 2024 nutzen 0,003 Prozent der Weltbevölkerung Privatjets und verursachten 2023 damit 15,6 Millionen Tonnen CO2-Emissionen, ein Vielfaches von „Normalfliegern“. Greenpeace Österreich nennt Privatjets „pro PassagierIn und Kilometer gerechnet die klimaschädlichste und ungerechteste Form der Mobilität“. Sie würden pro PassagierIn „bis zu 14 Mal mehr CO₂-Emissionen als ein durchschnittliches Verkehrsflugzeug und 50 Mal mehr als Züge“ verursachen. Selbst in den stillsten Ecken inmitten der einsamen Wasserlandschaften der nördlichen Lagune gibt es ein störendes Dauergeräusch: Die Starts und Landungen am und vom Flughafen "Marco Polo" Venedigs. Das wollen die Herrschaften der Hochzeitsgesellschaft mit ihren Privatjets jetzt noch einmal toppen. Wer die Lagune liebt oder zumindest respektiert, reist anders an.
Mega-Motoryachten wiederum haben Tanks für über hunderttausend Liter Treibstoff. Die Yacht „Eclipse“ des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch kann eine Million Liter Treibstoff bunkern. Der Verbrauch von größeren Motoryachten liegt bei 300 bis 500 Litern Treibstoff pro Stunde, bei hohen Geschwindigkeiten steigt er noch einmal enorm an. Motoryachten sind ästhetische, ökologische und soziale Perversionen. Sonst nix! Mit der Schönheit der Seefahrt und dem Erleben der Meere haben sie nichts zu tun.
Das moderne Venedig braucht das Gegenteil von solchen anti-ökologischen Protz-Events: Weniger BesucherInnen, weniger Rummel, weniger Wellenschlag, weniger Kreuzfahrtschiffe, weniger Motoryachten, weniger Flugfrequenz, weniger Konsum, weniger Kulisse, weniger Müll und weniger Ausverkauf. Dafür aber mehr erschwingliche Wohnungen, mehr BewohnerInnen, mehr normales Leben, mehr Umweltschutz, mehr nachhaltige Wirtschaft, mehr Ruhe, mehr Respekt und vor allem –wie alle Küstenstädte dieser Welt- mehr globalen Klimaschutz.
Historische Umweltpolitik im modernen Sinn
Das historische Venedig steht für einen konsequenten Schutz seiner Lagune. Die ausgedehnte 550 Quadratkilometer große Landschaft zwischen Meer und Festland konnte über Jahrhunderte nur mit riesigen technisch-wissenschaftlichen Anstrengungen und strengen Gesetzen vor den Gefahren der Natur und vor menschlicher Übernutzung gesichert werden. Das historische Venedig wird von Historikern als ein Vorbild für den Umgang mit begrenzten Ressourcen angesehen. Von einer vernetzten, ausbalancierten "Umweltpolitik im modernen Sinne" schreibt etwa der deutsche Umwelthistoriker Joachim Radkau in seinem Werk "Natur und Macht - Eine Weltgeschichte der Umwelt". Er schreibt darin: "Nimmt man die umsichtige und vorausschauende Gestaltung der Umwelt als Maßstab, könnte zumindest Venedig in seiner Glanzzeit als Vorbild gelten."
Der italienische Historiker Piero Bevilacqua attestiert den alten Venezianern in seiner spannenden Schrift "Venedig und das Wasser", sie hätten "wirtschaftliches Wachstum und ökologisches Gleichgewicht auf beispiellose Weise in Einklang zu bringen vermocht". Bevilacqua belegt seine These mit hunderten Quellen und Originalzitaten. Er schildert etwa die strengen behördlichen Regelungen zum Verkauf von Wild und Fisch, frühe Schonzeitenverordnungen, strikte Vorschriften für die Größe der Maschen bei den Fischernetzen, die Verordnungen gegen illegale Landgewinnung in der Lagune oder das Verbot von baulichen Maßnahmen, welche die Zirkulation des Wassers in der Lagune behinderten. Sehr modern muten die strengen Unvereinbarkeitsbestimmungen im mächtigen "Magistrato alle acque" an. "Alle Adligen, die Güter oder anderes in der Lagune von Venedig besitzen, werden von der Mitgliedschaft ausgeschlossen, da sie Gefahr laufen, ihr eigenes Interesse über das öffentliche zu stellen“, heißt es etwa in einer Verordnung aus dem Jahre 1505.
Der Missbrauch als Kulisse
Mit dem Ende der staatlichen Selbständigkeit Venedigs im Jahr 1797 erlahmten die strategischen Anstrengungen zur Erhaltung der Lagune. Vieles verkehrte sich grausam ins Gegenteil. In der Zeit des italienischen Faschismus wurden bei Marghera riesige Chemiewerke an den Rand der Lagune gebaut. Die heute größte Bedrohung sind die Millionen BesucherInnen, die die Wirtschaft eindimensional ausrichten und die historische Stadt als Raum zum Leben zerstören. Von heimischen und internationalen Profiteuren wurde Venedig zur Kulisse einer Gelddruckmaschine reduziert, die nur noch Reste von wirklichem Leben beherbergt und ermöglicht.
Figuren wie Bezos machen genau das. Sie haben mit der Stadt, der Lagune, den Inseln, der Geschichte, der Kunst und dem Leben nichts am Hut. Sie benutzen die Lagunenstadt nur als Kulisse für ein ökologisch asoziales Event.
P.S.: Die Herrschaften von Bezos Hochzeitsgesellschaft sind sich nicht zu blöd, als „Entschädigung“ für ihr Event ein paar Dollar aus ihrer Portokasse für die „Erhaltung Venedigs und der Lagune“ zu spenden. Mediale Wasserträger des Reichtums propagieren das schon als „gute Nachricht“. Außerdem: Der rechte Bürgermeister Venedigs, Luigi Brugnaro, macht Privatgeschäfte mit der Hochzeit und denunziert den Protest in seiner Stadt dagegen. Venetos Regionalpräsident Luca Zaia von der rechten „Lega“ unterstützt den Rummel ebenso.
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17. 6. 2025
Klimawandel, der fatale Widerspruch zwischen Wissen und Handeln.
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16. 6. 2025
Sonnen- und Windstrom: 44 Jahre Verzögerung
Und jetzt Blockade, Schuldzuweisung und Denunziation der erneuerbaren Energien als „Preistreiber“. Ein groß angelegter energie- und klimapolitischer Rollback mit medialer Unterstützung.
Vor über 44 Jahren, im April 1981, lieferte beim schweizerischen Institut für Reaktorforschung erstmals in Europa eine Photovoltaik-Anlage Strom in das öffentliche Netz. Die Windenergie folgte etwas später. Anfang 1991 wurde in Deutschland der damals größte Windpark Europas ans Stromnetz angeschlossen.
Die Technik, das Wissen, das Handwerk, die praktischen Erfahrungen mit Sonnen- und Windstrom haben sich seither potenziert. Die Energiewende, die Abkehr von fossilen und Risiko-Energien ist möglich geworden. Die Techniken dafür stehen ausgereift und erprobt bereit. Die Entwicklung verläuft allerdings ungleich. Während die Produktion von Sonnen- und Windstrom noch riesige schnell ausbaubare Potentiale hat, verläuft der notwendige parallele Ausbau der Netze und Speicher verzögert. Diesen Ausbau, sowie die Forschung dazu, haben Politik und E-Wirtschaft in der Hand. Und hier sitzen seit Jahrzehnten Halbherzigkeit und Blockade.
Die angebliche „Wirtschaftskompetenz“.
In Österreich etwa haben ÖVP, SPÖ, FPÖ, Medien, die Vertreter von Wirtschaft und Industrie und die gesamte selbst ernannte „Wirtschaftskompetenz“ unter anderen die zunehmende Abhängigkeit von russischen Gas unkritisch begrüßt bis verdächtig bejubelt. Dies ist nur ein Beispiel für eine kurzsichtige Haltung, die sich bitter gerächt hat. Insgesamt wird alles (!) als wichtiger erachtet – auch die brutale Zerstörung der allerletzten freien Flüsse und Bäche - als Energieeffizienz, Sonne, Wind, Netze und Speicher.
Jetzt, wo die Energiewende ökologisch immer dringender und technisch immer möglicher wird, jetzt, wo wir an der Schwelle zum Durchbruch stehen, versuchen sich die alte Energiewirtschaft und die alten Lobbys noch einmal als Bremser. Die alten Prioritäten werden als Neuerungen verkauft. Förderungen und Ausbauprogramme für die Energiewende werden zusammengestrichen.
Den medialen Diskurs gedreht.
Bemerkenswert ist, wie erfolgreich in kurzer Zeit der öffentliche und mediale Diskurs gewendet wurde. Nicht die jahrzehntelangen Versäumnisse für den Ausbau der Netze und Speicher werden im Kontext von Sonne- und Windstrom kritisiert, sondern diese selbst für die „Verteuerungen“ der Netzkosten für die KonsumentInnen verantwortlich gemacht. So etwa im Interview mit Verbund-Chef Michael Strugl im Standard vom 14. Juni 25: "Die Gestehungskosten von Wind und Sonnenstrom sind zwar vergleichsweise günstig, aber die Systemkosten steigen."
Für Salzburg ist bemerkenswert, wie sich hier die meinungsbildenden „Salzburger Nachrichten“ mit einer Denunziation öffentlicher Förderungen der Energiewende hervortun. „Jeder ruft nach dem Staat, selbst wenn private Investitionen wie eine neue Heizung oder eine E-Auto getätigt werden“ heißt es dort etwa unter dem Titel „Das Land braucht eine Entziehungskur“ am 25. 4. 25. Ganz so, als sei die Energiewende ein privates Hobby und kein unabdingbares öffentliches Ziel. Oder wenn ebendort am 2. 4. 25 unter dem Vorspann „So kam es zum Budgetdesaster“ festgesellt wurde, dass „für das Klima nichts zu teuer (war)“ und auch hier wieder die Förderungen für das – in Wahrheit sehr erfolgreiche - „Raus aus Öl und Gas“ Programm angeführt werden.
Insgesamt soll begleitend zur realen Politik der öffentliche Diskurs so gedreht werden, dass Anreize und Förderungen für private Investitionen im Sinne der Energiewende künftighin als verschwenderische Förderung von privaten Hobbys und nicht mehr als notwendige Hebel für die Energiewende gesehen werden.
Wie man allerorten an den konkreten Budgets, der konkreten anti-ökologischen Politik und dem mageren Widerstand dagegen sieht, gelingt das bereits mit Erfolg. Das muss benannt werden und ist nicht hinzunehmen.
PS.: Nachtrag. "Überschüssiger Strom“?! Eine Leserin macht mich auf ein noch ärgerlicheres Zitat aus den "Salzburger Nachrichten" aufmerksam. Am 11. Juni 25 finden wir dort unter dem Titel „Es drohen neue Kosten im Stromnetz“ eine besonders infame Attacke gegen alle, die in die Energiewende privat investiert haben. Die „halbe Million Photovoltaikanlagen-Betreiber“ würden sich bisher "einen guten Teil der Netzkosten" ersparen, „obwohl sie die Leitungen mit überschüssigem Strom oder E-Ladestationen mitunter an die Grenzen bringen und teure Investitionen nötig machen“.
Die öffentliche Förderung privater Investitionen im Sinn der Energiewende wird ebenso denunziert wie Sonnen- und Windstrom als "Preistreiber". Lasst Euch das nicht gefallen!
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13. 6. 2025
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2. 6. 2025
Endlich!
Nachdem ich über viele Jahre oft und gerne für genusspaddeln Gruppen durch das Po-Delta geführt habe, bekommt dieser Tage Eva endlich einmal ganz persönlich und exklusiv eine Kajak-Reise durch diese faszinierenden Wasserlandschaften…
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14. 5. 2025
Warum Nein zum Porsche Tunnel?
Ein privater Autotunnel für zehn Millionen Euro mit einem riesigen CO2 Rucksack ist ein Symbol für zerstörerische, gestrige Wohlstandsbilder!
Es gibt immer Wichtigeres. Auch die direkten Auswirkungen eines privaten Auto-Tunnels auf den Stadtverkehr, das Budget oder das Landschaftsbild des Salzburger Kapuzinerberges werden gering sein.
Trotzdem ist der geplante Tunnel von Wolfgang Porsche, dem Eigentümer der Stefan Zweig Villa auf dem Salzburger Kapuzinerberg, wesentlich. Es ist von Bedeutung welche Werte und Haltungen ökonomisch, gesellschaftlich und politisch einflussreiche Menschen vertreten und welche Wohlstandsbilder sie vorleben. Sie sind für viele Menschen "Leitbilder" und schaffen angestrebte Wohlstandsniveaus.
Überreichtum, der protzig ausgelebt wird, verbraucht und belastet unverhältnismäßig viel Natur, Landschaft und Klima. Der Flächen-, Energie- und Rohstoffverbrauch für mehrere Wohnsitze, Privatflugzeuge, Mega-Yachten, Luxus-Konsum aller Art, große Autoflotten bis neuerdings sogar für private Flüge ins All ist enorm und eine unglaubliche Anmaßung.
Erst vor wenigen Tagen wurde im Fachjournal „Nature Climate Change“ eine neue Studie publiziert, wonach das reichste Prozent der Weltbevölkerung 26-mal mehr als der globale Durchschnitt zu Jahrhunderthitzen beiträgt. Das kann sich der Planet nicht mehr leisten. Eigentlich müsste es umgekehrt sein. Je reicher, desto weniger Umweltschäden. Die Reichsten hätten alle Möglichkeiten, ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. Sie tun es nur nicht. Nach wie vor dominiert die Mentalität sibirischer Oligarchen.
Auf Grund der Stadt Salzburg
Ein 500 Meter langer Auto-Privattunnel für geschätzte zehn Millionen Euro mit Park-Kaverne für neun private Stellplätze und einem gesamten unterirdischen Flächenverbrauch von 3.044 Quadratmetern mit einem entsprechend riesigen CO2-Rucksack gehört zu dieser Art von gestrigem Luxuskonsum. Absolut zweitrangig ist in diesem Zusammenhang die pauschale „Entschädigung“ von 48.000 Euro, die Wolfgang Porsche der Stadt Salzburg für die eingeräumte „Dienstbarkeit“ zahlen wird.
Für den Bau, der auf dem Grund der Stadt Salzburg stattfinden soll, hat Ex-Bürgermeister Harald Preuner noch schnell vor Ende seiner Amtszeit die Weichen gestellt. Bedauerlicherweise wollen auch die neuen Mehrheiten in der Stadt Salzburg diesen Weg fortsetzen. Im Stadtsenat hat sich dafür schon eine Mehrheit aus SPÖ, ÖVP und FPÖ gegen KPÖ und Grüne gefunden. Es fehlen noch die raumordnungsrechtliche Einzelbewilligung, eine baurechtliche Genehmigung und ein endgültiger Beschluss des Gemeinderates. (Vgl. Informationsdienst der Stadt Salzburg, vom 28. 4. 25.)
Es wäre absolut unverständlich, wenn die Stadt Salzburg auf eigenem Grund den Bau eines derart obszönen aus der Zeit gefallenen Symbols eines zerstörerisches Wohlstandsbildes ermöglicht.
P.S.: Es gibt eine Autozufahrt zur Stefan Zweig Villa am Kapuzinerberg. Sie reicht aus. Ich bin sie in meiner Zeit beim Sozialverein Treffpunkt für Entrümpelungen im Kapuzinerkloster mehrmals mit einem alten klapprigen Traktor mit Anhänger gefahren. Auch Für Salzburger TaxifahrerInnen ist die Strecke nichts Besonderes. Man darf annehmen, dass Herr Porsche ausreichend motorisiert ist. Er schafft das.
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12. 5. 25
Ein europäisches Mega-Projekt ohne Weichenstellungen für Umwelt- und Klima?
Beim möglichen Ukraine-Wiederaufbau darf es nicht nur ums Geschäft gehen!
Österreichs Politik, Wirtschaft und Medien üben derzeit auf allen Ebenen erfolgreich die Rolle rückwärts im Umwelt- und Klimaschutz. Photovoltaik-Anlagen und die Umstellung auf nachhaltiges Heizen werden nicht mehr als gesellschaftliches Anliegen der Energiewende gesehen, sondern als privates Hobby von Hausbesitzern. Die Förderungen dafür werden als Verschwendung denunziert, bei denen leicht einzusparen ist. So geschieht es. Der Klimabonus wird abgeschafft. Elektro-Mobilität wird teurer, das Diesel-Privileg aber bleibt. Die Liste der Zukunftsvergessenheit wäre noch sehr lang.
In diesem Umfeld nimmt es nicht Wunder, dass beim größten möglichen gemeinsamen europäischen Hilfs- und Wirtschaftsprojekt, dem Wiederaufbau der Ukraine, das Ökologische in Österreich keine Rolle spielt. „Möglich“ deshalb, weil derzeit ja noch die Zerstörung dominiert und von einem Wiederaufbau noch keine Rede sein kann.
Eine Seite und kein Wort...
Aber wenn es hoffentlich einmal dazu kommt, dann wird dieser Aufbau ein Mega-Projekt, bei dem nach derzeitigen Schätzungen Weichen für Investitionen von über 500 Milliarden Dollar gestellt werden. Es ist legitim, dass sich die Staaten und auch die Wirtschaft darauf vorbereiten. Es ist legitim, Geschäfte machen zu wollen. Aber es ist erbärmlich, nur Geschäfte machen zu wollen. Es kommt auf das Wie an. So lesen wir etwa in den Salzburger Nachrichten von vergangenem Samstag, 10. Mai, ein seitenlanges Interview mit Wolfgang Anzengruber, dem österreichischen Koordinator für den Wiederaufbau der Ukraine. Die Wörter Klima oder Umwelt kommen darin kein einziges Mal vor. Das spiegelt die Stimmung und die Prioritäten. Dieses Österreich will derzeit weder national noch auf EU-Ebene eine positive Rolle für einen nachhaltigen Wiederaufbau der Ukraine spielen.
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8. 5. 2025
Kalt an der Eger
genusspaddeln.
Anfang Mai kann noch die Außenhaut des Zeltes am Morgen gefroren sein. Man weiß dann auch, woher das Wort "Schlafmütze" kommt. Aber es ist schön am Fluß.
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3. 5. 2025
Die vielen kleinen Geschichten von Leuten, die im richtigen Moment das Richtige getan haben, werden wieder wichtiger.
Vor genau 80 Jahren, in den letzten Kriegstagen versteckte Ursula Gschwantler, eine Wirtin und Bäuerin vom Tratzberg bei Jenbach (Tirol) meinen Vater auf ihrem Hof. Beide waren keine aktiven oder organisierten Widerstandskämpfer. Das Verbindende zwischen meinem Vater, einem deutschen Werkstoffchemiker in einem Jenbacher Rüstungsbetrieb, und der „Tratzberg Mam“ waren der Katholizismus und eine selbstverständliche Ablehnung des Nationalsozialismus. Das genügte.
Was war geschehen? Mein Vater, der bis dahin das Glück hatte, nie Soldat sein zu müssen, sollte in den letzten Kriegstagen mit sowjetischen Kriegsgefangenen am Achenpass Panzersperren gegen die vorrückenden amerikanischen Einheiten ausheben. Im Raum Jenbach und Achensee stand in den ersten Maitagen 1945 neben versprengten aus Italien zurückgefluteten Wehrmachtseinheiten noch die 17. SS-Panzer-Grenadier Division „Götz von Berlichingen“. Nach den Erzählungen meines Vaters waren das fanatische Nationalsozialisten, die den sinnlosen Kampf ohne Rücksicht auf Verluste weiterführen wollten. Mein Vater fürchtete, mit den ihm zugeteilten Kriegsgefangenen zwischen die amerikanischen und die SS-Einheiten zu geraten.
Die sowjetischen Kriegsgefangenen zeigten sich überraschend gut über den Frontverlauf informiert und trauten sich zu, die letzten Kriegstage in den Wäldern der Region zu überleben. Mein Vater ließ sie in einem günstigen Moment ziehen und setzte sich selbst zum Tratzberg ab.
Leider nie präzise festgehalten
Alles ist gut ausgegangen. Es war eine Familienerzählung unter vielen und wurde nie als große Sache behandelt. Niemandem wäre damals eingefallen, die Geschehnisse ein bisschen präziser festzuhalten. Aber jetzt, wo alle damals Beteiligten längst tot sind, und eine grausige rechte Renaissance über Europa und die Welt schwappt, empfindet man das als Verlust. Jetzt werden Geschichten von ganz normalen und einfachen Leuten, die im richtigen Moment das Richtige getan haben, wieder wichtiger.
Divisionsbefehl der 17. SS-Panzer-Grenadier-Division vom 3. Mai 1945: "Einrichtung zur Verteidigung im Gebirge um den Achensee". Die fanatischen Nationalsozialisten wollten ohne Rücksicht auf Verluste den sinnlosen Kampf weiterkämpfen. Wer kapitulierte wurde als "Verräter" bezeichnet. Was mit "Verrätern" geschah, wusste jede/r...
Der Vater als "well known adversary of the Naci". Kein eigenes Verdienst, aber ein bisschen stolz darf man sein.
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30. 4. 2025
Gegen Gier, Umweltzerstörung und Überreichtum!
Zum 1. Mai.
Es braucht viel historische Großzügigkeit um den 1. Mai noch als positiven Kampf- oder Festtag“ der arbeitenden Menschen begehen zu können. Was bleibt ist trotz allem eine Erinnerung daran, dass sich arbeitende Menschen gegen alle bestehenden Mächte selbständig organisieren und Schritt für Schritt Fortschritte erreichen können. Das waren historische Großtaten, von denen wir alle profitieren. Die Erinnerung daran ist auch ein Auftrag.
Noch nie nach 1945 ist eine solche Mischung aus verantwortungslosem, aggressivem Versagen gegenüber den objektiven Herausforderungen unserer Zeit mit blanker Idiotie, Machtmissbrauch, billiger Esoterik, Diktatorenpopularität, Faktenleugnung, asozialer Egomanie, etc. politikmächtig geworden. Der Milliardärsputsch unter Präsident Donald Trump in den USA ist ein vorläufiger Höhepunkt dieser Entwicklung. Noch nie nach 1945 zeigte sich demokratische Politik so hilflos und war sie global so auf dem Rückzug.
Jede Epoche hat ihre Aufgaben. Wir können etwa heute sagen, dass die europäische Nachkriegsgeneration ihre zentrale Aufgabe, die zerstörten Länder aufzubauen und den Menschen wieder ein halbwegs „normales“ Leben zu ermöglichen, gut gelöst hat. Mit den gegenwärtigen drängenden Aufgaben verhält es sich anders. Unsere Epoche hätte große Aufgaben zu lösen. Und scheitert bislang daran.
Darunter sind etwa:
1. Die globale Ökonomie und das globale Kapital, das sich erfolgreich von den Staaten und Demokratien gelöst und die Staaten zu „Standorten“ degradiert hat, wieder einzufangen und demokratisch gestaltbar zu machen. Die erfolgreiche Idee der sozialen Marktwirtschaft, also eines politisch und ökonomisch gebändigten und sozial abgefederten Kapitalismus, ist derzeit global der Politik entglitten.
2. Die globale Ökonomie in Richtung Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Umwelt- und Klimaverträglichkeit umzubauen.
3. Die sozial, ökologisch und politisch gefährliche Ungleichheit, den explodierenden Überreichtum und Überkonsum zu begrenzen und auszugleichen.
4. Die latenten Bedrohungen durch ein mehrfaches atomares, chemisches und biologisches Vernichtungspotential abzubauen.
5. Demokratie, Menschen-, Frauen- und Kinderrechte als global verbindliche Leitnormen zu etablieren und durchzusetzen.
6. Einen unabhängigen politischen Diskurs und eine unabhängige politische Meinungsbildung wieder zu schaffen. Derzeit beherrschen despotische Manipulationsmaschinerien oder privates Medienkapital die globale politische Meinungsbildung. Gier und Überreichtum werden gegen alle Evidenz ihrer zerstörerischen sozialen, wirtschaftlichen und demokratiepolitischen Auswirkungen unterm Strich gemeinsam, vehement und verbissen ideologisch als schützenswerte Güter verteidigt. So können die notwendigen sozialen und ökologischen Reformen nicht gelingen.
Für unabhängige sozial, ökologisch und demokratisch denkende BürgerInnen gibt es mehr denn je zu tun.
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29. 4. 2025
Wahlen in Wien: 268.000 von über zwei Millionen...
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24. 4. 2025
"Ja, freilich, eh auch" genügt nicht.
Für umweltfreundlichere, menschlichere, kindergerechtere, grünere, gesündere, leisere und sicherere Gemeinden und Städte braucht es einen höheren Anteil des Fahrrades am Gesamtverkehr. Ohne mehr Fahrrad gibt es keine positive Verkehrswende und keine gute Lösung städtischer Verkehrsprobleme.
In den Köpfen der allermeisten PolitikerInnen ist das noch immer nicht angekommen. Für sie rangiert das Fahrrad unter „ja, freilich, eh auch...“ Viel mehr wäre möglich und notwendig.
Das Fahrrad und die RadlerInnen brauchen eine starke Lobby. Sei dabei!
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Das Elend der „moralischen Instanzen“
Zum Tod von Papst Franziskus.
Nach seinem Tod sülzen plötzlich alle. Es ist peinlich, heute all die verlogenen Bekundungen über Papst Franziskus hören zu müssen. Der verstorbene Papst war in seinen radikalen Aussagen gegen Armut, gegen Ungerechtigkeiten, gegen den Kapitalismus, gegen Krieg, für die Menschenrechte oder gegen Umweltzerstörung absolut glaubhaft. Theologisch und kirchenrechtlich war er im Apparat, den Traditionen und Gewohnheiten von Kirche und Gläubigen gefangen.
Die katholische Kirche ist eine sehr widersprüchliche Institution. Es gibt eine grauenhafte totalitäre Geschichte, es gibt eine lange Tradition der Kumpanei mit autoritärem Konservativismus, aber es gibt etwa auch das zweite Vatikanum, in dem erstmals eine mächtige Religion über den Schatten ihrer Geschichte gesprungen ist und – nur als ein Beispiel – die Religionsfreiheit als „bürgerliches Recht“ festgeschrieben hat.
Um die "Mahnungen" kümmert sich kein politisch oder wirtschaftlich Mächtiger
Das Dilemma des Katholizismus ist, dass überall dort, wo er aus der Zeit seiner konservativen Kumpaneien bis heute noch reale Macht hat, diese negativ fortbesteht. In Österreich zum Beispiel als großer konservativer Medieneigentümer. Aber überall dort, wo die Kirche oder der verstorbene Papst als „moralische Instanz“, als Mahner und Einforderer von Gerechtigkeit aufgetreten ist, sich kein politisch oder wirtschaftlich Mächtiger dieser Welt auch nur einen Deut darum gekümmert hat. Im Gegenteil! Die Welt ist in den letzten Jahren in immer schlechtere Hände geraten...
PS: Für die ÖVP zum Beispiel, der die Verhinderung von Vermögenssteuern ein vorrangiges politisches Ziel ist und die die sozialen Unterschiede
problemlos in den Himmel wachsen lassen will, würdigte Bundeskanzler Christian Stocker - ausgerechnet - den „unermüdlichen Einsatz“ des Papstes für „Gerechtigkeit“. Und allen Ernstes ließ
FPÖ-Chef Herbert Kickl via APA-OTS verbreiten, er würdige die „klaren Worte“ des Papstes „gegen Ausgrenzung, Armut und Umweltzerstörung“. Eh!
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17. 4. 25
Ein „Landesabgabenamt“ für die „Tourismusabgabe“
Es ginge auch mit weniger Verwaltungsaufwand!
Alle Jahre wieder, wenn uns für "genusspaddeln.at" – wie allen anderen Unternehmen in Salzburg auch - das Land als „Beitragspflichtiger“ die „Aufforderung zur Beitragserklärung“ im Sinne des Salzburger Tourismusgesetzes schickt, ärgere ich mich. Nicht, wegen des Beitrages an sich. Grundsätzlich stimmt die Überlegung schon, dass weit mehr als nur die touristischen Unternehmen vom Tourismus im Land profitieren.
ABER! Der bürokratische Aufwand für den letztlich zu zahlenden geringen Betrag ist bei vielen kleinen Unternehmen unverhältnismäßig hoch. Fast alle von ihnen müssen damit ihre Steuerberatung beschäftigen und bezahlen.
Sparen, das niemandem weht tun würde
Unverständlich ist, warum man dafür ein eigenes „Landesabgabenamt“ mit einem eigenen aufwendigen Eintreibungsprozedere braucht. Warum können das nicht die Finanzämter mit erledigen? Die haben eh alle Daten von den Unternehmen und Selbständigen.
Neben der „Tourismusabgabe“ ist das „Landesabgabenamt“ noch mit der „Jagdrechtsabgabe“, der „Naturschutzabgabe“, der „Fleischuntersuchungsgebühr (ab dem Mahnwesen)“ und der „Fischereiabgabe“ beschäftigt. Was es alles so gibt. Mit ein bisschen guten Willen zu den tausend Mal geforderten und tausend Mal angekündigten „Aufgabenreformen“ und „Verwaltungsvereinfachungen“ könnten die Finanzämter die Aufgaben der „Landesabgabenämter“ mit übernehmen.
Wegen dem Sparen und der knappen Kassen wäre es. Und weil das niemanden weh tun würde.
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Klima-Ausgleich
Eine Erinnerung zu den Osterferien.
Ich weiß, ich wiederhole mich in Sachen Klima-Ausgleich bei Flugreisen. Es wird auch nicht zum letzten Mal sein. Aber weil viele zu Ostern schnell wieder einmal zum Radfahren nach Malle oder sonstwohin jetten und dabei - mit Recht und mit ein wenig schlechtem Gewissen - doch auch an die damit verbundenen riesigen CO2-Emissionen denken: Ein Klimaausgleich von Flugreisen über www.atmosfair.de macht absolut Sinn. Ohne ernsthaft durchgerechneten und zertifiziert kompensierten CO2-Ausgleich sollte man nicht mehr fliegen.
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10. 4. 2025
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8. 4. 2025
Skandalöses Aufenthaltsverbot für Klima-Aktivistin
Wollen wir einen „starken“ oder einen „autoritären“ Staat?
Über die seit sieben Jahren in Kärnten lebende Klimaaktivistin Anja Windl wurde ein Aufenthaltsverbot in Österreich verhängt. Die junge Frau stammt aus Bayern und ist deutsche Staatsbürgerin. Die erbärmliche Begründung des „Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl“ könnte genau so auch in Moskau oder Peking formuliert worden sein. Es wird ihr eine „weitreichende Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung“ vorgeworfen. Ihre Vergehen waren Verwaltungsübertretungen und Akte des zivilen Ungehorsams, etwa bei Autoblockaden der inzwischen aufgelösten „Letzten Generation“.
Eine Frage drängt sich auf. Nur als Beispiel: Ist schon einmal einer der zahlreichen verantwortungslosen und Leben gefährdenden ausländischen Autoraser und Drängler mit einem Aufenthaltsverbot belegt worden? Ist schon einmal eine ausländische Firma, die LKW-Fahrer ohne Rücksicht todmüde auf unsere Straßen schickt ähnlich belangt worden?
Der Unterschied
Nein, das „harte Durchgreifen“ gegen eine „Klimakleberin“ gefällt dem Zeitgeist, dem Boulevard, dem Innenminister und passt zur globalen autoritären Welle. Das Kriminalisieren von ökologisch motiviertem zivilem Ungehorsam ist ein Schritt zu einem autoritären Staat, nicht zu einem starken Staat. Ein „starker“ Staat hätte den Willen und die Fähigkeiten, auch gegen Starke, gegen Lobbys, gegen mächtige Stimmungen und Gewohnheiten vorzugehen. Ein autoritärer Staat geht im Interesse der Starken gegen Schwache und deren Proteste vor.
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7. 4. 25
„Antisemitismus“ darf nicht zur Wortkeule werden!
Der Nahe Osten wird von Extremisten beider(!) Seiten in eine Sackgasse geführt.
Antisemitismus ist eine reaktionäre Geisteskrankheit, die zu Verfolgungen, Pogromen, Diskriminierungen und als furchtbarer Höhepunkt zur Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten gegenüber jüdischen Menschen führte. Millionen wurden umgebracht, nur weil sie einer anderen Religion und einer vermeintlich anderen „Rasse“ angehörten. Insbesondere die Nachfahren der Täternationen haben den bleibenden Auftrag, besonders sensibel und verantwortlich gegenüber „rassisch“ oder religiös bedingtem Judenhass zu sein und diesen aktiv zu bekämpfen.
Es darf aber nicht sein, dass jede Kritik und jeder Protest (ja in Wahrheit mittlerweile jeder!) an der sich stetig steigernden Unrechtspolitik der israelischen Rechtsregierung gegenüber den PalästinenserInnen als „antisemitisch“ denunziert wird. So wird „Antisemitismus“ zu eine Wortkeule zur Verteidigung von Unrecht missbraucht. Hundertausende palästinensische Familien werden seit Monaten mitleidlos von einer Ecke des Gaza-Streifens in die andere gejagt. Der maßlos überzogene Gaza-Feldzug mit seinen zehntausenden zivilen Opfern, die Gaza-Vertreibungsfantasien von Donald Trump und die immer aggressivere israelische Siedlungspolitik im palästinensischen Westjordanland sind für Israel und die ganze Region eine Sackgasse. Protest dagegen kann antisemitisch motiviert sein, ist aber nicht per se „Antisemitismus“. Das Auseinanderzuhalten ist notwendig.
Palästinenser und! Israelis befinden sich in Geiselhaft ihrer jeweiligen extremistischen Führungen. Beide blockieren eine gute Zukunft für die ganze Region.
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3. 4. 2025
Defizit, teure Gesellschaft und feige Politik.
Budget-Aspekte, die in der öffentlichen Debatte bewusst ausgespart werden.
Das explodierende Budget-Defizit in Österreich erfordert natürlich auch kurzfristige Sanierungs Maßnahmen. Aber nicht nur! Warum eigentlich sind die meisten westlichen Gesellschaften chronisch teurer, als es sich die Staaten leisten können? Es gibt die langfristigen Effekte, die nicht gehört und in der öffentlichen Debatte bewusst ausgespart werden. Die Verweigerung von sozialer Vorbeugung, ökologischer Steuerung und aktiver, längerfristiger Lenkung macht die Staaten langfristig unfinanzierbar oder unsozial.
Zucker ist ein kleines, gutes Beispiel. Just, als das politische Österreich nach den Nationalratswahlen im vergangenen Herbst mit überraschend rauen Budgetwirklichkeiten konfrontiert wurde, versuchte die „Österreichische Adipositas Allianz“ auf eine gesundheitspolitisch und budgetär dramatische Entwicklung hinzuweisen. Die hochkarätige medizinische Gesellschaft präsentierte im Oktober 24 eine Studie des „Institut für Höhere Studien“ (IHS) über die volkswirtschaftlichen Folgekosten der grassierenden „Adipositas-Epidemie“. Demnach gehen rund fünf Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben auf Adipositas (Fettsucht/Fettleibigkeit) zurück. Die Ausfälle auf dem Arbeitsmarkt würden sich auf 450 Millionen Euro berappen, 1,2 Millionen Krankenstandstage seien darauf zurückzuführen, so wie 5,6 Prozent aller neuen Invaliditätspensionen. Allein Adipositas würde im Jahr volkswirtschaftliche Kosten von 2,3 Milliarden Euro pro Jahr verursachen. Tendenz stark steigend. Die politische Resonanz auf diese eindringliche Warnung war gegen Null.
Durchschlagskräftiger erwiesen sich bei den Koalitionsverhandlungen die Warnungen vor allen „neuen Steuern“ von Vertretern der „Wirtschaft“, allen voran Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer. Darunter auch explizit die so genannten „Erziehungssteuern“, wie etwa eine Zuckersteuer. Eine solche hat sich in Großbritannien, seit sie 2018 dort eingeführt wurde, als überraschend wirksam erwiesen. In Österreich aber gingen wirtschaftsliberale Ideologie und Raiffeisen-Einfluss vor.
Neben allen anderen Segnungen der Nahrungsmittel-Industrie werden wir also auch in Zukunft zunehmend mehr Kinder mit einer picksüßen Zucker-Limonade und einem Sackerl fetter Chips in der Hand aus den Supermärkten rollen sehen. So billig kann man den Kleinen sonst kaum eine Freude machen. Aber jedem einzelnen von ihnen wird nicht nur Lebensglück gestohlen, sie werden alle dem Sozial- und Gesundheitswesen, der Wirtschaft und den Budgets der Zukunft enorme Kosten abverlangen.
Budgetäre Folgen schlechter Politik
Obiges kleines süßes Beispiel ist nur ein Beleg dafür, dass vieles, was sich als „explodierende“ Kosten in den Budgets darstellt, in Wahrheit eine Folge schlechter, feiger, kurzsichtiger und von finanzstarken lobbyistischen Einzelinteressen dominierter Politik ist.
Wenn etwa in der Raumordnungs- und Wohnungspolitik das ungehinderte Lukrieren leistungsloser Wertsteigerungen das Maß aller Dinge sind, wenn Städte und Dörfer der Spekulation mit Grundstücken und Immobilien geopfert werden, wenn die Landschaften zersiedelt werden, dann verursacht es enorme Kosten, eine halbwegs leistbare Wohnversorgung und die notwendige Infrastruktur für die Bevölkerung zu sichern.
Wenn – wie in Österreich – das Land mit Begeisterung in eine einseitige Abhängigkeit von russischem Erdgas gesteuert wurde, dann führt das im Konfliktfall zu besonders teurer Energie mit allen Folgekosten.
Wenn in der Verkehrspolitik einseitig auf das Auto gesetzt und aktive, gesundheitsfördernde Mobilität wie Radfahren und zu Fuß gehen vernachlässigt wird, dann findet das über viele Wege teuren Eingang in die Budgets von Bund, Ländern Gemeinden und Sozialversicherungen.
Wenn das Arbeitsleben nicht endlich nachhaltiger, attraktiver, solidarischer, gesünder und chancenreicher gestaltet wird, flüchten die Menschen weiterhin bei erster Gelegenheit in das österreichische Paradies einer möglichst frühen Pension. Wenn Wirtschaft und Konsum nicht endlich auf Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz umgesteuert werden, wird das in Zukunft mit höchster Wahrscheinlichkeit überhaupt alle Budgets sprengen. Wenn die Politik mit einer vorgeblichen „Corona-Aufarbeitung“ weiterhin Selbstgeißelung übt und der aggressiven Verweigerung jeglicher gesellschaftlicher Solidarität das Feld überlässt, werden künftige Pandemien noch viel teurer werden, als es die letzte war.
Eine fatale Schere
Zum Glück herrscht in unseren Gesellschaften noch der Konsens, dass Armut, Krankheit und Arbeitsunfähigkeit halbwegs sozial abgesichert werden, dass die öffentliche Hand Katastrophenvorsorge und Hilfe bei den Folgen von Katastrophen leistet, dass der Staat die notwendige Infrastruktur für alle BürgerInnen bereitstellen muss und viele andere positive Errungenschaften mehr. Die Staaten kommen dabei aber in eine fatale Schere.
Wenn die Politik die Ursachen des stetig steigenden gesellschaftlichen Reparaturbedarfs billigend in Kauf nimmt, wenn sie alle politischen Steuerungsmöglichkeiten ablehnt, gleichzeitig aber immer noch einen sozialstaatlichen Versorgungsauftrag erfüllen möchte, kommt der Staat mittel- und langfristig in eine unlösbare, strukturelle finanzielle Schere. Die Staaten dürfen zahlen, aber immer weniger von den Mächtigen und den „breiten Schultern“ verlangen. Sie sollen nicht eingreifen, nicht gestalten, nicht vorbeugend handeln. Sie sollen sich selbst binden und sie werden ideologisch und faktisch gebunden.
In Konsequenz läuft die Fortsetzung des libertären Wegs auf eine Aufkündigung oder sukzessive Aufweichung des noch vorhandenen positiven gesellschaftlichen Konsens hinaus. Dieser wird dann unfinanzierbar.
Eine Gesellschaft in der jede/r gerne anpackt...
Eine humane, gebildete, soziale, solidarische und ökologisch nachhaltige Gesellschaft ist langfristig „billiger“, robuster und leistungsfähiger als eine Gesellschaft, die einseitig kurzfristigen Geschäftsinteressen folgt. Es wäre dies eine Gesellschaft, in der jede/r gerne anpackt, die von ihren BürgerInnen auch etwas fordern kann. Eine nachhaltige Budget-Sanierung gelingt nicht mit „Budget-Politik“, sie gelingt nur mit einer umfassenden vorbeugenden, aktiven, gestaltenden, mutigen sozialen und ökologischen Politik.
PS: Eine persönliche Erfahrung noch. Als ich in den 1980er Jahren für den Salzburger Sozialverein „Treffpunkt“ arbeitete, konnte ich mehrmals beobachten, dass Obdachlose im Winter mit Erfrierungen auf Kosten des Sozialbudgets im Krankenhaus behandelt werden mussten. Das war teuer, wurde aber letztlich anstandslos bezahlt. Vorher eine viel billigere Unterkunft für Obdachlose finanziert zu bekommen, war ungleich schwieriger und oft vergeblich. Diese Lektion in Sachen Budgetpolitik blieb hängen!
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1. 4. 2025
Klimabonus: So viel zu "keine neuen Steuern"...
Wir erfahren heute, dass die Abschaffung des Klimabonus vor allem einkommensschwache Menschen trifft. Wer hätte das gedacht? Also hier noch einmal zum Mitschreiben: Wenn man eine bestehende Steuer beibehält, aber den ursprünglich sinnvoll vereinbarten Ausgleich dazu einsteckt, dann ist das eine "neue Steuer"! Angeblich lehnen ÖVP und NEOS solche ja kategorisch ab. Aber in diesem Fall trifft die "neue Steuer" vornehmlich die Armen und denunziert die gute Idee einer aufkommensneutralen CO2-Besteuerung. Das trifft sich gut. Jedenfalls ist es dann halb so schlimm. Hauptsache, es gibt keine "neuen Steuern" auf Vermögen. Nur die sind mit der Phrase "keine neuen Steuern" immer gemeint.
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26. 3. 2025
Reparieren!
Und weniger Ramsch kaufen.
Eine Flut aus Ramsch, Billig- und Prestigezeug überschwemmt die Welt. Schlimmer denn je. Kleidung für einmal ausgehen, Zelte für ein Wochenend-Festival, sinnlos peinliche Protzartikel, Plastikspielsachen ohne Seele. Möbel, die schon im nächsten Jahr am Sperrmüll landen, usw.
Die rohstoff- und energiefressende, Gift und Müllberge produzierende Wegwerfgesellschaft wurde schon oft totgesagt. Aber die Mehrheit der Menschen und immer neue KonsumentInnengenerationen kaufen, was die Märkte halt vermeintlich „günstig“ hergeben.
Löbliche Unternehmen wider die Müllberge.
Es gibt Auswege. Allen voran die simple Frage, was brauche ich wirklich? Es gibt die SchneiderInnen, die SchusterInnen, die TischlerInnen, die Second-Hand Läden, die Repair-Cafés und löbliche Unternehmen, die ihre Produkte auch reparieren. Die Bergschuh-Hersteller HanWag und Lowa zum Beispiel haben meine durchgelatschten Sohlen unlängst prima erneuert.
Abgelöste Sohle...
...prima erneuert.
Abgewetzte Ferse...
...wie neu.
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25. 3. 2025
Die politische Strafe für FPÖ und ÖVP ist ausgeblieben.
Die Wählerinnen und Wähler haben langfristig durch den Buwog-Skandal nichts dazugelernt.
Der Oberste Gerichtshof hat also die Buwog-Urteile bestätigt. Die Haftverkürzung für den ehemaligen FPÖ-Finanzminister Karl Heinz Grasser ist der langen Verfahrensdauer geschuldet, die im Urteil berücksichtigt wurde. Das leuchtet ein. Auch wenn sich Grasser und seine Freunderln aus dem FPÖ-Dunstkreis die spontan einsetzende offene Genugtuung, klammheimliche Freude und Häme bis hin zum persönlichen Hass redlich erworben haben, teile ich sie nicht. Ich würde mir viel mehr eine politische Strafe für FPÖ und ÖVP wünschen.
Eine neoliberale, unsoziale und vollkommen unnötige Privatisierung!
Es ist eine Tragödie politischer Dummheit, wenn sich Menschen darüber freuen, dass Grasser nun endlich in den „Häfn“ muss, aber gleichzeitig FPÖ oder ÖVP wählen. Es war die gesamte ÖVP-FPÖ Koalition, die im neoliberalen Privatisierungswahn im Jahr 2004 ohne jede Not den sozialen Schatz von rund 60.000 Wohnungen aus öffentlichem Eigentum um läppische 15.000 Euro pro Wohnung an ein privates Konsortium verscherbelt hat. Diesen politischen Skandal können nur die Wählerinnen und Wähler bestrafen. Diese haben leider nachhaltig nichts dazu gelernt.
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21. 3. 2025
Bravo Alpenverein!
Ohne äußeren Druck hat der Salzburger Alpenverein einen Fehler aus der Vergangenheit erkannt und korrigiert. Da könnten sich viele etwas abschauen.
Artikel unten: Salzburger Nachrichten, 21. 3. 25
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21. 3. 2025
Grasser: Der politische Skandal ist das Verscherbeln von 60.000 (*) Bundes-Wohnungen!
Das Strafrecht und damit das persönliche Schicksal des ehemaligen Finanzminsters obliegt der unabhängigen Justiz. Der politische Skandal aber ist unbestritten und darf dabei nicht untergehen.
Dieser Tage entscheidet der Oberste Gerichtshof darüber, ob die Verurteilung des ehemaligen FPÖ-Finanzministers Karl Heinz Grasser – immerhin acht Jahre Gefängnis – in der Causa BUWOG hält. Seien wir froh, dass die rechtliche Beurteilung der Beweislage, ob Grasser als Finanzminister tatsächlich persönlich beim Verkauf der BUWOG Wohnungen mitgeschnitten hat, der unabhängigen Justiz obliegt.
Die politische Beurteilung aber obliegt uns allen. Und da sind drei Fakten festzuhalten.
1. Wohnungen im Besitz der öffentlichen Hand sind ein sozialer Schatz. Sie an private Konzerne oder Konsortien zu verkaufen ist ein sozialer Skandal und typisch für den neoliberalen Wesenskern der FPÖ. Darin findet sich in Wahrheit gar nix von einer „Sozialen Heimatpartei“!
2. Von der damaligen ÖVP-FPÖ Koalition wurden unter Federführung von Finanzminister Grasser im Jahr 2004 rund 60.000 Wohnungen um läppische 961,19 Million Euro an die "Immofinanz" verscherbelt. Das sind nur rund 15.000 Euro pro Wohnung. Das vergrößert den politischen Skandal und zeigt die Haltung. Der Republik ist dadurch - abgesehen vom sozialen Schaden - auch ein finanzieller Schaden in Milliardenhöhe entstanden.
3. Unbestritten ist, dass im Zuge des Verkaufs „Provisionen“ von 9,6 Millionen Euro über Konten in Zypern und Liechtenstein an ein Netzwerk von Glücksrittern im Dunstkreis der FPÖ, Walter Meischberger und Peter Hochegger, flossen.
So viel zur angeblichen politischen Vertretung der „Fleißigen und Tüchtigen“. Die Geschichte der Rechtsparteien in Österreich ist die eines einzigen WählerInnenbetrugs.Im Wesentlichen besteht die Agenda dieser politischen Glücksritter darin, mit Themen wie der "Ausländerfrage" Stimmen zu fischen, um mit diesen Stimmen an die Futtertröge zu gelangen.
(*) Die Zahlen werden unterschiedlich kolportiert. In den meisten Quellen werden 60.000 Wohnungen genannt. In anderen 62.000.
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19. 3. 2025
Erdogan lässt politischen Konkurrenten verhaften
Die globale antidemokratische Welle macht heute in der Türkei Station.
Autokraten, Faschisten, Oligarchen, Diktatoren, Populisten und rechte Milliardäre haben eine globale antidemokratische Lawine ausgelöst. Heute macht diese in der Türkei Station. Der religiös-nationalistische Halbdiktator Recep Tayyip Erdogan versucht die Reste der türkischen Demokratie zu entsorgen. Er lässt einfach seinen Widersacher, den Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu verhaften. Ganz zufällig wenige Tage bevor ihn seine Partei zu Erdogans Gegenkandidaten für die nächste Präsidentschaftswahl ernennen wollte. Die Parallelen zur faschistischen Welle in den 1920er und 30er Jahren werden von Tag zu Tag beängstigender. Der Turbo, der allen rechten Antidemokraten Mut macht, ist Donald Trump.
Demokraten, strengts Euch an!
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17. 3. 2025
Familienzusammenführung gestoppt: Wenn Kinder für politische Versäumnisse und Feigheit büßen müssen.
Billiger Populismus statt ernsthafter Politik. Österreichs Bundesregierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS will den Nachzug von Familien anerkannter Asylsuchender
"aussetzen".
Im Gegensatz zu vielen meiner FreundInnen verstehe ich nicht, dass es für "ausländerfeindlich" gehalten wird, wenn von Flüchtlingen und Zuwanderern Integrationsleistungen verlangt werden. Dazu gehören unter anderen das Erlernen der Sprache, eine Mindestsolidarität mit unseren sozialen Sicherungssystemen oder die Akzeptanz von Werten, wie etwa der Religionsfreiheit. Letztere ist ein gutes Beispiel für Geben und Nehmen. Österreich muss offensiv glasklar machen, dass unsere Gesetze Religionsfreiheit nicht nur selbstverständlich gewähren, sondern dass eben diese Religionsfreiheit auch für die Kinder, die Frau und die ganze Familie von Zuwanderern gilt, wenn diese sich anderen Religionen oder einem konfessionslosen Leben zuwenden wollen.
Es darf auch nie einen Zweifel darangeben, dass, wann immer Traditionen oder die Auslegung von Religionen den Menschen-, Frauen- und Kinderrechten widersprechen, letztere in Österreich eindeutig Vorrang haben. Ich verstehe auch die faktische Langmut mit Islamisten, sogar mit erkannten islamistischen „Gefährdern“, sowie deren Sympathisanten, Unterstützern, Predigern und Propagandisten nicht, und sehe darin – solange es sich um ausländische Staatsbürger handelt- Abschiebegründe. Ich verstehe die augenscheinliche Hilflosigkeit gegenüber Kriminellen und die akzeptierten Hemmnisse für deren Abschiebungen nicht. Ich verstehe nicht, warum sich das Menschenrecht auf "Sicherheit", (Artikel 3 der Erklärung der Menschenrechte) - also etwa auch Sicherheit vor Kriminalität oder islamistischen Anschlägen - nicht stärker in der europäischen Rechtsprechung und in der Abwägung mit anderen Rechten niederschlägt.
Es sind unsere Kinder!
Aber ich halte es für unsäglich, integrationsfeindlich und mies populistisch, dass Familien und Kinder, für die auch durch diese Versäumnisse entstandenen negativen Stimmungen büßen müssen. Das Recht auf Familie ist im Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention verankert. Das ist gut so. Ja, das ist auch eine große Herausforderung für die ganze Gesellschaft, vor allem für das Bildungswesen. Die Kindergärten und Schulen müssen dabei massiv unterstützt werden. Aber Österreich kann es sich bei verträglicher Steuerung und besserer Lenkung leisten, dass die Frauen und Kinder von Menschen, die als anerkannte Flüchtlinge schon legal (!) bei uns sind, nachkommen können, und diese Kinder in den Kindergärten und Schulen auch gut betreut werden. Das lohnt sich auch. Diese Kinder sind unsere künftigen BürgerInnen, SteuerzahlerInnen, ArbeitnehmerInnen, UnternehmerInnen, PflegerInnen, WissenschaftlerInnen.
Unten: Leserbrief von Dr. Gerhard Mory, Salzburger Nachrichten, 17. 3. 25
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10. 3. 2025
Wirtschaft ist mehr als der ÖVP-Wirtschaftsbund!
Wirtschaftskammerwahlen von 10. bis 13. März.
Die Marktwirtschaft sorgt – wenn sie funktioniert – dafür, dass Güter und Dienstleistungen dorthin kommen, wo sie gebraucht werden. Sie macht das mit hoher Effizienz, Flexibilität, Innovationskraft und Dynamik. Die privaten UnternehmerInnen leisten dafür einen großen und engagierten Beitrag. Die Möglichkeit, ein Unternehmen gründen zu können, ist auch ein gutes Stück persönlicher Freiheit. Dazu braucht es Service, Unterstützung und sinnvolle Interessensvertretung, insbesondere für die vielen tausend kleinen UnternehmerInnen.
Das ist die eine Seite.
Die andere Seite ist, dass die Marktwirtschaft nicht nur Freiheit, sondern auch Regeln und Rahmen im Sinne des Allgemeinwohls braucht. Sich selbst überlassen schafft sie enorme Ungerechtigkeiten, soziale Ungleichheiten und wirkt ökologisch zerstörerisch. Vernünftige UnternehmerInnen wissen das. Aber ihre Stimme ist leise. In der offiziellen Vertretung der österreichischen UnternehmerInnen, der Wirtschaftskammer, herrschen neben manchem hilfreichen Service und sinnvoller Interessensvertretung kurzsichtiger Lobbyismus und stupide antiökologische Reflexe vor.
Lange Jahre etwa hat die ÖVP-dominierte Wirtschaftskammer in Österreich sogar die Einführung eines Dosenpfandes blockiert. Ihre führenden Funktionäre betätigen sich als politische Lobbyisten für schwarz-blaue oder blau-schwarze Koalitionen. Trotz alarmierender ernährungsbedingter Gesundheitsdaten mit Milliarden-Folgekosten denunzieren sie alle vernünftigen Einflussnahmen und Lenkungen, wie etwa eine spürbare Zuckersteuer oder einen unterstützenden Schub für aktive Mobilität. In Salzburg, das touristisch im Wesentlichen auf harten, unökologischen Tourismus setzt, gibt es aktuell vom Land den kleinen vernünftigen Ansatz einer Mobilitätsabgabe von 50 Cent pro Übernachtung, verbunden mit der Gratis-Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln für alle TouristInnen. Wer wettert dagegen und will sogar diesen kleinen Fortschritt „zu Fall bringen“? Erraten, es sind die Funktionäre der Wirtschaftskammer.
"Wirtschaftsverband" oder "Grüne Wirtschaft" wählen.
Ich kandidierte bei der letzten Wirtschaftskammer-Wahl auf der Liste der „Grünen Wirtschaft“ - das war mir auch als Nichtmitglied der Grünen bzw. der Grünen Wirtschaft möglich - und saß als Bootsverleiher im Ausschuss der Freizeit- und Sportbetriebe. Ich kandidiere auch diesmal wieder, aber eher verstanden als Solidaritätskandidatur. Meine Firma „genusspaddeln.at“ läuft in den nächsten Jahren aus.
Alle Wahlberechtigten zur Wirtschaftskammerwahl ersuche ich, – wenn in ihrer Fachgruppe möglich - den sozialdemokratischen „Salzburger Wirtschaftsverband“ oder die „Grüne Wirtschaft“ zu wählen. Der ÖVP-Wirtschaftsbund braucht in der Kammer eine Opposition und die Wirtschaft kann nach außen nicht nur vom ÖVP-Wirtschaftsbund repräsentiert werden.
P.S.: Keine Alternative sind - wie immer - die Freiheitlichen. Sie sind die demagogische Speerspitze gegen alle notwendigen Bemühungen um mehr Nachhaltigkeit und fordern unter anderen "Keine CO2-Abgaben und Klimaschikanen".
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7. 3. 2025
Vermögensbegrenzung? Ob, wie und ab welcher Höhe?
Drei Fragen, die leider nie gestellt werden. Höchste Zeit für eine gesellschaftliche Debatte.
Nach dem Milliardärsputsch in den USA stelle ich gelegentlich FreundInnen und Bekannten drei Fragen. Wo endet Deiner/Ihrer Meinung nach eine sinnvolle Belohnung für Leistungen, für den guten Riecher für eine Idee zur rechten Zeit am rechten Ort? Ab welchem Vermögen kann mehr Geld nicht mehr in Lebensqualität umgesetzt werden, und wo beginnen mit mehr Geld nur noch kranke Gier und die Anhäufung von Macht ?
Bei den Antworten ergeben sich ganz unabhängig von der parteipolitischen Orientierung eine hundertprozentige grundsätzliche Zustimmung zur Begrenzung von privatem Reichtum, aber auch Ratlosigkeit bei einer Begrenzung von Firmen- bzw. Konzernvermögen und sehr unterschiedliche Vorstellungen, ab welcher Höhe privates Vermögen begrenzt werden sollte. Die Bandbreite reicht von einer bis hundert Millionen Euro?
Was meinen Sie? Was meinst Du?
Hier deshalb drei Fragen, die nie gestellt werden. Was meinen Sie? Was meinst Du?
- Soll privater Reichtum grundsätzlich begrenzt werden, oder soll er unbegrenzt wachsen dürfen?
- Ab welcher Höhe von privatem Vermögen soll eine Begrenzung erfolgen, also eine Besteuerung von hundert Prozent von allem darüber einsetzen?
- Soll es auch eine Begrenzung von privatem Firmen- bzw. Konzernvermögen geben und wie könnte diese Begrenzung realisiert werden?
PS.: Der Wiederspruch ist interessant und schmerzhaft. Unabhängig von ihrer parteipolitischen Orientierung meinen überwältigende Bevölkerungsmehrheiten, dass Vermögen begrenzt werden sollen und nicht in den Himmel wachsen dürfen. Wählen aber tun eben diese Mehrheiten Parteien, die genau das Gegenteil wollen...
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6. 3. 2025
Trumps Versuch in Faschismus
Das ist die Sprache eines Diktators. Erpressung. Versuchter Stopp des Rechtes auf Protest und zivilen Widerstand. Polizeistaat. Der Präsident ordnet selbstherrlich Verhaftungen, Ausschlüsse von Bildungseinrichtungen und Abschiebungen an. Alle Zuständigkeiten für Budgets, Bildung, Universitäten oder Schulen sollen ausgeschaltet werden. Was "illegale Proteste" sind, bestimmen natürlich Trump und seine Gefolgsleute... Ohne das Wort leichtfertig zu gebrauchen: Das ist ein Versuch in Faschismus!
P.S.: Die zahlreichen hiesigen Verharmloser Trumps, die uns vor den US-Wahlen erklärt haben, dass der Mann halt gerne "starke" Worte wählt, aber die US-BürgerInnen schon einschätzen könnten,
was davon zu halten sei und alles dann nicht so heiß gegessen werde, haben sich als bewusste Apologeten dieses gefährlichen Egomanen erwiesen, also etwa Ex-Kanzler Sebastian Kurz in einer
ORF-Sendung "Zur Sache" bis hin zu dem von Servus-TV geförderten Schweizer Rechts"journalisten" Roger Köppel, usw....
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27. 2. 2025
Medienfreiheit???
Wie kann es sein, dass Leute wie Donald Trump an die Macht kommen und sich dort halten können. Eine Antwort sind die Verhältnisse auf den Medienmärkten.
Wenn Dämme brechen, gibt es auch bei der Machtausübung keinen Genierer mehr. Medienfreiheit reduziert sich dann schamlos auf die Freiheit von Millionären und Milliardären ihre Meinung verbreiten zu lassen. Amazon-Gründer Jeff Bezos, einer der reichsten Männer der Welt, hat im Jahr 2013 das US-Traditionsblatt „Washington Post“ gekauft. Im Präsidentschaftswahlkampf hat er massiv für Donald Trump in die Berichterstattung eingegriffen. Das redaktionelle Diktat und personelle Säuberungen in der Redaktion setzen sich nun fort.
Aufsehen erregen diese Einflussnahmen vor allem, wenn und weil es einen Besitzerwechsel gegeben hat. Der übliche Vorgang der Einflussnahme ist mit einer passenden Einstellungs- und Beförderungspolitik im Sinne der Eigentümer allerorten leiser und effizienter. Die MedienkonsumentInnen sollten das zumindest einordnen können. Das ist leider großteils nicht der Fall.
Fundamentaler Unterschied
Auf den fundamentalen Unterschied zu den öffentlich-rechtlichen Medien sei verwiesen. Öffentlich-rechtliche Medien sind nicht am Meinungsmarkt der Milliardäre handelbar. Deshalb werden sie von Konservativen und Rechten im Verbund mit dem privaten Medienkapital auch so denunziert und bekämpft.
ORF-Online, 27. 2. 25
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26. 2. 2025
Kleine Welten und Prioritäten bei Koalitionsverhandlungen.
Beim heutigen Lesen der Schlagzeilen.
Es gibt sie, die vielen kleinen scheinbar unbedeutenden Welten, in der die großen ihre Probe halten. In diesem „Winter“ gab es in der Stadt Salzburg nur einen einzigen Tag, an dem das Radfahren schneebedingt leicht eingeschränkt war. Die Skitour auf den Gaisberg war kein einziges Mal möglich, ebenso gab es für die Ski-Abfahrt vom Untersberg nie genug Schnee. In den stadtnahen Wäldern ist seit Wochen Frühling. Die ersten Blümchen wagten sich schon Anfang Februar heraus. Am 25. Februar zeigt sich der Flachgau vollkommen schneefrei. Aufgenommen von Schwarzenberg, der noch ein paar winzige Schneereste aufwies. Der Wintertourismus im Land Salzburg wäre heuer ohne den teuren und energieaufwendigen technischen Schnee ausgefallen.
Was beschäftigte die Damen und Herren wohl mehr?
Ja eh, es gibt Wetter, und es gibt Klima. Es kann auch wieder einmal einen Winter mit Schnee geben und es gab auch früher schon einmal zu wenig Niederschläge. Mit 99,9 prozentiger Sicherheit erleben wir aber auch in diesem Winter die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels.
Heute lesen wir aufgeregte Schlagzeilen über die Verteilung und Besetzung der MinisterInnen- und StaatsekretärInnen in der kommenden Koalitionsregierung. Eh auch wichtig. Aber die Frage drängt sich heute auf, was beschäftigte die Damen und Herren in ihren Verhandlungen wohl mehr?
Vollkommen schneefreier Flachgau am 25. Februar.
